Wochengebet 03.12.-10.12.2021 

  

Advent, die Ankunft des Herrn, beinhaltet seit der Geburt Christi die Gewissheit, dass Gott an unserem Schicksal interessiert ist. Gott wird Mensch und solidarisiert sich mit unserem Leben, unseren Sorgen, Nöten und Freuden. So wie Gott sich mit uns solidarisiert, sollen auch wir miteinander leben und uns solidarisieren. „Liebe deinen Nächten wie dich selbst“, hat Jesus uns geboten. So ist die Hoffnung im Advent auch getragen von der Verantwortung der Menschen für die Welt. 

Lassen Sie uns als Hoffnung in diesem Advent gemeinsam in ein Gebet von Jörg Zink einstimmen. 

 

Du Schöpfer dieser Welt.
 Wir leben von deiner Güte und Weisheit.
 Die Welt gehört nicht uns, sie gehört dir.
 Unsere Wissenschaft geht deinen Gedanken nach.
 Unsere Technik verlässt sich auf deine Gesetze.
 Unsere Wirtschaft lebt von deinen Gütern.
 Unsere Politik ist dir verantwortlich.
 Wir danken dir für Geist und Kraft der Menschen,
 denn Geist und Kraft sind von dir.
 Du hast uns den Frieden anvertraut,
 die Freude und das Glück aller Menschen.
 Wir bitten dich für jeden Menschen auf dieser Erde,
 dessen Frieden und Glück in Gefahr sind.
 Wir bitten dich, bewahre uns den Frieden
 und bewahre uns davor,
 den Frieden anderer zu gefährden:
 den Frieden unserer Familien, Freunde und Nachbarn
 und aller, denen wir begegnen.
 Gott, uns Menschen ist viel Macht gegeben.
 Was deine Weisheit geschaffen hat,
 ist uns unweisen Menschen anvertraut.
 Was du gegeben hast, damit wir leben können,
 ist Gefahr geworden für unser aller Leben.
 Wir möchten dir danken für deine Welt.
 Wir möchten einander schützen vor Gewalt und Hass.
 Wir möchten deine Gaben behüten:
 die Menschen, ihr Glück und das Leben alles Lebendigen.
 Wir bitten dich, Schöpfer dieser Welt,
 hilf uns und gib Gelingen.                       
 Jörg Zink



Wochengebet 28.11.-05.12.2021 

 „Ankündigung“ 

 

An einem der Tage, die kommen, 

wird etwas geschehen, das du nicht kennst, 

noch nicht, 

und auch nicht verstehst, 

etwas, von dem du nur träumst, 

was du erwartest, 

so wie ein Wunder. 

Es wird etwas sein, auf das du nicht wartest, 

nein, das du suchst, 

und weißt auch nicht zu sagen, wonach, 

und du suchst es auch nicht, sondern findest, 

und nicht einmal das, es findet ja dich, 

dieses Lächeln, von dem du gefunden wirst, 

an einem der Tage, die kommen. 

  (Lothar Zenetti) 

 

Liebe Gemeinde, der Advent ist da, eine Zeit der Freude und der Erwartung. Bestimmt freuen Sie sich auf Glühwein und Weihnachtsmarkt, auf beleuchtete Straßen und Lichter vor den Häusern, Tee und Gebäck, Besuche und Freunde, die Erwartung eines Miteinanders und gemütlichen Beisammenseins. Dahin geht unsere Sehnsucht. Und all das ist letztlich nur ein Vorschein auf das, was wir erwarten: Weihnachten: noch mehr Lichter, noch mehr Zusammenrücken, Familie, Freude….Und eigentlich gehen unsere Erwartungen noch weiter. Lothar Zenetti beschreibt das so gut: wir können gar nicht richtig ausdrücken, worauf wir wirklich warten. In Worten lässt sich das gar nicht sagen. So ein Stück weit: Heil und Heilung, Vollkommenheit,  Reich Gottes in unserer so unheilen Welt…?! 

Der Advent ist Zeit der Erwartung, letztlich eine Suche nach Gott. Aber der Adventsweg geht auch in die umgekehrte Richtung: Gott sucht uns, sucht uns auf an Weihnachten, er findet uns und lächelt uns zu: „dieses Lächeln, von dem du gefunden wirst, an einem der Tage, die kommen“. 

Wieder ist alles unsicher, was wird. Gott sei es geklagt. Aber sicher ist eins: Wir werden gefunden. Und Gott lächelt uns zu. 

Lieber Gott, komm zu uns, finde uns und lächle uns zu. 

(Pfarrerin Andrea Rylke-Voigt) 


Wochengebet 20.11.-27.11.2021 

Wenn ich an die denke, die bereits von mir gegangen sind,⠀

kommen mir Gedanken, die mich beunruhigen und zweifeln lassen.⠀

Habe ich ihr eigentlich jemals gesagt, wie sehr ich sie liebe?⠀

Und habe ich ihm gedankt dafür, was er mir ermöglicht hat?⠀

Habe ich ihr versichert, dass der gemeinsame Lebensweg miteinander, so wie er war, der richtige gewesen ist?⠀

Habe ich ihm immer ehrlich gesagt, was ich von seinen Meinungen und Entscheidungen halte?⠀

Die Werte und Maßstäbe, die Aufforderung dieses zu tun und jenes zu lassen, jemals ehrlich hinterfragt und ausgesprochen?⠀

Ich denke an die vielen kleinen Versäumnisse, den nicht erwiderten Kuss oder den abgesagten Besuch, das falsche Lächeln hier und da und der Gedanke der Erleichterung, wenn ich wieder wegfahren konnte. ⠀

Wir haben uns oft gestritten, aber haben wir uns auch immer wieder schnell genug vertragen und dabei auch noch wirklich ausgesprochen?⠀

Und habe ich immer vor Augen gehabt, was sie braucht und er so nötig hatte, vor allem zuletzt, als es immer schwerer wurde?⠀

Hatte ich dabei mehr mich vor Augen oder sah ich klar genug auf sie?⠀

Diese Fragen machen mich unruhig und unsicher.⠀

Ich dachte, es wäre alles geklärt und gesagt – aber weiß ich das wirklich?⠀

Wenn ich jetzt könnte, würde ich noch einmal dieses sagen oder jenes tun – und ganz bestimmt vieles lassen, von dem was ich alles tat und sagte.⠀

Jetzt ist es zu spät und nicht mehr zu ändern.⠀

Zu spät auch für ehrliche Antworten auf meine Fragen.⠀

Erst recht für die Chance um Verzeihung zu bitten.⠀

Allmächtiger und gütiger Gott, du weißt das alles ohne Ausnahme, denn du kanntest sie und du kennst mich.⠀

Du schautest in ihr Herz und du schaust in meins.⠀

Ich bitte dich: ⠀

Sei mir gnädig und verzeih mir für alles was nicht gut war.⠀

Hilf mir auch in der Zukunft den klaren Blick für die Anderen,⠀

die in meiner Nähe und in der Ferne niemals zu verlieren.⠀

Dann komme ich vielleicht mit mir ins Reine und kann Frieden finden.⠀

Amen⠀ 


Wochengebet 12.11.-19.11.2021 

Volkstrauertag  ---  Buß- und Bettag  ---  Stuttgarter Schuldbekenntnis

Erklärung des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland gegenüber den Vertretern des Ökumenischen Rates der Kirchen

„Der Rat der Evangel. Kirche in Deutschland begrüßt bei seiner Sitzung am 18./19. Okt. 1945 in Stuttgart Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen.

Wir sind für diesen Besuch um so dankbarer, als wir uns mit unserem Volk nicht nur in einer großen Gemeinschaft der Leiden wissen, sondern auch in einer Solidarität der Schuld. Mit großem Schmerz sagen wir: Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.

Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. Gegründet auf die Heilige Schrift, mit ganzem Ernst ausgerichtet auf den alleinigen Herrn der Kirche gehen sie daran, sich von glaubensfremden Einflüssen zu reinigen und sich selber zu ordnen. Wir hoffen zu dem Gott der Gnade und Barmherzigkeit, dass er unsere Kirchen als sein Werkzeug brauchen und ihnen Vollmacht geben wird, sein Wort zu verkündigen und seinem Willen Gehorsam zu schaffen bei uns selbst und bei unserem ganzen Volk.

Dass wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit tiefer Freude.

Wir hoffen zu Gott, dass durch den gemeinsamen Dienst der Kirchen, dem Geist der Gewalt und der Vergeltung, der heute von neuem mächtig werden will, in aller Welt gesteuert werde und der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann.

So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht: Veni creator spiritus!“

Stuttgart, den 18./19. Okt. 1945


Wochengebet 05.11.-12.11.2021 

 

Die Sehnsucht nach Erneuerung prägt den Drittletzten Sonntag des Kirchenjahres. Woran erkennen wir, dass Gottes Reich angebrochen ist? Wann wird endlich Frieden sein? „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen“, heißt es im Wochenspruch. Die Erneuerung beginnt schon jetzt – und steht noch aus. Deshalb habe ich für diese Woche ein Gebet von Harald Rohr ausgesucht.

 

Als Jesus Mensch wurde,
 hast Du der Schöpfung von neuem
 Dein Jawort gegeben: 
 „Friede auf Erden“;
 Friede nicht in ferner Zukunft, 
 nicht in einem unbekannten Himmel 
 oder der verschlossenen Kammer unseres Herzens, 
 sondern mit Händen zu greifen 
 wie das tägliche Brot.
 
 Wir danken Dir für alle Menschen, 
 denen das Evangelium Deines Friedens 
 zum persönlichen Ansporn, zur Inspiration, 
 zur Kraftquelle geworden ist bei ihrem Friedensdienst 
 auf den militärischen, sozialen und ökologischen Kriegsschauplätzen 
 unserer Tage.
 
 Wir danken Dir auch für alle Menschen des Friedens, 
 zu denen Du in anderen Sprachen sprichst,
 als durch die Botschaft und die Traditionen unseres Glaubens.
 
 Keines unserer Gebete 
 kann alle Orte, Schicksale und Taten beim Namen nennen, 
 die heute dem Wort „Krieg“ seine schreckliche Bedeutung geben.
 Aber Du bist der Gott,
 der sich niemals resigniert und überfordert abwendet, 
 wenn Mensch oder Tier aufschreien
 als willkürliche und hilflose Opfer des Krieges.
 
 Gib unserer Zeit Deinen Frieden, 
 höher als unsere Vernunft, 
 so wie wir ihn fassen können: 
 als Mut zum ersten Schritt,
 als Kraft gegen den Strom zu schwimmen, 
 als Weitblick, hinaus über die Enge eigener Interessen, 
 als Mitleid, das zur Tat wird, 
 als Sinn für Gerechtigkeit,
 als die Freiheit, ohne den Schutz von Waffen zu leben, 
 damit Dein Wort des Friedens seine Frucht bringt, 
 hier und heute.
 
 

Harald Rohr war Pfarrer in Herne, Begründer des Dritte Welt Zentrums Herne und ein weltweit bekannter engagierter Mensch für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt. 


Wochengebet 31.10.-07.11.2021 

 

„Ausrichten auf Gottes Liebe“ 

 

Liebe Gemeinde, 

es wird November – in jeder Hinsicht ein trauriger Monat. Bis zu seinem Ende werden die Bäume und Sträucher weitestgehend entlaubt sein. Grau sieht es dann draußen aus, farblos. Und in diesen Monat fallen unsere traurigen Gedenktage: die Reichsprogromnacht mit dem Gedenken an die jüdischen Opfer der Hitlerdiktatur, der Volkstrauertag mit dem Gedenken an die Gefallenen der Kriege, der Ewigkeitssonntag mit seinem Gedenken an die Verstorbenen des Kirchenjahres. Hier und da sind in den Städten erste Lichter in der dunklen Jahreszeit zu sehen, farbig oder dann auch schon weihnachtlich. Und, wenn sie denn erlaubt sind, Martinszüge mit den vielen leuchtenden Laternen. 

Der November – ein Monat, in dem wir warten, dass in der traurigen und farblosen Zeit Kerzen und Lichter leuchten, um die Dunkelheit draußen und drinnen zu vertreiben. Ein Warten darauf, dass Advent wird und wir die Liebe Gottes aufleuchten sehen. 

Der Herr aber richte eure Herzen aus auf die Liebe Gottes 

und auf das Warten auf Christus. (2. Thessalonicher 3,5) 

Der Monatsspruch für November weist schon hin auf das Licht, das an den letzten Tagen des Monats aufleuchtet: Wir warten auf Christus. 

Die geschehenen Gewalttaten und Gräuel – wir warten auf Christus, der uns Menschen und unsere ganze Welt verwandelt. Das Sterben – wir warten auf Christus, dass wir ihm begegnen werden und er uns und unsere Lieben am Ende der Tage mit offenen Armen empfängt. Wir warten auf Christus – in unserer Traurigkeit hoffen wir auf ihn und seinen Trost. Wir warten auf Christus – und entzünden Kerzen im Advent, zum Zeichen, dass Gottes Licht und seine Liebe uns erreichen wird. 

Aber bis zum Advent und darüberhinaus gilt es, sich daran festzuhalten: Gottes Liebe ist da, in allem Grau und allem Schmerz. Und wenn es mir gelingt, diese Gewissheit im Herzen zu halten, darauf zu vertrauen und darauf zu hoffen, mein Herz wie eine Kompassnadel ausrichte auf Gott und seine Liebe – dann wird auch diese Zeit eine segensreiche werden. Wohin ich meinen Blick richte, ist entscheidend, wie ich die kommenden Tage verbringe: Blicke ich auf das Grau und das Traurige – oder auf Gott und seine Liebe? 


Wochengebet 24.10.-31.10.2021 

Großer Gott.

Deine Kirche ist 2000 Jahre alt.

Die Reformation auch schon wieder über 500 Jahre.

 

Damit ist manches in unseren Kirchen alt geworden.

Viele jüngere Menschen sagen, dass sie die Kirche nicht mehr verstehen.

Nicht in Wort und nicht in Tat und nicht in ihrer Zielsetzung.

Für sie ist die Kirche altmodisch und rückgerichtet.

Für sie ist die Kirche langweilig und nicht bunt.

Darum bitten wir dich: Mach uns frei, dass wir uns von den Fesseln lösen, die uns binden.

 

Viele ältere Menschen sagen, dass sie sich ärgern über die Kirche.

Sie bemängeln, dass sie zu politisch ist, zu allem eine Meinung und eine Mahnung hat.

Sie sagen, die Kirche solle sich lieber um die Menschen kümmern.

Manche kehren daher ihrer Kirche den Rücken, bleiben fern oder treten sogar aus.

Darum bitten wir dich: Gib uns die richtigen Worte, auch die zu erreichen, die sich ungehört fühlen.

 

Viele engagierte Menschen fragen in diesen Tagen, was die Kirche mache für den Frieden, das Klima und die Weltgerechtigkeit. 

Sie müsste vielmehr mahnen, viel mehr machen, viel mehr vorleben und viel lauter werden.

Sie sollte ihre Kraft darin verwenden, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Und sie sollte nicht aufhören für die Entscheider eine unbequeme Partnerin zu sein.

Darum bitten wir dich: Gib uns den Mut und die richtigen Pläne, den Rädern der schlechten Entwicklungen in die Speichen zu greifen.

 

Und du Gott, du stellst uns die Frage.

Wo sind bei Euch die Menschen, die auf mein Wort hören?

Gleichzeitig lädst du sie alle ein, in deinem Haus, der Kirche und der Stadt mitzuarbeiten.

Du möchtest, dass wir miteinander ringen um das richtige Wort, die angemessene Tat und den befreienden Weg in die Zukunft. 

Du möchtest eine Kirche, die sich immer wieder verändert und erneuert als ein Zuhause für Viele.

Du möchtest, dass wir die Kirche immer wieder verändern, denn wer will, dass sie so bleibt, der will, dass sie nicht bleibt. 

Wir bitten dich: Mach vor allem uns neu, dass deine Kirche neu werde.

Amen


Wochengebet 17.10.-23.10.2021 

  

Ein Mann säte Korn. Jeden Tag ging er hinaus, um zu sehen, ob es schon wächst. Aber weil er so lange gar nichts sah, war er sehr betrübt, dass sein Korn nicht recht wachsen wollte. Eines Tages endlich entdeckte er kleine grüne Halme, die Saat war aufgegangen. Fröhlich ging er nach Hause. Aber am nächsten Tag hatte sich gar nichts verändert, die Halme waren immer noch klein, sehr klein. 

 

Da dachte er: „Ich muss meinem Korn helfen, dass es wächst!“ Er versuchte daher, die Halme selbst in die Höhe zu ziehen. Eine anstrengende Arbeit war es. 

 

Nach dieser Arbeit kam er ganz müde nach Hause und sagte zu seinen Leuten: „Ich bin sehr müde, ich habe meinem Korn geholfen zu wachsen.“ 

Am nächsten Tag war er ganz gespannt, ob seine Hilfe etwas genutzt hatte. Aber als er am Feld ankam, sah er die Bescherung: Alle Halme lagen vertrocknet am Boden, in seiner Ungeduld hatte er alle Halme aus dem Boden herausgezogen, und nun waren sie vertrocknet. 

 

Es würde keine Ernte geben, nur weil er so ungeduldig gewesen war. 

                                      (erzählt von Helmut Siegel in „Werkstatt spezial“) 

 

 

Es heißt: „Als Gott die Zeit gemacht hat, da hat er genug davon gemacht.“ 

Auch genug Wartezeit. Gut, dass Gott uns auch dazu genug Zeit schenkt. 

Denn es heißt auch: „Gott hat uns nicht die Eile geschenkt, sondern die Zeit.“ 

Das ist ein gutes Geschenk von Gott:  Die Zeit und die Geduld. 

Geben wir diesem Geschenk Gottes die Wertschätzung, die es braucht und verdient, Gott zur Ehre und uns und unserem Mitmenschen zum Wohle. 

 

 

Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, 

doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: 

der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf 

und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. 

 

Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, 

drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn! 

(EG 508,1) 

 


Wochengebet 10.10.-16.10.2021 

 Herr, mein Gott, danke für einen weiteren Tag und für eine neue Woche, die beginnt.
 Möge sie gesegnet sein in ihren Herausforderungen und Aufgabenstellungen.
 Danke, dass du mir die Gnade schenkst, gesund und lebendig in den Tag zu gehen.
 Ich möchte diese Woche in Deine Hände geben.
 Segne meine Begegnungen mit anderen Menschen. 
 Ich bitte dich, lass mich deine Gegenwart erfahren, denn du bist das Leben. 
 Du geschiehst in jedem Augenblick meines Erlebens.
 Du geschiehst in jedem Kontakt den ich eingehe.
 Umhülle mich Vater und stärke mich.

Mein Vater, ich bitte dich, das Leben meiner Familie und meiner Freunde zu schützen.
 Ich bitte  dich, das Leben der Menschen unserer Stadt zu bewahren und zu behüten.
 Lass deine Gegenwart in diese Welt hinein wirken, die so sehr der Erlösung bedarf.
 Lass mich aufmerksam werden, und tätig, wenn ich meinen Teil zu einem neuen Himmel und einer neuen Erde beitragen kann.

Herr, mein Gott, du hast mich in diese Welt gestellt.
 In ihr muss ich die Zeit zu bestehen.
 Ich freue mich an deiner Gegenwart und weiß mich in deiner Hand geborgen.
 Was das Leben auch bringen mag, sei es Segen oder Trübsal.
 Du bist bei mir und mit mir. 
 Darauf will ich vertrauen. 
 Das will ich mir bewusst machen.
 Deine Gegenwart ist jeden Tag in jeder Begegnung neu erfahrbar.
 Amen 


Wochengebet 02.10.-09.10.2021 

 „Ein fröhliches Herz zum Erntedankfest“ 

 

Liebe Gemeinde, 

der goldene Herbst kommt, und die Blätter färben sich allmählich und fallen von den Bäumen. Die Felder sind – bis auf Mais – abgeerntet. Sonnenblumen und Kürbisse schmücken unsere Wohnungen und Gärten und bringen uns dann täglich mit ihren leuchtenden Farben in Erinnerung, was Gott uns Gutes geschenkt hat – wofür wir auch zu danken haben. 

Auch unsere Kirchen werden am Sonntag, dem Erntedanktag, wieder zu einer Augenweide werden: Bunt und geschmückt sind sie und zeigen in vielfältiger Weise, wie wunderbar Gott alles gemacht hat. 

Da geht uns das Herz auf. Da leuchten die Augen. Wir können nur staunen. 

 

Ein fröhliches Herz und ein fröhliches Gesicht, das gehört zusammen – das Buch der Sprüche gibt uns quasi ein Sprichwort mit für das Erntedankfest: 

Ein fröhliches Herz macht ein fröhliches Angesicht; 

aber wenn das Herz bekümmert ist, entfällt auch der Mut. (Sprüche 15,13 ) 

 

Ich freue mich auf diesen Sonntag und die vielen fröhlichen Gesichter, die auf ein frohes Herz schließen lassen: So viel Freude, dass wir von Gott alles haben, was wir zum Leben brauchen! Welch ein Wunder! Wir stimmen ein in Gottes Lob und danken ihm. Und wie schön wäre es, wenn wir an jedem gewöhnlichen Tag uns dies bewusst machen und wir immer in fröhliche Gesichter von Men-schen sehen könnten – das ist ansteckend, und wir werden selbst fröhlicher. 

 

Am Erntedankfest denken wir aber auch an die, deren Herz bekümmert ist, weil sie nicht haben: nicht genug zu essen, nicht genug Menschen, die für sie da sind…Dieses bekümmerte Herz spiegelt sich auch in ihrem Gesicht: Mutlos sieht es aus, und es fehlt die Kraft zum Leben. 

Deshalb geben wir am Erntedankfest immer etwas für Menschen, die bekümmert sind und eher am Rand stehen. Wie immer sammeln wir am Sonntag haltbare Lebensmittel und Geldspenden für das Regenbogenhaus, die Obdachlosenarbeit in Horst. Und wir sammeln jetzt schon Geld, um Adventstüten für bedürftige Familien zu packen. Sorgen wir dafür, dass viele Menschen ein fröhliches Herz und ein fröhliches Angesicht bekommen und Gott danken können, der auch für sie sorgt. 


Wochengebet 24.09.-01.10.2021 

„Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“                          (1. Johannes 5,4)

 

Friede in der Welt

 

Dies ist der Rat für jene, 

die das Gute tun und den Weg des Friedens gehen:

 

Niemand soll Böses wünschen und die anderen mit Hassgefühlen betrachten. 

 Niemand soll andere ausnützen oder unterdrücken, demütigen oder verleumden. 

 Niemand soll die anderen betrügen oder verachten oder auch etwas nachtragen.

 

Bruder, laufe nicht dem leeren Schein nach und verfolge nicht den weltlichen Erfolg. 

 

 Befreie dich von den Leidenschaften, die verblenden und zerstören, aber pflege die Leidenschaft für das Gute, das Wahre und das Rechte.

 

  Nimm teil an der Freude und an den Leiden der anderen, als ob sie deine wären und schenke allen Glück und Sicherheit. 

 

Versuche immer ein reines Herz zu haben und sei gerecht vor Gott und den Menschen.

 

Das Leben entspringt aus der Wahrheit, soll sich zur Wahrheit hinwenden und mündet in die Wahrheit.

 

Unterschrieben von: Die Katholische, Islamische, Jüdische und Buddhistische Gemeinschaft vom Trentino-Südtirol


Wochengebet 17.09.-24.09.2021 

  Allmächtiger Gott,

 

in gefährlichen und bedrohlichen Zeiten schenkst du uns die Einsicht und den Mut,

zu dir zu kommen mit unseren Sorgen, für uns und für die ganze Welt.

Nachrichten vermitteln uns Tag für Tag, dass die Welt an einer Schwelle steht,

wir vergiften die Schöpfung und verändern das Klima,

wir beuten die Schätze der Welt aus und bedrohen uns dabei gegenseitig.

Die Luft zum Atmen, das Wasser zum Trinken, die Dinge, die wir essen – 

das alles ist gefährdet.

Voller Sorge wenden wir uns an dich und suchen deine schützende Nähe.

Statt im Frieden miteinander zu leben, suchen wir unseren Vorteil.

Oft merken wir erst, wenn es zu spät ist, 

dass nur, wer mit dir sein Haus gebaut hat und die Zukunft baut,

nicht auf Sand gebaut hat.

Öffne weiterhin immer wieder neu unser Herz für die Not anderer Menschen.

Die in unserer Nähe und die fern von uns in der Welt.

Befreie uns von dem Egoismus, der sich nur selbst verwirklicht, aber in Wahrheit nur schadet.

Sei uns Nahe Gott und schenke uns Weisheit und Einsicht,

dass weniger auch ein Mehr bedeutet, für mich und für Andere.


Amen


Wochengebet 10.09.-17.09.2021 

Diese Woche habe ich ein Gebet ausgesucht das gewöhnlich Oscar Arnulfo Romero zugeschrieben wird, jedoch erstmalig von Kardinal John Dearden gesprochen wurde: Ein Gebt für alle, die sich aktiv für eine bessere Welt, für die Verwirklichung des Reiches Gottes auf dieser Erde engagieren. 


 Ab und zu hilft es uns, einen Schritt zurückzutreten 
 und aus der Ferne zu schauen. 
 Das Reich liegt nicht nur jenseits unserer Bemühungen, 
 sondern auch jenseits unserer Horizonte. 
 In unserem Leben gelingt es uns nur, einen kleinen Teil zu vollbringen von jenem wunderbaren Unterfangen, das das Werk Gottes ist. 
 Nichts von dem, was wir tun, ist vollständig. 
 Das besagt, dass das Reich weit über uns selbst hinausgeht. 
 Keine Aussage drückt all das aus, was gesagt werden kann. 
 Kein Gebet gibt den Glauben vollständig wieder. 
 Kein Credo führt zur Vollkommenheit. 
 Kein Pastoralbesuch bringt alle Lösungen mit sich. 
 Kein Programm erfüllt voll und ganz die Sendung der Kirche. 
 Keine Zielsetzung erreicht ihre vollständige Verwirklichung. 
 Es geht um dies: 
 Wir streuen Samen aus, die eines Tages aufgehen werden. 
 Wir begießen bereits ausgesäte Samen 
 und wissen, dass andere sie pflegen werden. 
 Wir legen den Grund für etwas, das sich entwickeln wird. 
 Wir bringen den Sauerteig ein, der unsere Fähigkeiten vervielfachen 
 wird. 
 Wir können nicht alles tun, 
 doch es zu beginnen schenkt ein Gefühl der Befreiung. 
 Es gibt uns die Kraft, etwas zu tun, und es gut zu tun. 
 Es kann unvollendet bleiben, doch es ist ein Anfang, ein Schritt auf 
 einem Weg. 
 Eine Chance, dass die Gnade Gottes eintritt 
 und den Rest tut. 
 Mag sein, dass wir nie seine Vollendung sehen, 
 doch das ist der Unterschied zwischen dem Baumeister und dem 
 Handlanger. 
 Wir sind Handlanger, nicht Baumeister, 
 Diener, nicht Messias. 
 Wir sind Propheten einer Zukunft, 

die uns nicht gehört. 


Wochengebet 03.09.-10.09.2021 

  

Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen    denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.                                        Prüft aber alles und das Gute behaltet.                                                             (1. Thessalonicher 16-21) 

 

Welch Aufforderungen und Wünsche zugleich schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki.                                                            Welch Aufforderungen und Wünsche sind das an uns heute.                        Und was gehört da nicht zusammen:  fröhlich sein,  beten und dankbar sein. 

Mögen auch wir trotz aller Sorgen, Bedrängnisse und Unsicherheiten      das Fröhlich Sein nicht verlieren oder wieder neu lernen.                              Fröhlich sein kann ja geradezu befreiend wirken.                                            Und das ist der Wille Gottes in Jesus Christus.                                                  Im Gebet finden wir Gewissheit für unser Leben und für unseren Glauben.            
Die Dankbarkeit zeigt, dass wir uns von Gott her verstehen.                         Alles, was wir sind und haben, kommt von Gott her. 

 

Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan.
Bedenke, in Jesus vergibt er dir gern, du darfst ihm, so wie du bist, nahn.
 

Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, viel mehr als ein Vater es kann.                       
Er warf unsre Sünden ins äußerste Meer, kommt, betet den Ewigen an.
 

Im Danken kommt Neuers ins Leben hinein, ein Wünschen, das nie du gekannt, dass jeder wie du Gotte Kind möchte sein, vom Vater zum Erben ernannt.   

Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, viel mehr als ein Vater es kann.                       
Er warf unsre Sünden ins äußerste Meer, kommt, betet den Ewigen an.
 


Wochengebet 28.08.-03.09.2021 

Diese Woche habe ich ein Gebet von Dom Helder Camara (1909 - 1999) gewählt.
 Ein Gebet, eine Meditation zum Nachdenken, die uns herausfordert, Widerspruch hervorbringt und doch voller spiritueller Weisheit ist.

Sag ja zu den Überraschungen,
 die deine Pläne durchkreuzen,
 deine Träume zunichtemachen,
 deinem Tag eine ganz andere Richtung geben –
 ja vielleicht deinem Leben.
 Sie sind nicht Zufall.
 
 Lass dem himmlischen Vater die Freiheit, deine Tage zu bestimmen.

 
aus: Helder Camara, Mach aus mir einen Regenbogen, Zürich 1981
 
Dom Helder Camara war einer der bekanntesten und beeindruckendsten Christen des letzten Jahrhunderts. Er war Bischof in Rio de Janeiro und von Recife in Brasilien, setzte sich sein Leben lang für die Armen und Benachteiligten ein und war ein wichtiger Motor für das zweite vatikanische Konzil, das die „Option für die Armen“ zu einer weltweiten Bewegung werden ließ. Er legte sich mit den Mächtigen dieser Welt an und setzte sich unentwegt für Gerechtigkeit  und faire Verhältnisse ein. Er tauschte als erster Bischof seinen Palast mit einer schlichten Wohnung. Berühmte Zitate von ihm sind: 

„Wenn ich den Armen zu essen gebe, nennen sie mich einen Heiligen. Wenn ich frage, warum die Armen kein Essen haben, nennen sie mich einen Kommunisten“ Es ging ihm also nicht um Almosen für die Armen, sondern um Veränderung, um Strukturen für eine gerechte Welt.

„Ich ziehe eine verfolgte Kirche einer Kirche der Kompromisse tausendmal vor.“ (Dom Helder Camara)

 

Sein berühmtester Satz ist vielleicht dieser:
 „Wenn einer allein träumt, bleibt es ein Traum. Träumen wir aber alle gemeinsam, wird es Wirklichkeit.“

 

Dazu gilt es wohl wie in dem zitierten Gebet anklingt, sich offen zu halten für das, was mir begegnet. 


Wochengebet 21.08.-28.08.2021 

 „Sei mir eine feste Burg“


Liebe Gemeinde, vielleicht haben Sie diesen Sommer genutzt, um schöne Ausflüge zu machen oder Urlaub in Landschaften, die Sie vorher noch nicht kannten. Immer wieder gern besucht sind Orte, in denen eine Burg zu sehen ist. Diese Mauern aus vergangenen Jahrhunderten vermitteln ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Wenn wir durch die Tore eintreten, können wir uns vorstellen, wie es den Menschen damals ging: Wer die Burg erreicht hatte und die Tore dann geschlossen waren, der brauchte sich vor Überfällen und Feinden nicht zu fürchten.

In den Psalmen der Bibel ist die Burg eine Beschreibung für Gott. Der Beter hofft auf Schutz, Rettung und Hilfe und bittet:

Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir hilfst! (Psalm 31,3)

Gott, unsere Burg, unser starker Helfer – wenn wir Bedrohungen erleben, wenn Menschen uns Böses wollen, wenn wir Schweres zu tragen haben, was uns den Boden unter unseren Füßen wegziehen kann, dann können wir wie der Beter uns an Gott wenden und darauf vertrauen: Gott ist wie ein Fels, wie eine Mauer um uns herum und schützt uns. Auf ihn können wir uns verlassen. 

 

Liebe Gemeinde, in diesen Tagen werden wir erneut erschüttert von Bildern, dieses Mal nicht aus unserem eigenen Land, sondern aus Kabul. Bilder, die verzweifelte Menschen zeigen, die sich an Flugzeuge hängen, die einfach nur wegwollen.  Menschen, die einen Zufluchtsort suchen, eine feste Burg, die sie schützt. Wir hören von Soldaten, die unter Gefahr für Leib und Leben versuchen, noch Menschen aus dem Land zu bringen. Wir hier können Gott darum bitten, dass er diesen Menschen Zuflucht, Fels und Burg ist, dass er sie schützt und möglichst viele Leben rettet. 

Und so wie Gott eine Burg ist für uns Menschen, so können auch wir eine Burg sein für die, die um ihr Leben fürchten. Machen wir unsere Herzen und die Tore unserer Burgen, unserer Landesgrenzen, auf für die, die um ihr Leben bangen. Ohne Angst vor Flüchtlingswellen, sondern mit Empathie für Menschen in Gefahr. Wir können ihnen Schutz geben, eine Burg für sie sein.

Besuchen Sie einmal wieder eine Burg und erleben sie dieses Gefühl, geborgen und beschützt zu sein. Dann werden wir dankbar, dass wir in einem Land voller Frieden und Freiheit leben. Vielleicht denken Sie dann auch an Gott: so ist er auch für Sie! Darüber kann man wirklich froh werden.  Ein gutes Gefühl, das wir auch anderen geben können. 


Wochengebet 13.08.-20.08.2021 

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt                                                    und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,                                    der spricht zu dem Herrn:                                                                              Meine Zuversicht und meine Burg,                                                              mein Gott, auf den ich hoffe.                                                                            (Psalm 91,1-2)

Wenn es feste regnet, sind wir froh, wenn wir einen Regenschirm aufspannen können. Der Schirm schützt uns erst einmal vor dem Regen und wir werden nicht gleich nass.

Im Sommer gibt es zum Glück auch die großen Schirme. Da passt nicht nur eine Person drunter, sondern mehrere.  Der Sonnenschirm schützt uns vor der Sonne,  damit uns nicht allzu warm wird und wir nicht schwitzen.  Oder wenn wir lange darunter sitzen, bekommen wir keinen Sonnenbrand.

Unter einem Schirm fühlen wir uns geschützt und geborgen.  Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen.  Wir können zuversichtlich unsere Wege gehen oder uns mit anderen treffen.

Diese Zuversicht mögen in dieser Woche auch all die vielen Schülerinnen und Schüler erfahren, die ihren allerersten Schultag oder den ersten Schultag auf einer weiterführenden Schule haben.  Das ist für Kinder wie für Eltern oft schon aufregend genug. Es beginnt ein neuer Lebensabschnitt, Vertrautes ist bereits verlassen worden, Neues gilt es zu erobern:  Ein neues Schulgebäude, Lehrer und Lehrerinnen, neue Freunde und Freundinnen.  In diesem Jahr beginnt diese Zeit immer noch unter dem Vorzeichen der Pandemie und deren vierten Welle.  Wie viel Unsicherheit, Sorgen und Ängste mögen da mitgehen.

Da ist es gut, zu wissen und sich im Schulgottesdienst zu vergewissern:  Gott hält seine schützende Hand über alle Kinder.  Indem er sie segnet, --  also seine Nähe und Begleitung zuspricht, --  zeigt er, dass er will, dass es den Schülerinnen und Schülern gut geht.  Ihm können sie vertrauen und zuversichtlich nach vorne schauen.

Denn Gott hat seinen Engeln befohlen,                                                          dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,                                          dass sie dich auf Händen tragen                                                                      und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.                                        (Psalm 91,11-12)


Wochengebet 08.08.-14.08.2021 

 Herr Jesus Christus. 

Wir müssen dir bekennen: 

Wir tragen manchen Menschen, 

die an uns schuldig wurden, ihre Schuld nach. 

Tag für Tag , 

Jahr für Jahr. 

Manchmal ein ganzes Leben. 

Wir wollen ihnen nicht vergeben, 

wir wollen ihnen nicht vergessen, 

was sie uns angetan haben. 

 

Berge von Schuldvorwürfen 

häufen wir auf, 

zwischen uns und diesen Menschen, 

dass wir sie darüber 

bald gar nicht mehr zu Gesicht bekommen. 

 

Herr Jesus Christus, 

lass uns vor dir erkennen, 

dass wir auch an dir schuldig werden, 

wenn wir dich um Vergebung unserer Schuld bitten, 

Anderen aber die Vergebung ihrer Schuld 

schuldig bleiben. 

Leite unser Herz zur Umkehr, 

damit wir das Geschenk der Vergebung, 

dass wir durch dich empfangen, 

an Andere weiterreichen. 

 

So lass uns auch denen vergeben können, 

die nicht so sind, 

wie wir sie haben möchten. 

Und hilf uns zu erkennen, 

dass uns auch mit unserem größten Widersacher 

noch verbindet, 

dass wir beide 

von deiner Vergebung leben. Amen. 


Wochengebet 01.08.-07.08.2021 

Aus dem evangelischem Gesangbuch Nr.995

 

Gott, segne mich,
 wenn ich trinke.
 Auch wenn ich mitschuldig bin,
 wenn frisches Wasser rar wird
 und grüne Auen verrotten,
 so bleibt mir doch dein Wort,
 das wie lebensspendendes Wasser
 die Seele erquickt.

Gott, segne mich,
 wenn ich gehe.
 Auch wenn die Straßen meiner Zeit
 mich durch finstere Täler führen,
 auch wenn meine Wege
 nicht meine Wege bleiben und sich
 in einer ungewissen Zukunft verlieren,
 so ist doch deine Gegenwart
 stets meine Zukunft,
 die mich in der Angst tröstet.

Gott, segne mich,
 wenn ich esse, was der Markt bietet.
 Auch wenn ich an bereiteten Tischen sitze
 im Angesicht der Hungernden,
 auch wenn mir voll eingeschenkt wird
 und ich mein Haupt hoch tragen kann,
 so brauche ich dennoch
 deinen Stecken und Stab,
 um nicht übermütig zu werden,


um Gutes zu tun
 und barmherzig zu bleiben
 unter deinem Segen.


Wochengebet 25.07.-01.08.2021 

„Lieben mit der Tat und mit der Wahrheit“

 

Liebe Gemeinde, noch sind wir erschüttert von den Bildern des Hochwassers, der großen Zerstörung, die in etlichen Städten und Dörfern geschehen ist, obwohl nur kleine unscheinbare Bäche hindurchflossen. Und mehr noch erschüttert sind wir von dem Leid, von Menschen, die gestorben sind, und von denen, die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. Schon die Vorstellung davon lässt uns erschauern. 

In solchen Tagen kommt es darauf an: dass Hilfe kommt, ganz praktisch und konkret. Dass Menschen sich denen an die Seite stellen, die vor den Trümmern ihres Lebens stehen. 

Nächstenliebe ist ein wichtiges Kennzeichen christlichen Glaubens. Wer Gott liebt, liebt auch den Nächsten. Johannes ist es wichtig, dass dies nicht nur mit vollmundigen Versprechen und schönen Worten geschieht. Er sagt:

Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge,
sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.
(1.  Joh. 3.18 – Tageslosung für den 25.7.)

Gott sei Dank, nicht nur die Profis waren zur Stelle, sondern da kamen auch Fremde, die mitschaufelten, mit anpackten, Essen zur Verfügung stellten, einfach da waren – Liebe mit der Tat. Auch wir können Nächstenliebe zeigen und z.B. finanziell unsere Hilfe anbieten – da zählt jeder Cent – ob es die großen Hilfswerke wie unsere Diakonie-Katastrophenhilfe sind oder ob – wie wir es in Gottesdiensten tun – unsere Unterstützung einer Gemeinde wie Hohenlimburg gilt, für ihre Hilfe, die sie vor Ort organisiert – alles ist Liebe mit der Tat.

Und die Wahrheit muss dazu kommen. Sie gehört zur Liebe dazu. Sich dem stellen, dass wir zu lange weggeschaut haben, als schon vor 25 Jahren Wissenschaftler vor dem Klimawandel warnten, wenn wir unser Leben nicht ändern. Das gehört auch dazu: Sich einzugestehen, dass die Katastrophe nicht zuletzt auch durch unsere Fehler der Vergangenheit passiert ist. Um dann wieder zur Tat zu kommen: die Schöpfung Gottes lieben und endlich etwas ändern. Lasst uns anfangen: Liebe zu Gott, Mensch und Schöpfung in der Tat und in der Wahrheit. 


Wochengebet 10.07.-17.07.2021 

Viele Wochen und Monate haben wir keine Gottesdienste gefeiert.    Viele Wochen und Monate haben wir kein Abendmahl gefeiert.            Viele Wochen und Monate haben wir auf Hochzeiten und Jubiläen,      Konfirmationen und Taufen verzichten müssen und haben sie verschoben.     
Viele Feiern sind im Nachhinein auch ausgefallen.
 

Das hat uns traurig und unruhig gemacht. 

Wir freuen uns, dass wir nun wieder Abendmahl feiern.                          Wir freuen uns, dass Konfirmationen und Hochzeiten wieder stattfinden.
Wir freuen uns, dass wir wieder taufen können.
 

Denn gerade in der Taufe erleben wir Gottes Zuwendung zu uns Menschen.  Wir erfahren dort auch, dass wir zur weltweiten Gemeinde Jesu Christi gehören. 

Dies wird im Taufbefehl Jesu und seine Zusage immer wieder deutlich: 

„Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.                          Darum gehet hin und lehret alle Völker;                                                        Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“        (Matthäus 28,18-20) 

 

Und im Wochenspruch aus Jesaja 43,1 heißt es: 

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst;                                          ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ 

Der Beter in Psalm 139 sagt: 

Du, Gott, verstehst meine Gedanken von ferne.                                          Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.  Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.      Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,      so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Hand mich halten. 


Wochengebet 03.07.-10.07.2021 

Das Versöhnungsgebet der Kathedrale von Coventry
Am 14. November 1940 flog die deutsche Luftwaffe
einen verheerenden Angriff auf die englische Stadt
Coventry. Innenstadt, Industrieanlagen und die
Kathedrale wurden dabei zerstört. 550 Menschen
verloren ihr Leben. Nach dem Krieg entstand hier
die Idee einer völkerweiten Versöhnung.
Der damalige Dompropst Richard Howard ließ bei
den Aufräumarbeiten drei große Zimmermannsnägel
aus dem Dachstuhl der zerstörten Kathedrale, die aus
den Trümmern geborgen wurden, zu einem Kreuz
zusammensetzen. Er ließ außerdem die Worte
„FATHER FORGIVE“ (Vater vergib) in die
Chorwand der Ruine meißeln und aus zwei
verkohlten Holzbalken ein großes Kreuz
zusammensetzen.
Weltweit haben sich seitdem ökumenische
Nagelkreuzgemeinschaften gebildet, die sich für
Frieden und Versöhnung einsetzen. Das Nagelkreuz
wird von der Kathedrale in Coventry überwiegend
an Kirchengemeinden übergeben, um diese in ihrer
Versöhnungs- und Friedensarbeit zu stärken. In
Deutschland zählen wir 63 Orte mit regelmäßigem
Versöhnungsgebet in 49 Städten.
Im Jahre 1959 wurde das Versöhnungsgebet von Coventry formuliert und wird seitdem an jedem
Freitagmittag um 12.00 Uhr im Chorraum der Ruine der alten Kathedrale in Coventry gebetet.
Die deutsche Übersetzung, die seit Oktober 2015 von der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland e. V.
beschlossen ist, lautet:
Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten.
(Römer 3,23)
Darum beten wir:
Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse,
Vater, vergib.
Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr eigen ist,
Vater, vergib.
Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet,
Vater, vergib.
Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der anderen,
Vater, vergib.
Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge,
Vater, vergib.
Die Gier, die Frauen, Männer und Kinder entwürdigt und an Leib und Seele missbraucht,
Vater, vergib.
Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott,
Vater, vergib.
Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen, gleichwie Gott euch vergeben
hat in Jesus Christus. (Epheser 4,32)
AMEN

 


Wochengebet 26.06.-03.07.2021 

24. Juni   Johannistag – Tag der Geburt Johannes des Täufers

Johannes war der Prediger in der Wüste und der Täufer am Fluss Jordan. Er predigte  und rief die Menschen zur Buße, zur Umkehr auf.                    Er taufte mit Wasser zum Zeichen des Reinwaschens und Neubeginns.    Mit Johannes beginnt eine neue Heilszeit,  das Himmelreich bricht an.

 

29. Juni   Tag der Apostel Petrus und Paulus

Zwei Apostel, die wie keine anderen für die Urkirche und Urgemeinde stehen. Zwei Männer, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.      Dennoch oder gerade deshalb sind sie Eckpfeiler des Hauses unserer Kirche. Dennoch oder gerade deshalb sind sie uns Vorläufer unseres Glaubens.

 

Und so bekennen wir mit Worten nach einem Glaubensbekenntnis aus dem Evangelischen Gottesdienstbuch  (S. 642):

Wir glauben an Gott, den Vater.                                                                      Er gab denen, die unter Knechtschaft litten, seine Liebe.                        Er gab denen, die fremd waren im Land, ein Zuhause.                              Er gab denen, die unter die Räuber fielen, seine Hilfe.

Wir glauben an Jesus Christus, Sohn Gottes, unsern Bruder und Erlöser.
Er gab denen, die Hunger hatten, zu essen.                                                  Er gab denen, die im Dunkeln lebten, das Licht.                                          Er gab denen, die im Gefängnis saßen, die Freiheit.

Wir glauben an den Heiligen Geist.
Er gibt denen, die verzweifelt sind, neuen Mut.                                          Er gibt denen, die in der Lüge leben, die Wahrheit.                                    Er gibt denen, die die Schrecken des Todes erfahren,                                die Hoffnung zum Leben.                                                                                    Amen. Das ist wahr.

 


Wochengebet 20.06.-27.06.2021 

Dorothee Sölle schrieb 1969 in der theologischen Auseindersetzung mit der 1968er Bewegung ein Gebet, das meiner Meinung nach bis heute aktuell geblieben ist. Diesen Text/Gebet möchte ich Ihnen diese Woche mit auf den Weg geben.

 

Antwort auf die frage der linken freunde warum wir beten

Weil es uns um die brüderlichkeit geht
 aller
 nicht nur der christen oder einer anderen gruppe
 aller
 auch derer die nach uns leben werden
 in unseren städten mit unserem wasser
 von uns erzogen bis ins dritte und vierte glied
 aller
 der toten die vor uns gelebt haben
 deren träume wir verraten haben
 die träume von 1789 und die von 1917
 weil es uns um die brüder geht
             darum sagen wir manchmal
             VATER UNSER
 weil unsere aufgabe unendlich ist
 und unsere sehnsucht nicht kleiner wird im lauf des lebens
 weil christus nicht der trank für uns ist
 sondern der der unsern durst verstärkt
             darum sagen wir manchmal
             DER DU BIST IM HIMMEL
 weil wir an orten leben
 wo menschen über menschen zu sagen haben
 in betrieben büros und schulen
 und wissen dass herrschaft die häufigste art ist
 den namen gottes zu beleidigen
             darum sagen wir manchmal
             GEILIGT WERDE DEIN NAME
 weil wir den kreislauf fürchten
 von produktion und konsum und profit
 für den sie uns abrichten wollen
           darum sagen wir manchmal
           DEIN WILLE GESCHEHE
 weil wir nicht ohne angst sind auch vor uns selber
 nicht ohne zweifel auch mit uns selber und unserem weg
 nicht ohne ironie auch für unsrere versuche
          darum sagen wir manchmal
          DEIN REICH KOMME
 wir sprechen mit gott
 immer wenn wir uns auf die neue welt konzentrieren
 wir reden vom täglichen brot
     und meinen den knopf der dem gefangenen in der zelle fehlt
     und die niederen zölle für waren aus ärmeren ländern
 wir bekennen unsere schuld
    als eines der reichsten völker der erde
     die voller verhungernder ist    
     als bürger eines geordneten landes
     das voller verzweifelnder ist
 wir vergeben unsern schuldigern
     die uns um das leben betrügen
     indem wir nicht aufhören ihnen bessere vorschläge zu machen
     so ihre würde achtend
 weil wir deutsche sind
 blind von nationalismus und krank an rachsucht
 weil wir ganze länder nicht anerkennen
 und grenzen des friedens nicht wahrhaben wollen
           darum sagen wir manchmal
           UND FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG
 weil wir untertan sind
 und nicht gelernt haben herrschaft zu begrenzen
 und mächtige zu kontrollieren
 und es kaum verstehen unser schicksal mitzubestimmen
 weil wir uns überlassen
 der resignation und dem blinden schmerz
           darum sagen wir manchmal
           SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM ÜBEL
 weil wir glauben brauchen für das reich
 das wir sind und bauen
 und ermutigung für unsere arbeit
 dass wir nicht umsonst entwerfen
           darum sagen wir manchmal
           DEIN IST DAS REICH UND DIE KRAFT
           UND DIE HERRLICHKEIT
 und setzen darauf dass gott sei
 IN EWIGKEIT für uns
 
 
Dorothee Steffensky-Sölle war eine feministische deutsche evangelische Theologin und Dichterin. Als theologische Schriftstellerin und Rednerin war sie weltweit bekannt.
(geb. 30. September 1929 in Köln; † 27. April 2003 in Göppingen)

Sölle gehörte zu den profiliertesten Vertretern eines „anderen Protestantismus“. Sie übte Kritik an der Allmachtsvorstellung über Gott und versuchte in ihren Schriften, alltägliche Lebenserfahrungen – insbesondere des Leidens, der Armut, Benachteiligung und Unterdrückung – mit theologischen Inhalten zu verknüpfen. Politisch war sie in der Friedens-, Frauen- und Umweltbewegung engagiert. 

 


Wochengebet 13.06.-20.06.2021 

Einmal… 

…einmal mit Dir die Welt betrachten, 

in ihrer Fülle, 

mit ihren Möglichkeiten, 

die bekannten Orte aus anderer Perspektive, 

die unbekannten Orte, voller Neugierde und geheimnisvoll. 

 

Einmal… 

…einmal mit Dir über Hürden springen, 

Hürden, die mir bisher zu hoch gewesen sind, 

Hürden, die ich mich nicht traute zu überspringen, 

Hürden, die ich nicht gesehen habe, die mir einen neuen, weiten Weg öffnen. 

 

Einmal… 

…einmal mit Dir zu den Menschen gehen, 

zu denen, die ich schon kenne, und sie neu kennenzulernen, 

zu denen, die ich noch nicht kenne, und die mich bereichern, 

zu denen, die mir nicht aufgefallen sind und festzustellen, wie bunt sie sind. 

 

Einmal… 

…einmal mit Dir in den Spiegel sehen, 

auf mich, wie ich mich noch nicht gesehen habe, 

auf Dich, wie ich dich neu für mich entdecken kann und noch nicht kannte, 

auf andere Menschen in meiner Nähe, die zu mir gehören und mich verändern 

Einmal… 

…einmal mit Dir auf die Zeit schauen, 

die zurückliegt und die mich geprägt hat, 

die ich gerade erlebe und wie ich sie in mein Leben einordne, 

die, die noch vor mir liegt, welchen Weg ich einschlagen soll und wie ich ihn ausfülle. 

 

Einmal mit Dir allmächtiger und gütiger Gott eine Reise durch mein Leben machen und zu sehen, 

wie Du mich trägst, 

wie Du mich anleitest, 

wie Du mich zurechtweist, 

wie Du mich beschützt 

und wie Du mich liebst. 

 

Amen 


Wochengebet 06.06.-12.06.2021 

  „Aufatmen“ 

 

Ich lebe von Erinnerung'n, 

sie bringen mich durch die Nacht
 Geh nochmal alles durch von Anfang an
 Und ich bleibe in der Hoffnung, 

dass die Zeit schon alles richtig macht
 Bis dahin tu ich was ich kann: 

Ich atme ein, ich atme aus
 Ich setze ein Fuß vor den ander'n
 Bis ich alles das, was geschehen ist, kapier
 Ich atme ein, ich atme aus
 Nehme ein Tag nach dem ander'n
 Bis ich endlich weiß, dass du wiederkommst zu mir 

 

Der schon verstorbene Roger Cicero hat dieses wunderbare Lied geschrieben – ein Lied von einer schweren Zeit und wie er damit umgeht.  Einatmen – ausatmen. Eigentlich passiert das ganz automatisch. Das ist ein Reflex. Aber manchmal, wenn es schlimm kommt, dann verschlägt es uns regelrecht den Atem. „Das Atmen nicht vergessen“ sagt uns dann jemand an unserer Seite. Und angesichts der vielen schwierigen Situationen und Änderungen der vergangenen Monate sind wir regelrecht atemlos. 

Das, was Roger Cicero beschreibt, kann ein Rezept sein, um schwere Zeiten durchzuhalten: Einatmen – ausatmen. Ganz bewusst. Ganz tief und lange. Dann wird mir bewusst, dass ich lebe und dass das Leben auch weitergeht, egal, wie es jetzt gerade aussieht. 

Ein- und ausatmen – spüren, dass ich lebe. Auf den ersten Seiten der Bibel, in der Schöpfungsgeschichte, wird beschrieben, wie Gott den noch leblosen Menschen anhaucht, an-atmet, und dem Menschen damit das Leben schenkt.  Jeder meiner Atemzüge trägt etwas vom Atem Gottes in sich. 

Und das lässt mich dann auch auf-atmen – ein tiefer Atemzug mit langem hörbaren Ausatmen und einem Lächeln der Erleichterung und der Freude. So, wie wir das jetzt können. 
Es geht wieder was. 
Das Leben – das volle Leben ist fast zurück. 
Gott sei Dank! 

Ich atme ein – ich atme aus – ich atme auf – und lobe meinen Gott. 

 

Alles, was Atem hat, lobe den Herrn! Halleluja! (Psalm 150,6) 


Wochengebet 28.05.-04.06.2021 

 Ich möchte Ihnen heute ein Morgenritual vorstellen, dass man gut jeden Morgen beten kann. 

Ich habe es als junger Mann durch meinen damaligen Pfarrer kennen und schätzen gelernt. Auf Jugendfreizeiten trafen wir Mitarbeiter uns jeden Morgen vor dem Frühstück zu einer Andacht. Der Ablauf war immer gleich. Zunächst wurde die erste Strophe des Liedes „Er weckt mich alle Morgen“ gesungen. Dann beteten wir gemeinsam Luthers Morgensegen. Es folgte ein kurzes Bibelwort wie die Losungen. Anschließend ein Vater Unser. Und zum Schluss die zweite Strophe des Jochen Klepper Liedes. Vielleicht ist diese schöne Art den Tag zu beginnen ja auch etwas für sie. Wenn sie das Jochen Klepper Lied, „Er weckt mich alle Morgen“ kennen, singen sie dieses gerne als Gebet oder sprechen sie es einfach vor sich hin. 

 

Morgenandacht: 

Liedstrophe 1: 
Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir selbst das Ohr.
Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor,
daß ich mit seinem Worte begrüß’ das neue Licht.
Schon an der Dämmerung Pforte ist er mir nah und spricht. 

Luthers Morgensegen:
Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen
Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle. 
Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. 

(Losung des Tages oder ein anderes Bibelwort) 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen. 

Liedstrophe 2:            
Er spricht wie an dem Tage, da er die Welt erschuf.
Da schweigen Angst und Klage; nichts gilt mehr als sein Ruf!
Das Wort der ewigen Treue, die Gott uns Menschen schwört,
erfahre ich aufs neue, so wie ein Jünger hört. 


Wochengebet 21.05.-28.05.2021 

 Pfingsten   -- Das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes.

Das kleine Fenster mit der  Taube in der Sakristei der Paul- Gerhardt Kirche erinnert immer daran, dass Gott zu Pfingsten in Jerusalem zum ersten Mal den Heiligen Geist zu Jesu Freunden, den Jüngern gesandt hat.

Welch ein Aufbruch, welch ein Anfang, welch ein Geburtstag der Kirche.

Die Scheiben am Paul- Gerhardt Haus erzählen diese Geschichte und stellen sie uns ganz neu dar.  Und so entstand nach der Pfingstpredigt des Petrus die erste christliche Gemeinde in Jerusalem. So heißt in der Apostelgeschichte 2,38,41+42:   „Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes….. und an diesem Tag wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft  und im Brotbrechen und im Gebet.“

Die Taube ist in der christlichen Kirche aber auch zum Symbol des Friedens geworden.  Und so heißt es im Lied von Rüdiger Lüders und Kurt Rommel:

Gib uns Frieden jeden Tag!  Lass uns nicht allein.                                        Du hast uns dein Wort gegeben, stets bei uns zu sein.                              Denn nur du, unser Gott, denn nur du, unser Gott,                                     hast die Menschen in der Hand. Lass uns nicht allein.

Gib uns Freiheit jeden Tag! Lass uns nicht allein.                                        Lass für Frieden uns und Freiheit immer tätig sein.                                   Denn durch dich, unsern Gott, denn durch dich, unsern Gott,                sind wir frei in jedem Land. Lass uns nicht allein.

Gib uns Freude jeden Tag! Lass uns nicht allein.                                          Für die kleinsten Freundlichkeiten lass uns dankbar sein.                        Denn nur du, unser Gott, denn nur du, unser Gott,                                     hast uns alle in der Hand. Lass uns nicht allein.  (EG 425)


Wochengebet 15.05.-21.05.2021 

 Erklärung des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid und des Katholischen Stadtdekanats Gelsenkirchen in Reaktion auf die antisemitische Demonstration am 12. Mai 2021. 

 

Mit Abscheu nehmen wir wahr, dass es in unserer Stadt am 12. Mai 2021 zu antisemitischen Ausschreitungen nahe der Synagoge gekommen ist. Wir erklären: 

1. Wir stehen an der Seite der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen und der jüdischen Mitbürger*innen unserer Stadt. 

 2. Wir stehen an ihrer Seite, weil wir Demokrat*innen sind. Und wir stehen an ihrer Seite, weil wir Christ*innen sind. 

3. Die gestrigen Ausschreitungen waren nicht vom demokratischen Demonstrationsrecht und vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Sie mögen auf die aktuelle Situation im Nahen Osten abgezielt haben. Getroffen hat sie unsere Demokratie. Und sie haben Menschen in ihrer Würde verletzt. 

4.  Die Synagoge und mit ihr die Jüdische Gemeinde sind kein Ort, um gegen die Politik Israels zu demonstrieren. Denn eine Demonstration an diesem Ort identifiziert Jüdinnen und Juden mit dem Staat Israel und seiner Politik. 

5. Die Rufe, die typisch waren für diese Ausschreitungen, lassen hören: Zwischen dem Staat Israel und unseren jüdischen Mitbürger*innen wird nicht unterschieden. Das bedeutet: Diese Ausschreitungen waren nicht anti-israelisch, sondern anti-semitisch.                                                                6. Mit Antisemiten haben wir nichts gemeinsam. Sie sind unsere Gegner. 

In Vertretung                                                                                                                 gez. Superintendent Heiner Montanus                                                                  gez. Stadtdechant Markus Pottbäcker 

 

Treuer Gott, wir bitten um Frieden zwischen Juden, Christen und Muslimen, dass wir bereit sind voneinander zu lernen;  um Frieden für das Land der Verheißung, das dort das Kämpfen und Zerstören ein Ende finde, um Frieden in den Herzen derer, die in unserer Stadt und in der ganzen Welt sich nach Ruhe und Gerechtigkeit, Frieden und Herzlichkeit sehnen. Wir bitten dich um das Wunder, dass die Religionen und Konfessionen gemeinsam für den Frieden  beten und sich einander die Hand reichen.                                                                                (nach Ilka Werner) 


Wochengebet 07.05.-14.05.2021 

Nimm an meine Gedanken, allmächtiger Gott, 

denn ich werde durchgeschüttelt und bin im Zwiespalt 

zwischen den Dingen, die ich will, 

und den Dingen, die ich mache. 

Ich spreche zu dir, doch finde ich kaum die rechten Worte. 

Ich brauche doch so vieles, 

aber womit anfangen? 

Und wenn ich es dir sage, was ich alles brauche 

und was ich nicht brauche, 

warum solltest du es erfüllen Gott? 

Brauchen alle anderen dieses und jenes nicht auch? 

 

Vielleicht finde ich die richtigen Worte, indem ich dir danke Gott. 

Danke für das leben. 

Danke für die Woche. 

Danke für diesen Tag. 

Die Menschen, die ich getroffen habe, 

die ich schon kannte und all die anderen, 

die ich nicht kannte. 

Danke für die Sachen, die mir gelungen sind 

und das, was ich geschafft habe.  

 

Danke für das, was ich habe 

und das ist meist mehr als ich wirklich brauche. 

Und danke für das, was mir nicht widerfahren ist, 

du standest an meiner Seite und hast mich davor bewahrt. 

Danke für die vielen alltäglichen Selbstverständlichkeiten, 

sie sind in der Summe ein riesiger Wunschzettel. 

Danke für die Möglichkeiten, die mir doch immer wieder offen stehen, 

Dinge zu tun und zu lassen, 

Neues auszuprobieren und Altes abzulegen 

 

Wenn ich das Gesagte betrachte, dann habe ich doch noch eine Bitte. 

Allmächtiger und gütiger Gott, 

bleibe auch weiterhin an meiner Seite und halte deine Hände weiter über mich. 

 

Amen 

Gebet zu Coronazeiten

Gemeinsam möchten wir beten!

 

Wir sind nicht allein…

…. mit unseren Sorgen und Ängsten! Wir können Gott alles sagen, zu ihm beten und ihn bitten, uns zu helfen in schweren Zeiten.

 

…. wir können uns zusammenschließen, auch wenn wir nicht zusammenkommen können. 

 

Das Gebet ist eine Brücke, die uns verbindet.

 

Beten wir für Kranke und für Helfende,

für Mut und Durchhaltevermögen,

für uns, unsere Stadt, unser Land, unsere Welt…

 

Wann?

Jeden Tag um 19 Uhr läuten die Glocken unserer Christus-Kirche in Beckhausen und in unserer Paul-Gerhardt-Kirche in Horst.


Jeder ist eingeladen sich zu dieser Zeit  ein Licht ins Fenster zu stellen und zu beten.

 

Jede Woche bereiten wir dazu ein neues Gebet vor. Gerne können Sie jedoch auch in eigenen Worten beten oder das Vater unser sprechen.   

Dieses Gebet Pdf zum ausdrucken    


Wochengebet 30.04.-07.05.2021 

 Die Pandemie und in ihrer Folge die Verhaltensauflagen haben dieser Tage alles im Griff. Die Menschen sind genervt und der Einschränkungen müde. Oder sie sind ängstlich. Mancher vielleicht neidisch auf diejenigen, die schon geimpft sind. Auch Sehnsüchtig nach Normalität, nach Reisen, Feiern, Sportveranstaltungen. Niemand ist davon unberührt. 

Da lässt sich gut das sogenannte Gelassenheitsgebet beten. Möge es uns durch den Alltag tragen. 

 

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
   den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
   und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
   Einen Tag nach dem anderen zu leben,
   einen Moment nach dem anderen zu genießen.
   Entbehrung als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren.
   Diese sündige Welt anzunehmen, wie Jesus es tat,
   und nicht so, wie ich sie gern hätte.
   Zu vertrauen, dass Du alles richtig machen wirst,
   wenn ich mich Deinem Willen hingebe,
   sodass ich in diesem Leben ziemlich glücklich sein möge
   und im nächsten für immer überglücklich.
   Amen.
 

 

Die Urheberschaft und Verbreitungsgeschichte des Gelassenheitsgebets sind umstritten. Vermutlich hat Reinhold Niebuhr das Gebet vor dem oder während des Zweiten Weltkrieges verfasst. In Briefen datiert Reinhold Niebuhrs Ehefrau es auf das Jahr 1941 oder 1942, Reinhold Niebuhr selbst auf die Vorkriegszeit. Die Ungewissheit über die genaue Zeit der Verfassung des Gebetes ist möglicherweise durch den Verzicht Niebuhrs auf das Urheberrecht des Gebetes begründet. Vermutlich hat Niebuhr einen der zahlreichen älteren Vorläufertexte mit ähnlichem Aufbau und Inhalt gekannt. 


Wochengebet 24.04.-01.05.2021 

„ Jauchzt dem Herrn, alle Welt!“ - Ein Tag zum Jubeln 

 

Zartgelbe Osterglocken und Vergiss-meinnicht in den Gärten – das ist eine Pracht, sie anzuschauen. Auch in diesen Zeiten dürfen wir Gottes wunderbare Schöpfung genießen, aus unseren Wohnungen und Häusern gehen und uns daran freuen. Der Frühling ist da! Er lädt uns ein, zu staunen über alles, was Gott für uns getan hat. 

Wunderbar hat er alles geschaffen, die Blumen, die Bäume, die Tiere, die ganze Welt – und uns Menschen! Welche Wunder! Darüber können wir uns freuen,  jubeln und Gott dafür danken. 

Was Gott alles getan hat: die Osterglocken auf dem Bild weisen auf Ostern hin und auf die wunderbare Botschaft: Der Herr ist auferstanden! Und daran, was sie für uns bedeutet: wir dürfen leben. Jeden Tag möchte Gott, dass wir uns darüber freuen, dass wir leben dürfen. Heute – und auch dann, wenn wir diese Erde verlassen müssen, ist uns das Leben bei Gott, das ewige Leben, verheißen. Die Vergissmeinnicht laden uns ein, uns jeden Tag an Ostern zu erinnern 

und Gott zuzujubeln. 

Flieg auf den Flügeln der Freude, 

weil Gott dich nicht fallen lässt. 

Lässt du auch Federn im Laufe der Zeit, halt an ihm dich fest. 

Musst du durch Täler von Trauer und Leid, 

macht Gott den Horizont wieder weit. 

Denkst du, es wird mit dir nie wieder gut, 

dann verwandelt er die Angst in Mut. 

(Jörg Swoboda/ Theo Lehmann) 


Wochengebet 16.04.-23.04.2021

Alltag --  Arbeit, Langeweile, Vertrautheit, Sicherheit, Geborgenheit. 

Alltag --  Normalität, Rituale, Routine, Stress, Orientierung. 

Alltag --  Sicherheit und die gleichen Strukturen, vertraute Menschen. 

 

Die Jünger sind nach dem Ostermorgen wieder in ihren Alltag nach Galiläa       zurückgekehrt,  da, wo Jesus sie einmal abgeholt und berufen hat, 

da, wo sie alles haben stehen und liegen lassen, 

da, wo sie Beschäftigung und Auskommen finden, 

da, wo ihre Familie und Freunde sind. 

 

Ausgerechnet während ihres Alltagsgeschehens kommt der auferstandene 

Christus zu ihnen.  Er taucht bei ihnen auf und sie erkennen: 

 

„Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.“ 

 

Und wir lernen begreifen, was Auferstehung und Neuanfang heißen: 

Da, wo ich gehe und stehe, da ist Gott bei  mir und schenkt mir seine Kraft. 

Es bedarf gar nicht eines besonderen Ortes oder eines besonderen Zeitpunktes. 

Da, wo mein Leben ist, da schenkt er mit Kraft und Energie. 

Die Menschen in meinem Alltag, das sind meine Mitmenschen und Nächsten. 

 

Darum bitten wir dich: 

Schenk du unseren Familien und Freunden Gesundheit und Frohsinn. 

Lass uns mit allen eine gute Nachbarschaft pflegen. 

Sei du in den Schulen bei allen Schülerinnen und Schülern, Lehrern und 

Lehrerinnen, damit Lernen gelingt und Freude macht. 

Sei du bei allen Kranken, Alten und denen, denen die Zeit schwer wird, 

lass sie schwere Zeiten aushalten können. 

Sei du bei allen sozialen Berufen, Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und 

Pflegern, dass sie ihre Arbeit bewältigen und selber nicht verzweifeln. 

Sei du bei allen Politikern und Machthabern, dass sie mit Weitsicht und 

Umsicht Entscheidungen treffen und dem Frieden und der Gerechtigkeit 

dienen. 

Sei du bei deiner Kirche und deinen Gemeinden, dass sie deine frohe Botschaft 

weitertragen und durch ihr Verhalten der Botschaft gerecht werden. 

Und so loben wir mit den Worten von EG 103: 

„Gelobt sei Gott im höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, 

der für uns hat genug getan. Halleluja, Halleluja, Halleluja.“ 


Wochengebet 09.04.-15.04.2021

Nach der Dunkelheit kommt das Licht. 

Ich danke Dir, allmächtiger Gott, dass Du mich im Auge behältst. 

Du nimmst mir die Dunkelheit des Winters fort 

und schickst mir die Sonnenstrahlen des Frühlings. 

 

Ich danke Dir, allmächtiger Gott, dass Du mich im Auge behältst. 

Du schickst Perspektiven, wo alles verbaut war. 

Es öffnen sich Möglichkeiten, die ich nicht gesehen habe. 

Es kreuzen Menschen meinen Weg, die mir die Augen öffnen. 

 

Ich danke Dir, allmächtiger Gott, dass Du mit mir gehst. 

Du achtest auf meine Schritte und meine Taten. 

Du hörst meine Worte, die bedachten und die unbedachten. 

Du hinterfragst mich in meinem täglichen Tun und Lassen. 

 

Ich danke Dir, allmächtiger Gott, dass Du mit mir planst. 

Dass Du mir Menschen schickst, die mit mir arbeiten und die Welt gestalten. 

Dass Du mir Menschen schickst, die meinen Weg kreuzen und mich brauchen. 

Dass Du mir Menschen schickst, die mir begegnen und sich meiner annehmen. 

 

Ich danke Dir, allmächtiger Gott, für deine weise Sicht der Dinge. 

Nach jeder Wolke kommt die Sonne und das Licht. 

Nach jeder Nacht kommt der Morgen und das Licht. 

Nach jeder Krise kommt die Entspannung und das Licht. 

Das ist der Lauf, den Du der Welt und mir als Plan mitgegeben hast. 

Dieser göttliche Plan gibt Hoffnung auf ein helles Morgen. 

 

 

Amen. 


Wochengebet 02.04.-09.04.2021

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! 

Das ist das älteste Bekenntnis der Christenheit. Christus ist auferstanden! Der Tod ist überwunden. 

Zu Ostern feiern wir den Gott des Lebens gegen allen Tod. Ich wünsche uns allen die Gewissheit und Zuversicht, gegen jeden Tod in Gottes Hand geborgen zu sein. Auch wenn sich der Himmel zu verdunkeln scheint, die Corona-Beschränkungen kein Ende nehmen wollen, die Angst sich Raum schafft. Wir sind in Gottes Hand geborgen. 
 

Fürbitte
(Aus der Agende der Reformierten Liturgie für Ostern.) 

 

Wir danken dir, Gott,
 dass du der Gott des Lebens bist gegen allen Tod.
 Wir danken dir, dass du in Jesus Christus
 und seiner Auferstehung
 dem Tod die Macht genommen hast
 und ein für allemal einstehst für das Leben.
 

 

So bitten wir dich für alle,
 die noch unter der Macht des Todes leiden:
 für die Kranken und für die Sterbenden;
 für die Alten, Einsamen und die Verzweifelten.
 Sende ihnen deine Boten des Friedens,
 damit sie Hilfe finden und gestärkt werden.
 

 

Wir bitten dich für alle, die versuchen,
 gegen die Macht des Todes anzukämpfen:
 für Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und Pfleger,
 für die Wissenschaftler und Politiker,
 für die Menschen in den sozialen Berufen;
 dass sie imstande sind zu helfen
 durch Heilung von Krankheit,
 durch Arbeit für den Frieden.
 Lass ihr Verständnis Mut machen
 und ihre Hilfe Hoffnung schenken.
 

 

Gott, wir bitten für uns selbst:
 Schenke uns von deiner Schöpferkraft
 so viel, so reichlich
 dass wir aufstehen können
 und tragen, was uns das Leben aufgibt.


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Wochengebet 26.03.-02.04.2021

Liebe Gemeinde, 

ein wunderschönes Foto ist das, aufgenommen bei einem der Farbenkonzerte in der Christus-Kirche. Es erklärt uns mit seinen Farben die Festtage, die vor uns liegen. 

 

Die violette Farbgebung ist am Kreuz vorherrschend. Sie steht für die Passionszeit, für alles Nachdenkliche darin, für Leiden und Schuld und Trauer. Die Farbe verbindet sich mit dem Kreuz Jesu. Sein Leiden, sein Sterben stehen uns vor Augen – ganz offen und in jeder Kirche, nicht verschwiegen und versteckt. Am Karfreitag, dem Todestag Jesu,denken wir besonders daran, dass der Gottessohn starb und unseren menschlichen Weg ging. Wenn wir leiden - ob es Schmerzen oder Ängste sind, die wir aushalten müssen, ob es traurige Gedanken sind, die in dieser Zeit uns nur zu leicht kommen, ob wir um unsere Lieben fürchten oder um unsere Existenz – überall, wo wir leiden, da haben wir den leidenden Gottessohn an unserer Seite. Er ist da, auch wenn wir am Ende sind. Er ist der Halt in unserer Verzweiflung. 

Das Foto hat aber nun auch noch andere Farbtöne: Rosarot ist da zu sehen. Rot wie die Liebe. Das Kreuz Jesu ist nicht nur Zeichen des Todes, sondern auch ein Zeichen der Liebe Gottes. Jesus ist für uns gestorben, weil er uns liebt, weil er uns nicht verlässt, nicht einmal im Tod. Er geht jeden Weg mit. So sehr liebt er uns. Im Leben und im Sterben gehören wir zum Herrn, der uns liebt und sich für uns gibt. 

Seine Liebe ist deutlich am Karfreitag, aber für die Jünger – und auch für uns, die wir ihm nachfolgen – ist sie besonders deutlich geworden bei seiner letzten Mahlzeit mit ihnen. Da hat er ihnen in Brot und Kelch sich selbst geschenkt: Mein Leib – für euch gegeben. Mein Blut – für euch vergossen. Wenn wir Abendmahl feiern, dann schmecken und sehen wir etwas von der Freundlichkeit und Liebe unseres Herrn. Am Gründonnerstag, dem Tag der Einsetzung des Abendmahls, denken wir besonders an die Liebe Jesu zu uns, daran, dass er sich uns selbst schenkt. 

 

Das glitzernde Sternenherz – es versprüht Glanz und Licht und Leben. Es beglänzt auf dem Foto den leidenden Christus und erhebt ihn – hin zu Gottes Ewigkeit. Er ist der Erhöhte, der Umstrahlte und Umjubelte. Dieser Jubel ist Jesus von den Menschen kurz vor seinem Tod entgegengebracht worden. Hosianna-Rufe, Palmwedeln – ein großes Fest der Hoffnung war es für viele Menschen, als Jesus in Jerusalem einzog. Der kommende Sonntag, Palmsonntag, erinnert an diesen Tag, an dem Jesus umjubelt wurde – die Menschen wollten ihn erhöhen zu ihrem König, der Frieden und Heil bringt. 

 

Wie schnell die glitzernden Sterne verlöschen und der Jubel verklingt – das können wir in dieser Karwoche an Jesus sehen. Wenn Menschen erhöhen wollen, ist das meist nicht von langer Dauer. Aber am Karfreitag wird Jesus noch einmal erhöht: Von den Menschen wird das Kreuz aufgerichtet, und Jesus wird so von der Erde erhöht. Aber gleichzeitig wird er auch erhöht von Gott selbst und zu ihm hin. Durch Jesu Tod gehört uns das ewige Leben. Und deshalb ist sein Sterben, wie der Wochenspruch es sagt, eine Erhöhung. Nicht nur Grund zum Traurigsein, sondern auch zum Freuen und Jubeln. Tausend Sterne leuchten auf für die Ewigkeit, die er schenkt, und für das große Herz, das er uns zeigt mit seinem Sterben für uns. 

Begehen wir diesen Palmsonntag und die Karwoche, indem wir unseren Blick mit Erwartung auf den erhöhten Christus gerichtet halten. Er schenkt uns sein Herz, sich selbst und das ewige Leben. 

Sein Herz möge wie Glitzersterne für uns aufleuchten.

Hier das Bild in Groß

 


Wochengebet 19.03.-26.03.2021

 Judica heißt der fünfte Sonntag in der Passionszeit.⠀

Es ist der Ruf aus Psalm 43 nach Gottes Gerechtigkeit:⠀

„Gott schaffe mir Recht.⠀

Denn du bist der Gott meiner Stärke.⠀

Warum muss ich so traurig sein?⠀

Was betrübst du dich, meine Seele ⠀

und bist so unruhig in mir?⠀

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,⠀

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“⠀

So rufen wir nach Hilfe und Gerechtigkeit,⠀

denn wir sind enttäuscht und besorgt.⠀

Die Zeit der Pandemie findet kein Ende.⠀

Im Gegenteil: Die Zahlen und damit die Sorgen steigen.⠀

Was wird sein? Wie verhalten wir uns?⠀

Was kommt womöglich auf uns zu?⠀

Welcher Weg ist der Richtige?⠀

Welche Entscheidung ist für uns und unsere Lieben gut?⠀

Wir haben leere Hände und bitten Gott:⠀

Komm, du uns entgegen!⠀

Und so heißt es in dem Lied von Lothar Zenetti (EG 382):⠀

Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr, fremd wie dein Name sind mir deine Wege. Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;⠀

mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen? Bist du der Gott, der Zukunft mir verheißt? Ich möchte glauben, komm du mir entgegen.⠀

Von Zweifeln ist mein Leben übermannt, mein Unvermögen hält mich ganz gefangen. Hast du mit Namen mich in deine Hand, in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben? Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?⠀

Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?⠀

Sprich du das Wort, das tröstet und befreit und das mich führt in deinen großen Frieden. Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,⠀

und lass mich unter deinen Kindern leben. Sei du mein täglich Brot,⠀

so wahr du lebst. Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.⠀


Wochengebet 12.03.-19.03.2021

Freut Euch – 

Freut Euch mit Jerusalem. 

Freuen in Zeiten von Schmerz; Leid und Bedrohung. 

Gott, du mutest uns viel zu mit diesen Worten. 

 

Wenn wir leiden, so spüren wir dabei unser Leiden, was alles überlagert. 

Wenn wir Schmerzen an Leib und Seele haben, dann spüren wir nur diesen Schmerz, der alles überlagert. 

Wenn wir spüren, dass wir gescheitert sind mit unseren Zielen und Wünschen, nehmen wir nur diese Niederlage und das Scheitern im Leben wahr, Gefühle, die die alles andere überlagern. 

Wir sind auf uns selbst zurückgeworfen und drehen uns in einem schmerzhaften Kreis. 

 

Gott, wo bist du? 

 

Freuen sollen wir uns? 

Woran erfreut sich mein Anblick und wärmt sich meine verschreckte und erkaltete Seele? 

 

Du sagst, im Leiden kann auch Trost liegen. 

Du sagst, der Schmerz kann ein Hinweis auf mein Leben sein. 

Du sagst, aus dem was darniederliegt, entsteht die Chance auf Neues. 

 

Vielleicht ist es so. 

 

Vielleicht deuten die Hinweise in mir auf das neben und hinter mir hin. 

Vielleicht zeigen mir die Hinweise in mir auf das, was vor mir liegt. 

Vielleicht übersehe ich in meiner Konzentration auf mich und mein Inneres die Menschen neben mir. 

 

Die Menschen, die mich im Auge haben. 

Die Menschen, die Anteil nehmen. 

Die Menschen, die mit mir leiden. 

Die Menschen, die mich trösten und für mich da sein möchten. 

Die Menschen, die Du mir vielleicht geschickt und an die Seite gestellt hast. 

 

Hilf mir Gott, nicht allein auf mein Inneres zu sehen und diese Menschen zu entdecken. 

Ihren Blick zu erwidern. 

Mich ihnen zu öffnen. 

Ihr Mitleiden anzunehmen. 

Ihren Trost und ihre Zeit einfach und ohne Vorbehalte als ein Geschenk an mich zu drücken. 

 

Ich möchte das und kann das so oft nicht. 

Gott gib mir die Kraft und den Mut dazu. 

 

So wie dein Sohn durch die dunkelsten Täler hindurch musste, um am Ende auf den hellen und sicheren Berg des Lebens zu steigen. 

So wie er erniedrigt und dann erhöht wurde. 

So wie er durch die Todesangst hindurch zum Leben fand. 

 

Gott gib mir die Kraft und den unverstellten Blick, dass das auch ein Trost für mich heute sein kann. 

Das Hier und Jetzt ist nicht das letzte Wort. 

Gott gib mir den Mut, das Gestern und Heute als die Tür hin zum Morgen zu nutzen. 

 

Ohne dich gäbe es mich nicht 

Und Du willst, dass ich lebe, jeden Tag, jeden Monat, jedes Jahr 

ich habe jeden Tag Geburtstag, jeden Monat. Jedes Jahr 

weil du mir das Leben jeden Tag aufs Neue schenkst. 

Danke dafür.  

 

Amen  



Wochengebet 05.03.-12.03.2021

Mir ist ein Buch mit Gebeten und Meditationen von Mutter Teresa in die Hände gefallen. Darin stehen auch einige ihrer Gedanken über das Gebet. Zwei davon möchte ich heute statt eines Gebetes mit Ihnen teilen. Wenn sie heute stille werden und selber beten, dann können sie diese Gedanken in das Gebet hineinfließen lassen.

STILLE
 „Am Anfang des Gebetes steht die Stille. Wenn wir wirklich beten möchten, müssen wir zunächst zuhören lernen, denn Gott spricht in der Stille des Herzens. Und um diese Stille hören zu können, benötigen wir ein lauteres Herz; denn mit einem lauteren Herzen können wir Gott schauen, Gott hören, Gott zuhören; und erst dann aus der Fülle des Herzens, können wir zu Gott sprechen. Aber wir können erst sprechen, wenn wir vorher hingehört haben, wenn wir in der Stille unseres Herzens diese Verbindung mit Gott geknüpft haben.“

KOSTBAR
 „Jedes einzelne Kind, du und ich, wir alle wurden für etwas größeres erschaffen: zu lieben und geliebt zu werden.
 Wir wissen aus der Schrift, dass Gott zum Propheten sagt: `Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein, du bist kostbar in meinen Augen, ich liebe dich.´ Diese Worte besagen, dass wir für Gott kostbar sind; er liebt uns und will, dass auch wir ihn lieben. `Siehe her, ich habe dich eingezeichnet in meine Hände.´ Dazu kam Jesus auf die Erde: er verkündigte uns die Gute Nachricht, dass Gott uns liebt, dass wir für ihn kostbar sind.
 Er liebt mich. Und wie liebt er mich? Er sagt es: `Selbst wenn eine Mutter ihr Kind vergessen würde: ich vergesse dich nicht. Ich habe dich in meine Handfläche eingeschrieben.´
 Ich habe über diesen Text nachgedacht und sagte mir: Millionen und Abermillionen müssen in seiner Hand sein, und dennoch kann er mich sehen – dort, in seiner Hand! Ich muss ein ganz kleines Teilchen sein, aber ich muss mich dort befinden, weil er es sagt.
 Es ist herrlich, daran zu denken, vor allem dann, wenn wir leiden, uns einsam fühlen oder betrübt sind.
 Denk daran, du bist dort – und gerade dann, wenn du am stärksten leidest, ruhen seine Augen auf dir, du bist für ihn kostbar. Wir sind kostbar für ihn. Ein Sünder – kostbar für ihn. Weil er uns liebt.
 
 Wir brauchen das Gebet, um Gottes Liebe zu uns zu verstehen. Wenn wir wirklich beten wollen, müssen wir bereit sein, es jetzt zu tun. Dies sind nur die ersten Schritte zum Gebet, aber wenn wir nicht entschlossen den ersten Schritt tun, werden wir den letzten nicht erreichen: Gottes Gegenwart.“
 
 

STILLE


 „ Jesus wartet stets in der Stille auf uns. In dieser Stille hört er uns an, hier spricht er zu unserer Seele, hier vernehmen wir seine Stimme. In der Stille finden wir neue Kraft und wahre Einheit. Die Kraft Gottes wird uns geschenkt, damit wir allen Aufgaben gewachsen sind. In der Einheit unserer Gebete mit seinen Gebeten, in der Einheit unserer Taten mit seinen Taten, unseres Lebens mit seinem Leben.“ 


Wochengebet 26.02.-05.03.2021

Passionszeit  -- Zeit des Leidens und Sterbens Jesu.
 Das  Kreuz Jesu Christi wird wieder neu betrachtet.
 Denken wir an das besondere Kreuz in der Paul- Gerhardt Kirche:
 Das Triptychon von Helmut Grasedieck 
 In der Advents- und Weihnachtszeit  war es noch aufgeklappt und hat die Weihnachtsgeschichte erzählt.                                                           Jetzt ist es wieder zugeklappt und erzählt die Kreuzigung Jesu. 
 Wie nah ist doch die Geburt des Jesuskindes  dem Tod des Sohnes Gottes, Jesus Christus, mit Leid und Schmerz, Einsamkeit und Verlassenheit.

 Und das ist alles für uns geschehen: 
 „… für dich gegeben“  und  „…für dich vergossen“
  wird uns beim Abendmahl zugesprochen.

 So ist das Kreuz Jesu ein Zeichen der Erlösung und Vergebung. 
 Dabei zeigt das Kreuz nicht nur nach oben,
  sondern auch nach links und rechts,

  zu den Menschen neben mir und um mich herum.
 Auch ihnen ist Erlösung und Vergebung geschenkt,
  mir, dir und allen anderen auch.

 
Und so heißt es in dem Lied von Friedrichvon Bodelschwingh  (EG 93): 
Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
  der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
  das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
  das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Schuld.

 
Nun in heilgem Stilleschweigen stehen wir auf Golgatha.
  Tief und tiefer wir uns neigen vor dem Wunder, das geschah,

  als der Freie ward zum Knechte und der Größte ganz gering,
  als für Sünder der Gerechte in des Todes Rachen ging.
 


Wochengebet 21.02.-27.02.2021

Liebe Gemeinde, Karneval ist in diesen Zeiten kaum spürbar an uns vorübergegangen, und schon war der Aschermittwoch da, der die nachdenkliche Zeit einleitet. Jetzt ist die Zeit, in der wir in uns gehen, in der wir nachspüren, woran wir leiden und womit auch wir anderen Schmerzen zugefügt haben. Uns wird bewusst, dass wir manchmal aus unserer Haut nicht herauskommen, unsere Gewohnheiten nicht lassen können. Uns wird bewusst, dass wir von Dingen abhängig sind, die uns nicht gut tun. Deshalb versuchen wir in den kommenden Wochen etwas zu ändern. 

Manche fasten und nehmen bestimmte Speisen oder alkoholische Getränke nicht zu sich. Manche fasten, indem sie 7  Wochen auf  Fernsehen oder Handy verzichten. Wir wollen spüren, dass wir frei sind und jederzeit auch Neues zulassen können. Es geht nicht um bloßes Verzichten, sondern um eine Hinwendung zu Gott, dem Ursprung unseres Lebens. An ihm allein hängen wir, von ihm dürfen wir abhängig sein. 

In diesen schweren Zeiten ist es gut, sich an Gott festzumachen, damit wir nicht verzweifeln. Und das Herz zu öffnen, damit Gott uns Gedanken eingeben kann, wie wir das Leben für uns und alle gut gestalten – trotz allem. 

 

Aus Psalm 51

Gott, ich bitte dich: nimm alle Last von meinem Herzen.

Ich brauche, dass du Ja zu mir sagst. 

Ich möchte aufräumen in meinem Leben,

weil ich dir so viel Kummer bereitet habe. 

Ich wünschte mir, du würdest alles Belastende wegwischen,

damit du dich wieder in mir spiegeln kannst.

Öffne mir mein Herz, damit ich neu sehen lerne 

für die Zukunft.

Lass mich nicht aus den Augen 

und versage mir nicht deine liebende Hilfe. 

Gib mir wieder neuen Schwung durch deine Nähe

Und schenk mir die Willenskraft, dass ich es schaffe.

Aus dem Dunkel meiner Gedanken wird Helligkeit,

liebender Gott, durch deine Herzlichkeit. 


Wochengebet 14.02.-20.02.2021

Herr, ich möchte in Dir Ruhe finden

Lass nicht zu, dass Zeiten kommen,

in denen das anders werden könnte.

Ich war mir immer sicher, dass du zu deinem Wort stehst.

Erschüttere diese Sicherheit nicht.

Ich brauche sie jetzt mehr denn je.

Ich brauche einen starken Fels, 

an dem ich mich stützen kann,

auf dem ich mich aufbauen werde.  

 

Wer sollte denn dieser Fels sein, wenn du es nicht bist?

Zeige mir, dass du mich siehst.

Zeige es mir und zeige es den anderen Menschen auch.

Und zeige es meinem Schicksal, meinen Verstrickungen und den Umständen meines Lebens.

 

Du sollst mein starker Fels sein,

auf dem ich mein Leben und mein Schicksal gründen will.

Alles andere ist zutiefst weltlich und damit nicht von Bestand.

Dich zu wissen ist eine Erleichterung und eine Freude.

Du kennst mich durch und durch und das ist mir eine Beruhigung.

Ich in meiner Unvollkommenheit muss mich nicht verstellen.

Sie sind nicht das letzte Urteil über mich,

denn Du siehst viel tiefer und viel mehr als das.

 

Bei dir bin ich geborgen.

Du bist mein Schutz und mein Schild.

Sieh mich an

Und lass mich nicht aus deinen Händen fallen.

 

AMEN


Wochengebet 05.02.-12.02.2021

„Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!“ So heißt es im Monatsspruch für den Monat Februar im Lukasevangelium. In dieser Karnevalszeit erleben wir nicht die Lebendigkeit und Freiheit, die Buntheit und Freude, Feiern, Singen und Tanzen, wie wir sie sonst erleben. Stattdessen heißt es, zu Hause bleiben, Kontakte einschränken und Begegnungen meiden.  Statt Fröhlichkeit Angst und Sorge, wie lange der Virus uns noch gefangen hält. Die Zusage des Monatsspruches gibt uns Halt und Sicherheit. In der Taufe hat Gott uns bereits mit Namen gerufen und verspricht, bei uns zu sein  „alle Tage bis zum Ende der Welt“.
Wir sind bei Gott verzeichnet und nichts bleibt ihm verborgen, weder unsere Sorgen und Nöte noch unsere Ängste und Zweifel.        Gott bewahrt unser Tun und Lassen.                                                               Damit bleiben wir mit ihm verbunden.
Und wir können einander lieben und füreinander sorgen.                       Gott zählt auf unsere Liebe auf immer und ewig.
 
Im Gesangbuchlied  (EG 665)  von Eckart Bücken und von Gerd Geerken singen wir:

Liebe ist nicht nur ein Wort, Liebe, das sind Worte und Taten,

Als Zeichen der Liebe ist Jesus geboren,

als Zeichen der Liebe für diese Welt.

 

Freiheit ist nicht nur ein Wort, Freiheit, das sind Worte und Taten,

Als Zeichen der Freiheit ist Jesus gestorben,

als Zeichen der Freiheit für diese Welt.

 

Hoffnung ist nicht nur ein Wort, Hoffnung, das sind Worte und Taten,

Als Zeichen der Hoffnung ist Jesus lebendig,

als Zeichen der Hoffnung für diese Welt.


Wochengebet 29.01.-05.02.2021

Liebe Gemeinde,

in dieser Woche möchte ich Sie gerne auffordern regelmäßig zu Danken. Gerade in Krisenzeiten wie diesen sollten wir den Dank nicht vergessen. Im Gegenteil wir sollten das Danken regelmäßig üben. Denn es verändert unsere Stimmung. Das Gebet üben; idealerweise täglich, vielleicht am Abend bedeutet sich darüber Gedanken zu machen, für was ich an diesem Tag oder auch im Allgemeinen Dankbar sein kann. Wer dieses regelmäßig tut, wird eine stärkende Kraft zu spüren bekommen. „Durch Danken kommt neues ins Leben hinein“, heißt es in einem frommen Lied.  Und das stimmt. Unsere Sicht auf die Dinge verändert sich. Unsere Stimmungslage wird aufgehellt und zuversichtlicher. 
 Auf dem Danken liegt der Segen Gottes. Auch in den schwierigsten Zeiten.
 

Und wenn uns die Worte fehlen sollten. Wenn wir es aus irgendwelchen Gründen es gerade nicht schaffen einen Dank zu sprechen, dann helfen formulierte Gebete wie das Vaterunser an denen wir uns entlanghangeln können. Es hilft dann sprichwörtlich gebetsmühlenartig  die Worte runterzubrabbeln. Auch das wird seine Wirkung entfalten.

Ein formuliertes Gebet von Dietrich Bonhoefer möchte ich Ihnen so mit auf den Weg geben. Es ist in den schweren Zeiten seiner Haft entstanden. 

 

Herr, mein Gott,
 ich danke dir,
 dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast.
 Ich danke dir,
 dass du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt.
 Deine Hand war über mir
 und hat mich behütet und bewahrt.
 Vergib allen Kleinglauben
 und alles Unrecht dieses Tages
 und hilf, dass ich denen vergebe,
 die mir Unrecht getan haben.
 Lass mich in Frieden unter deinem Schutze schlafen
 und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.
 Ich befehle dir die Meinen,
 ich befehle dir dieses Haus,
 ich befehle dir meinen Leib und meine Seele.
 Gott dein heiliger Name sei gelobt.
( Dietrich Bonhoefer 1943 )

                                   


Wochengebet 24.01.-30.01.2021

Der Morgenstern ist aufgedrungen,

er leucht` daher zu dieser Stunde hoch über Berg und tiefe Tal, 

vor Freud singt uns der lieben Engel Schar.

 

Christus im Himmel wohl bedachte, 

wie er uns reich und selig machte und wieder brächt ins Paradies, darum er Gottes Himmel gar verließ.

 

 

Liebe Gemeinde, die Weihnachtslichter sind weitestgehend aus unseren Straßen und Häusern verschwunden. Schade eigentlich, denn die Tage sind immer noch kurz und dunkel – und bis Mariä Lichtmess am 2. Februar dürfen  Weihnachtsbäume und –lichter uns zur Freude und zur Erleuchtung dunkler Abende und Herzen noch da sein.  

Und der Stern leuchtet doch noch im Januar! Es ist der Stern, der die Weisen aus der Ferne zum Kind in der Krippe führte. Es ist  Jesus Christus selbst, der helle Morgenstern! Unser Stern in dunkler Nacht! 

Liebe Gemeinde, die wir ja Epiphanias-Kirchengemeinde heißen und den Namen von dieser Zeit im Januar haben! So schwierig unsere Tage auch sind: Uns leuchtet der Stern, der davon erzählt, dass die Nacht und alles Schwierige endet und der Morgen und das Helle kommt. Jesus Christus ist der Stern, der uns leuchtet. Sein Glanz möchte in unser Herz kommen und uns reich machen und selig, glücklich, möchte uns das Paradies wiederbringen, Hoffnung schenken. Schauen wir auf ihn, unseren Stern, dann behalten wir Mut und langen Atem! Dann ist das Dunkle nicht dunkel, sondern Christus, unser Morgenstern, leuchtet in uns, bis wir fröhlich werden – trotz allem!


O Heilger Morgenstern, wir preisen                                     

dich heute hoch mit frohen Weisen;                        

du leuchtest vielen nah und fern,          

so leucht auch uns, Herr Christ,            

du Morgenstern!                                        


Wochengebet 17.01.-23.01.2021

Herr Jesus Christus,

manchmal wünschen wir uns,

dass deine Macht, deine Herrlichkeit

sichtbarer in dieser Welt

erscheinen würde.

 

Dass du der Herr der Welt bist,

und nicht die Mächtigen

in Berlin, Washington, Moskau oder Peking,

dafür würden wir gerne

mehr Zeichen sehen.

 

Wir bitte dich,

dass wir sehen können

wie die drei Weisen,

die in der armseligen Krippe zu Bethlehem

dich als das Heil,

als das Licht der Welt

erkannten und anbeteten.

 

Dass du allein der König

dieser Welt bist,

daran lass du uns

auch dann noch glauben,

wenn die offenbare Gewalt

der Mächtigen in Politik und Wirtschaft

über die verborgene Macht

deiner Liebe

zu triumphieren scheint.

 

Bring Licht in das Dunkle

der Verstrickungen

und Verschleierungen dieser Welt,

und hilf uns, 

den Weg in das helle Morgen

zu finden und zu gehen.

 

Amen


Wochengebet 11.01.-17.01.2021

Liebe Gemeinde,

die Welt ist im Wandel! Ein Virus hält die Welt in Atem. Der Klimawandel nimmt immer mehr Fahrt auf. Aktuell erreichen uns die Demokratie erschütternde Bilder aus Amerika. Flüchtlinge warten vor den Toren der EU: Das ganze Weltgefüge ist in Bewegung. Neue und angehende Global Player erscheinen und Niemand kann sicher sagen, wie sich diese Welt entwickeln wird.
 

Da kann man an der einen oder anderen Stelle schon Angst bekommen. Es wird dabei deutlich, wie wenig wir selbst dabei gestalten können. Selbst in der Gemeinde ist durch die Pandemie fast alles zu Stillstand gekommen. Und dann sind wir noch gezwungen allein in unseren Wohnungen zu verweilen. Was wir aber tun können ist Gott zu vertrauen. 
 Die Bibel ist voll von Erfahrungen der Unsicherheit, Gefahr und des Unglücks. Aber auch von den Erfahrungen durch alle Angst, durch alle Gefahr, durch alles Unglück von Gott begleitet worden zu sein. Selbst im Unglück kann Gott erfahren werden. So schwer es auch wiegen mag. Das sind religiöse Erfahrungen die uns Kraft geben können. Ich wünsche Ihnen diese Kraft und die Gewissheit in allem von Gott getragen zu sein. Nichts kann uns von seiner Liebe trennen.

Ich möchte Sie in dieser Woche anregen füreinander zu beten. Eigene Gedanken dabei zu formulieren. 

Und als Anregung dazu folgt hier ein Gebet welches der Apostel Paulus in seinem Brief an die Philipper formulierte. Er schrieb dies aus dem Gefängnis heraus. Also einer Situation, die in gewisser Weise der Situation einer Isolation im harten Lockdown ähnelt.

 

Dank und Fürbitte für die Gemeinde

3 Ich danke meinem Gott, sooft ich euer gedenke – 4 was ich allezeit tue in allen meinen Gebeten für euch alle, und ich tue das Gebet mit Freuden –, 5 für eure Gemeinschaft am Evangelium vom ersten Tage an bis heute; 6 und ich bin darin guter Zuversicht, dass der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird's auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu. 7 So halte ich es denn für richtig, dass ich so von euch allen denke, weil ich euch in meinem Herzen habe, die ihr alle mit mir an der Gnade teilhabt in meiner Gefangenschaft und wenn ich das Evangelium verteidige und bekräftige. 8 Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlangt von Herzensgrund in Christus Jesus. 9 Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung, 10 sodass ihr prüfen könnt, was das Beste sei, damit ihr lauter und unanstößig seid für den Tag Christi, 11 erfüllt mit Frucht der Gerechtigkeit durch Jesus Christus zur Ehre und zum Lobe Gottes.

 

Philipper 1, 3-11


Wochengebet 01.01.-10.01.2021

Zum neuen Jahr 2021

 

Gott, wir bitten dich 

um ein gesegnetes Jahr

gesundes und behütetes Leben,

um eine gute Zeit

und Tage mit erfüllten Stunden.

 

Wir bitten dich um offene Augen,

die dich in allen Dingen am Werk sehen; 

um Augen, die hellsichtig sind für die Gaben, die du uns schenkst. 

 

Wir bitten dich um offene Ohren,

die uns auch die leisen und unausgesprochenen Bitten 

unserer Mitmenschen hören lassen.

 

Wir bitten dich um Behutsamkeit

im Umgang mit schwierigen Menschen.

 

Wir bitten dich um ein gutes Gedächtnis

für die Sorgen anderer und für Dinge,

die wir zu tun versprochen haben.

 

Wir bitten dich um ein fröhliches Gesicht

und um ein Lächeln, das aus dem Herzen kommt.

 

Wir bitten dich, begegne uns auf den Wegen,

die wir morgen gehen werden;

tritt uns entgegen in den Menschen, die von uns Hilfe erwarten.

 

Lass unser Leben in deiner ruhen,

so geborgen wie ein Vogel in seinem Nest. 


Wochengebet 28.12.-03.01.2021

Weihnachten – ein Brückenschlag

Nach der Zeit des Wartens und der Hoffnung                                               kommt die Zeit der Erfüllung                                                                            Gott  wird Mensch und kommt uns ganz nahe,                                                  so wie wir es fast schon gar nicht mehr gewohnt sind.                                  Gott schlägt eine Brücke vom Himmel zur Erde --                                            und das in aller Niedrigkeit und Winzigkeit,                                                     in Heillosigkeit und Schutzlosigkeit                                                                     in aller Einsamkeit und Abgeschiedenheit.                                              Betrachten wir das Kind in der Krippe mit den wunderschönen Worten  von Paul Gerhardt und der Melodie von Johann Sebastian Bach:
 
Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben;                            ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben.                Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und lass dir’s wohlgefallen.

Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren                           und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren.                     Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht,   
wie du mein wolltest werden.

Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne,                            die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne.              O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht‘                 wie schön sind deine Strahlen.
Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen;               und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen.           O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer,  dass ich dich möchte fassen


Wochengebet 21.12.-27.12.2020

Das Volk, das im Finstern wandelt, 

sieht ein großes  Licht, und über denen, die da wohnen im Land der  Todesschatten, scheint es hell.

Denn uns ist ein Kind geboren, 

ein Sohn ist uns gegeben, 

und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. 

Und er heißt Wunderrat, Gottheld, Ewigvater, Friedefürst. 

(aus Jes. 9)

 

Ein Weihnachtssegen

Nicht, dass von jedem Leid verschont du mögest bleiben,

noch dass dein künftger Weg stets Rosen für dich trage

und keine bittre Träne über deine Wangen komme

und niemals du den Schmerz erfahren sollst –

dies alles, nein, das wünsche ich dir nicht. …

Mein Wunsch für dich ist vielmehr dieser:

dass dankbar du und allezeit bewahrst in deinem Herzen

die kostbare Erinnerung der guten Ding in deinem Leben; 

dass mutig stehst du in deiner Prüfung,...

dass jede Gottesgabe in dir wachse und mit den Jahren sie dir helfe,

die Herzen jener froh zu machen, die du liebst;

dass immer einen wahren Freund du hast, 

der Freundschaft wert, der dir Vertrauen gibt, 

wenn dir´s an Licht gebricht und Kraft;

und dass du dank ihm den Stürmen standhältst

und so die Höhen doch erreichst –

und dass in Freud und Leid das Lächeln voller Huld

des menschgewordnen Gottessohnes mit dir sei

und du allzeit so innig ihm verbunden, wie er´s für dich ersehnt.

 


Wochengebet 13.12.-20.12.2020

Als Wochengebet möchte ich Ihnen, angesichts der aktuell steigenden Todesfälle durch Covid 19, das aktuelle Gebet der Vereinigten Evangelisch Lutherischen Kirche Deutschlands für den 3. Advent empfehlen. 
Bleiben Sie Gesund!

Gebet für den 3. Advent

Das Licht wird wiederkehren,
 das hast du verheißen.
 Die Schatten des Todes werden verschwinden,
 auch das hast du uns verheißen,
 du Gott des Lebens.
 Wir warten.
 Wir sehnen uns nach Licht und Leben.
 Komm.

Komm zu den Kranken und Infizierten,
 an den Beatmungsgeräten und
 auf den Intensivstationen.
 Komm zu denen,
 die sie behandeln und begleiten.
 Vertreib die Schatten des Todes.
 Komm.

Komm zu den Familien,
 in Anspannung und Sorge.
 Komm zu den Alleingelassenen,
 die sich vor Weihnachten fürchten.
 Vertreib die Finsternis.
 Komm.

Komm zu den Mächtigen
 und gib ihnen Liebe zur Gerechtigkeit.
 Komm zu den Einflussreichen
 und wecke ihre Liebe zum Frieden.
 Komm zu deiner Kirche
 und mache uns zu Hoffnungsboten.
 Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens,
 du Gott des Lebens.
 Wir warten auf dich.
 Komm.

 


Wochengebet 06.12.-13.12.2020

Die Seligkeit des Wartens

 

Advent feiern heißt warten können;

Warten ist eine Kunst, die unsere ungeduldige Zeit vergessen hat.

Sie will die reife Frucht brechen, wenn sie kaum den Sprößling setzte.

Wer nicht die herbe Seligkeit des Wartens,

das heißt des Entbehrens in Hoffnung, kennt,

der wird nie den ganzen Segen der Erfüllung erfahren.

[…] Auf die größten, tiefsten, zartesten Dinge in der Welt

müssen wir warten, da gehts nicht im Sturm,

sondern nach den göttlichen Gesetzen

des Keimens und Wachsens und Werdens.

Dietrich Bonhoeffer (1906–1945)

 

Guter Gott, dieser Advent ist eine besondere Zeit des Wartens:                  Warten auf bessere Zeiten mit Kontakten, Treffen und Gemeinschaft;      Warten auf die Möglichkeit der Nähe, der Berührung und Umarmung;    Warten darauf zu besuchen und besucht zu werden und zu feiern,            ganz ohne Abstand und Maske, ohne ein ungutes Gefühl.                            Aber eins, auf dass wir warten, kommt gewiss:

„Es kommt ein Schiff, geladen bis an sein‘ höchsten Bord,                            trägt Gottes Sohn voll Gnaden, des Vaters ewigs Wort.

Das Schiff geht still im Triebe, es trägt ein teure Last;                                    das Segel ist die Liebe, der Heilig Geist der Mast.

Der Anker haft‘ auf Erden, da ist das Schiff am Land                                        Das Wort will Fleisch uns werden, der Sohn ist uns gesandt.

Zu Bethlehem geboren im Stall ein Kindelein,                                                  gibt sich für uns verloren; gelobet muss es sein.“

EG 8


Wochengebet 29.11.-05.12.2020

Gott ist auf der Wohnungssuche in dieser Adventszeit.

„Ich brauche eine Tür unter den Menschen,  durch die ich zu ihnen kommen kann.

Ich brauche eine Tür, um zu ihren Herzen zu gelangen,

in ihre Seelen, in ihren ganzen Körper.“

 

So dachte Gott und machte sich auf die Suche.

Er klopfte an und fragt bis heute immer wieder,

wer unter den Menschen fähig und bereit sei,

ihm Tür und Tor zu öffnen. 

 

Gott spürt die Sehnsucht der Menschen nach Erlösung,

wir tragen schwer an unserer eigenen Last.

Gott hat unsere Sehnsucht verstanden, ehe wir es denken und reden.

Denn er kennt uns durch und durch. 

Aber die meisten Menschen haben 

und hatten nur ihr eigenes Wohlergehen im Sinn.

 

Gott gab nicht auf. 

So gelangte er zu Maria. Sie hatte Platz. Sie war aufnahmebereit.

So fand Gott bei ihr ein Zuhause, eine Wohnung.

Der rettende Gedanke Gottes wurde Fleisch und Blut.

Maria, ein einfaches junges Mädchen vollbrachte ein großes Wunder.

Eine Frau maß sich an, die Weltgeschichte zu beeinflussen,

und sagt so einfach wie das Amen in der Kirche:

„Es geschehe mir, wie du gesagt hast.“

Ohne Angst und Furcht, mit Gewissheit und Gottvertrauen,

ganz selbstverständlich.

 

„Es geschehe mir, wie du gesagt hast!“ (Luk. 1,38) Dieses Ver-

trauen zu Gott wünsche ich uns allen in dieser Adventszeit. Und dass Gott wirklich sein Zuhause bei uns findet.              

Ihre Pastorin Andrea Rylke-Voigt         


Wochengebet 22.11.-29.11.2020

Gerufen werden

Von allen Seiten umgibst du mich

und hältst deine Hand über mir.
Gott du kennst mich, und Du achtest auf mich          
Nie gibst Du mich verloren

Ich sitze oder stehe, ob ich liege oder gehe

Du hältst deine Hand über mir.

Alle meine Wege sind dir bekannt

Alles, was ich denke und sage: Du kennst es

Mein ganzes Leben liegt offen vor Dir.

Wenn ich in Schwierigkeiten bin

willst du mich begleiten

Wenn ich nicht ein noch aus weiß

und mich am liebsten verstecken möchte

so bleibt dir meine Not nicht verborgen.

Gott du kennst mich, und Du achtest auf mich

Nie gibst du mich verloren

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

Ich freue mich, denn ich werde gerufen

Da ist einer der mich kennt. 

Da ist einer, der meinen Namen weiß

Da ist einer, der mich braucht 

Anfangen, aufbrechen, losgehen- immer der Stimme nach.

Ich freue mich, denn ich werde gerufen

Obwohl ich so viel falsch mache

Obwohl ich doch oft Angst habe

obwohl meine Hände leer sind.

Ich freue mich, denn ich werde gerufen- trotzdem.

Ich muss es wagen, denn ich werde gerufen

Ich werde gerufen auf meinem Weg zu dem,

der mir einst den Namen gab

mit dem er mich jetzt ruft.  Amen


Wochengebet 15.11.-22.11.2020

Liebe Gemeinde,

Den Meisten ist der Psalm 23 sehr vertraut. Er kann uns in Pandemiezeiten begleiten und stärken. Viele Menschen können diese Verse auswendig sprechen:

„…..Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.  Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.  Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.  Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich….“ 

Auswendig gelernte Gebete und Texte eigenen sich gut dafür sie als Ritual regelmäßig zu beten. Wer das tut wird einen positiven Effekt erleben. Denn regelmäßiges Gebet stärkt die Seele.

Doch heute will ich Ihnen einmal eine freie Übertagung des Psalm 23 von Willi Everding als Gebet vorschlagen:
 
 

Nach Psalm 23

Wenn Gott mit mir geht und für mich da ist, fehlt es mir an nichts.

Es ist, als würde ich durch ein reiches Leben gehen,
 in dem Hunger und Durst unbekannte Wörter sind.

Auch mein Innerstes ist ihm nicht fremd
 und wird von ihm geliebt.
 Meine Schritte werden von ihm gelenkt und begleitet,
 weil er es versprochen hat.

Selbst wenn ich durch die tiefste Dunkelheit hindurch muss, 
 kann ich sicher sein: Er ist in meiner Nähe.
 Ich kann es spüren und fühle mich dadurch geborgen.

Egal, was mich auch bedrängt: Gott bekennt sich zu mir!
 Sein Versprechen gibt mir Aufmunterung und Kraft.

Dadurch ist mein ganzes Leben
 von der Güte Gottes umfangen.
 Ich weiß: Ich gehöre zu ihm für alle Zeit.

Amen


Wochengebet 08.11.-14.11.2020

„Seit 1964 gedenken die Menschen in Gelsenkirchen jedes Jahr am 9. November der Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung im Jahr 1938. Die Novemberpogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November waren der vorläufige Höhepunkt dieser andauernden Hetze. Was die Nationalsozialisten zynisch „Reichskristallnacht“ nannten, war ein Schlüsselereignis der Gewalt- und Verbrechensgeschichte des „Dritten Reiches“.
Die Erinnerung an die Novemberpogrome von 1938 verpflichtet uns für die Gegenwart und die Zukunft, solche Entwicklungen entschlossen zu bekämpfen. Alltägliche Verbalattacken und Übergriffe zeigen, dass Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz in unserer Gesellschaft weiterhin verbreitet sind und allzu oft stillschweigend hingenommen werden.
Den Worten folgen auch Taten. Brutale Anschläge haben in den vergangenen Jahren die grenzenlose Gewaltbereitschaft rechtsextremer Terroristen verdeutlicht. Mit Entsetzen beobachten wir, dass die unsinnigen Verschwörungsmythen mit antisemitischen Stereotypen durchsetzt sind.“
(Auszüge aus dem Aufruf der Demokratischen Initiative Gelsenkirchen)
So beten wir (EG 877):
Du, Gott, des Friedens, barmherziger Vater im Himmel:
Wir hören von Krieg und Unfrieden, Gewalt siegt über das Recht. Wir erleben Unfrieden und Hass ganz in unserer Nähe
und auch bei mir selbst. Wir tragen unseren Teil zu Streit und Unfrieden auf der Welt bei.
Wir bitten dich:
Gib uns deinen Frieden, dass er unser Denken und Tun bestimmt. Gib uns Hoffnung, dass wir uns nicht abfinden mit Mord und Totschlag, Hass und Ungerechtigkeit. Gib uns Liebe, dass wir an der Not der Menschen nicht vorübergehen,
sondern mutig anfangen, im Lichte deiner Güte zu leben.
Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr, Gott, zu unseren Zeiten.
Es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten,
denn du, unser Gott, alleine. Amen.


Wochengebet 01.11.-08.11.2020

"Ich kann auf dich Vertrau'n" so lautet der Refrain des gleichnamigen Liedes von Annika Lohaus. Das Lied ist bekannt vom evangelischen Kirchentag in Dortmund 2019.

Mittlerweile ist es ein wichtiges Lied in unserer Kinder- und Jugendarbeit geworden. Ein Lied, welches schnell zum Ohrwurm wurde.

Laut stark wird das Lied von Konfirmanden und Konfirmandinnen, Mitarbeitenden, Eltern und anderen Besucher und Besucherinnen des Gottesdienstes mitgesungen.

Ein Glücksgefühl ist bei jedem zu spüren.

Fröhlichkeit ist bei jedem zu sehen. 

Spaß hat jeder und jede.

 

Mich fasziniert, welche Auswirkung ein Lied auf die Menschen hat und wie viel Kraft, Mut und Zuspruch das Lied uns geben kann.

Das Lied beschreibt genau und lässt uns vor allem spüren, "was für ein Vertrauen" wir gerade jetzt in der Zeit am meisten brauchen. Das Vertrauen in Gott.

 

"In der schwersten Zeit, in der Dunkelheit, leuchtet mir ein Licht, schenkst mir klare Sicht" heißt es in der 1. Strophe. Wir durchleben gerade wieder eine schwere Zeit voller Ungewissheit.  Eine schwere Zeit, in der wir uns nicht mit allen Menschen treffen können. Auch die Gruppen in unserer Gemeinde  sind geschlossen. Die Gottesdienste finden  unter strengen  Hygienevorschriften statt. Normalität ist nicht zu sehen.

Aber durch unser Vertrauen an Gott, schenkt er uns ein Licht. Ein Lichtblick nach vorne. Ein Lichtblick auf Besserung.

 

"Ich kann auf dich vertrau'n".

Wir können auf dich vertrau'n.

 

(Vera, Ehrenamtliche Mitarbeiterin)


Wochengebet 25.10.-31.10.2020

Was waren wir alle froh, als wir im Sommer wieder etwas unbeschwerter sein konnten! Es war nicht so wie zuvor, aber es war doch wieder etwas mehr Normalität und die Hoffnung, dass mit einigen wenigen Einschränkungen wir gut in den nächsten Monaten leben können.
Jetzt ist alles anders gekommen. Die Infektionszahlen sind gestiegen. Wir sollen wieder darauf achten, möglichst mit nur wenigen Menschen zusammenzukommen. Massive Einschränkungen, Hochzeiten, die jetzt zum wiederholten Mal abgesagt werden mussten, und die Angst kehrt zurück. Wie geht es Ihnen damit?
Ich merke: lch bin müde geworden. Am liebsten würde ich mich hinlegen und einfach nichts mehr hören und sehen wollen – und aufgeben! Warum soll ich Weihnachtsgottesdienste planen oder auch Feste, wenn sie dann vielleicht doch nicht stattfinden dürfen? Ich bin die Ausnahmezustände leid!
Vielleicht geht Ihnen das ähnlich. Endlich mal wieder meine Kinder umarmen, die Enkelkinder sehen – so wie jetzt kann es doch nicht immer weitergehen!
Der Prophet Elia hat auch schon manches gewirkt und viel Schwieriges erlebt. Er muss in die Wüste fliehen und legt sich hin. Er ist es leid. „Ich habe genug.“ so sagt er und kann und will nicht mehr weitergehen. Er fühlt sich zu schwach. Es geht eben nicht mehr.
Aber Gott hat noch viel mit ihm vor. Und so sendet er einen Engel, seinen Boten zu ihm, um ihn zu stärken.
Ein Engel rührte Elia an und sprach zu ihm: „Steh auf und iss!“
Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise 40 Tage und 40 Nächte bis zum Berg Gottes. (1. Könige 19, 5+8)
Elia hat neue Kraft bekommen – Kraft, um einen weiten Weg zurückzulegen und weiter zu wirken. Möge auch uns ermüdete und verzweifelte Menschen der Engel Gottes berühren, der uns aufrüttelt, uns in dieser Wüstenzeit speist und uns dadurch die Kraft gibt, den weiten Weg durch diesen Herbst und Winter zu gehen! Wir werden es schaffen! Die Kraft wird reichen!
Und wir werden ans Ziel kommen. Wie Elia. Er kommt am Berg Gottes an. Er erfährt Gottes Gegenwart und seine Freude. Auch wir werden aus der Wüste herauskommen in schönes, fruchtbares Land, aus den Zeiten, wo wenig bis nichts ist, wieder zurück in das volle Leben!
Gebet: Gott, sende uns deinen Engel, dass er uns berührt und stärkt! Amen


Wochengebet 18.10.-24.10.2020

Der Herbst beginnt und die zweite Welle der Coronapandemie droht sich aufzuschwingen. Neue Unsicherheiten und Befürchtungen entstehen und wir wissen nicht, was kommen wird.
Auf der Homepage der EKD habe ich dazu folgendes Gebet von Lars Hillebold entdeckt. Es kann uns in diesen unsicheren Zeiten begleiten.
Gott,
du verbindest uns Menschen.
In Angst und Unsicherheit werden wir uns nah.
Plötzlich sind wir Nächste, die wir es gestern noch nicht waren.
Wir teilen Fragen und Sorgen,
Nicht-Wissen und doch Ahnen, was da kommen kann.
Die einen mögen bewahrt bleiben.
Andere werden um ihr Leben kämpfen.
Gelassen und voller Sorgen könnte unser Alltag werden.
In den kommenden Wochen und heute schon
bitten wir für alle Kranken und die es werden,
die Angst haben, dass der Virus sie erreicht,
für alle Ärztinnen und Pflegenden,
für die, die in diesen Tagen um ihre Existenz bangen.
Wir bitten dich, dass Du uns alle bewahrst in diesen schweren Zeiten,
sei Du der, der uns eint,
als die die glauben und auch die es nicht tun.
Wir Menschen sind verbundene,
aufeinander angewiesene,
miteinander helfende.
Du verbindest uns Menschen, Gott.
Amen.


Wochengebet 11.10.-17.10.2020

Gott, deine Güte ist ewig und du beschützt das Werk deiner Hände. Dafür danken wir dir. Im Vertrauen auf deine Zusage beten wir zu dir. Für die Welt, in der wir leben, dass sie uns und unseren Kindern erhalten bleibt als ein guter Ort für alle. Bleibe bei uns mit deiner Nähe und beschirme uns mit deinem Flügel. Für unser Land und unsern Wohnort, dass das Zusammenleben der vielen Verschiedenen gelingt, lasst uns Gott anrufen: Bittruf Für alle, die in helfenden Berufen tätig sind, dass sie Kraft schöpfen und geduldig und herzlich mit denen umgehen, die ihnen anvertraut sind. Bleibe bei uns mit deiner Nähe und beschirme uns mit deinem Flügel. Für deine Kirche in aller Welt, dass sie einmütig dich als ihren Herrn bekennt und glaubwürdig handelt. Bleibe bei uns mit deiner Nähe und beschirme uns mit deinem Flügel. Für die Menschen, die unter Krankheiten leiden, die sie ausgrenzen und einsam machen, dass sie heil werden an Körper und Seele. Bleibe bei uns mit deiner Nähe und beschirme uns mit deinem Flügel. Für die Menschen, die am Rande stehen, dass auch sie ihre Vorstellung vom Leben verwirklichen können.Bleibe bei uns mit deiner Nähe und beschirme uns mit deinem Flügel. Für uns selber bitten wir, dass dein Heil und deine Vergebung uns erreichen und fröhlich machen.Bleibe bei uns mit deiner Nähe und beschirme uns mit deinem Flügel. 
Amen


Wochengebet 03.10.-10.10.2020

Herbstzeit --- Erntedankzeit
Ein Korn liegt in der Erde -- und zerfällt.
Ein Halm bricht sich den Weg zum Licht.
Und kommt ans Licht, ausgerichtet zum Himmel,
der sich weit über die Erde spannt.
Wie winzig, wie klein, wie zerbrechlich ist das Leben.
Wie wundervoll, wie einzigartig, wie heilig ist das Leben.
Und nichts, nichts, was es ausmacht, im Tiefsten,
ist erkämpft oder erarbeitet -- oder ausgedacht von uns.
Doch alles, alles, was es erfüllt, im Innersten,
ist Gottesgeschenk. Gottesatem, Gottesgedanke
originell und einmalig.
Und Du, Heilig- Lebendiges Wesen Mensch,
Du bist da, zu schützen und zu bewahren
Alles, was wächst, alles, was lebt:
Die Pflanzen, die Tiere, die anderen, dich selbst.
Wir beten mit den Farben der Schöpfung:
Lebendiger Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde,
schenk uns vom Rot der Tomaten – deine Liebe zu uns.
Vom Orange der Karotten -- deine wärmende Güte.
Vom Gelb der Äpfel und Kürbisse – dein barmherziges Leuchten.
Vom Grün der Birnen und Gurken -- deine frische Hoffnung.
Vom Hellblau des Himmels -- deine unendliche Weite.
Vom Dunkelblau der Pflaumen -- deine verborgene Nähe.
Vom Violett der Auberginen deine Wege zu dir.
Amen.


Wochengebet 27.09.-02.10.2020

PSALM: 34,8

Der Engel des Herrn lagert um die her,

die ihn fürchten, und hilft ihnen heraus.

 

Am 29. September ist der Gedenktag des Erzengels Michael und aller Engel. Von Engeln sprechen sogar Menschen, die von Gott nichts wissen wollen. Dabei sind sie ja eigentlich Gottes Boten und die Helfer, die er uns sendet. Aber während Gott unsichtbar und unbeschreibbar bleibt, scheinen Engel mehr vorstellbar zu sein und sind eine Brücke zwischen Himmel und Erde.

Besonders Schutzengel sind in unseren Gedanken wichtig. Dabei gibt es viele kleine Figürchen zu kaufen. Aber ob die wirklich helfen in der Not?

Die Engel der Bibel, auch der Erzengel Michael, sind mächtige Gestalten. Michael kämpft sogar mit dem Satan und besiegt ihn. Er ist also einer, der wirklich helfen und schützen, behüten und trösten kann.

Wie verzweifelt sind wir oft in unserem Leben, wie oft fehlt uns das Vertrauen, dass Gott für uns da sein will.

Das Psalmwort sichert uns zu, dass Gottes Engel da sind, immer in unserer Nähe, und uns heraushelfen wollen aus all unseren Nöten. Vertrauen wir darauf auch in den kommenden Tagen.

Ewiger Gott, du nimmst in wunderbarer Weise

Engel und Menschen in deinen Dienst.

Wir bitten dich: Erweise deine Macht in unserem Leben.

Damit wir in guten und in bösen Zeiten den Beistand deiner Engel erfahren. Amen.


Wochengebet 20.09.-26.09.2020

Wenn der Herr nicht das Haus baut…⠀

So ist es mit uns Menschen:⠀

Wenn wir uns ein Haus bauen⠀

Und dabei den Segen Gottes ausschlagen⠀

Weil wir meinen, es doch selber in der Hand zu haben, ⠀

dann kommt eines schönen Tages die Erkenntnis, ⠀

dass doch alles umsonst gewesen ist.⠀

Wenn wir meinen, für Haus und Hof, für Dorf und Stadt ⠀

Allein auf unser Wirken und unsere Fähigkeiten zu vertrauen ⠀

und für Gottes Segen zu bitten vergessen,⠀

dann nützen alle Versicherungen und Absicherungen am Ende nichts.⠀

Und wenn ein Mensch meint, durch immer mehr Aufwand und ⠀

Raffinesse⠀

Die täglichen Verunsicherungen und Unwägbarkeiten in den Griff zu ⠀

bekommen,⠀

der wird hart auf den Boden fallen. ⠀

Ruhe, Gelassenheit und viel Nähe und Vertrauen zu Gott nützen da ⠀

mehr.⠀

Zweifel daran?⠀

So lass Dir diese Fragen gefallen:⠀

Schon mal etwas vergeblich getan im Leben?⠀

Richtig lange an etwas gearbeitet,⠀

und dann war alles sinnlos?⠀

Immer achtgehabt auf etwas⠀

Und im entscheidenden Moment nicht aufgepasst?⠀

Geplant, gegrübelt – und nichts kam dabei heraus?⠀

Und wenn doch – dann alles ganz anders?⠀

Kennst Du das auch?⠀

Ich möchte Dir sagen, woran das liegt.⠀

Es kann nichts werden, wenn Gott das nicht will.⠀

Du solltest alles von ihm erwarten.⠀

Sonst strampelst Du Dich vergebens ab…⠀

Ohne IHN kannst Du nichts tun⠀

Wer aber alles von IHM erwartet,⠀

wenn Du dieses alles tust mit Gott an Deiner Seite und in Deinem Kopf⠀

den wird ER niemals enttäuschen.⠀

Da liegt Gottes Segen über all seinem Tun und seinem Erreichen.⠀

Amen⠀


Wochengebet 13.09.-19.09.2020

Ein Gebet in großer Verunsicherung⠀

Wer bin ich?⠀

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?⠀

Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?⠀

Unruhig, sehnsüchtig, krank, ⠀

wie ein Vogel im Käfig;⠀

ringend nach Lebensatem, ⠀

als würgte mir einer die Kehle,⠀

hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,⠀

dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,⠀

zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,⠀

umgetrieben vom Warten auf große Dinge,⠀

ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,⠀

müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,⠀

matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?⠀

Wer bin ich?...⠀

Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.⠀

Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich,⠀

o Gott!⠀

Dietrich Bonhoefer schrieb dieses Gebet während seiner zweijährigen Haft in Nazigefängnissen.⠀

Hin- und hergerissen zwischen Hoffnung, Ungewissheit, und Lebensbedrohung erschien Bonhoeffer ⠀

seinen Mitmenschen wie ein Fels in der Brandung der Unwägbarkeiten; als Beistand für ⠀

Mitgefangene und Freunde. Aber auch er wurde innerlich verunsichert und hinterlässt uns ein ⠀

ehrliches Gebet im Seelenzustand der Ungewissheit von Befürchtungen und Hoffnung.⠀

Solche Zeiten erleben wir Menschen von Zeit zu Zeit. Und manchmal werden wir wie Bonhoeffer von ⠀

den Umständen dorthin geworfen. Im Kleinen wie im Großen, im Privaten wie im Politischen. Ob die ⠀

Verhafteten Protestierer in Belarus oder aus Hongkong; ob eine Schicksalsschlag, eine Krankheit, eine ⠀

Depression uns aus der Bahn wirft; bringen wir unsere Verunsicherung vor Gott. Vielleicht auch im ⠀

Namen derer die gar nicht mehr zu beten wagen.⠀


Wochengebet 06.09.-12.09.2020

Barmherziger und liebender Gott, wir leben im Vertrauen auf Christus, der gesagt hat: Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.⠀ ⠀ ⠀⠀

 Wir bitten für alle, die um einen Menschen trauern oder sich von einem verloren gegangenen Traum verabschieden müssen. ⠀ ⠀ ⠀⠀

 Wir bitten für alle, die Leid tragen, an Körper, Seele oder Geist. Tröste und heile sie, stelle ihnen Menschen zur Seite, die ihnen Trost und Halt bieten.⠀ ⠀ ⠀⠀

 Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.⠀ ⠀ ⠀ ⠀

Wir bitten für die Menschen, die keine Gewalt anwenden und von anderen gedemütigt werden. ⠀ ⠀

Wir bitten für alle, die meinen, nur mit sprachlicher oder körperlicher Gewalt das Leben bewältigen zu können: Weise ihnen den Weg Deiner Liebe.⠀ ⠀ ⠀ ⠀

Selig sind, die hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden.⠀ ⠀ ⠀ ⠀

Wir bitten für die Menschen, die sich für Gerechtigkeit in dieser Welt einsetzen. Für alle, die ihr Leben einsetzen, um die Schöpfung und den Frieden der Menschen zu erhalten. Sättige Du sie durch Deine Liebe und sei ihnen Quelle für ihre Aufgaben.⠀ ⠀ ⠀ ⠀

Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.⠀ ⠀ ⠀ ⠀

Wir bitten Dich, schenke uns allen die Gabe, barmherzig auf uns und das Leben der anderen zu sehen.⠀ ⠀

So bitten wir Dich, dass wir fröhlich und getrost in die kommende Woche gehen können, denn wir vertrauen darauf, dass Du bei uns bist bis ans Ende der Welt durch Jesus Christus unseren Herrn. Amen.⠀ ⠀

⠀ ⠀

Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich still und leise; und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise. Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt, da wirkt sie fort in Tat und Wort hinaus in unsre Welt. ⠀ EG 659,1 (Text: Manfred Siebald) 


Wochengebet 30.08.-05.09.2020

Das kleine Friedensgebet! (Das Gebet des Heiligen Franziskus)
Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten, nicht, dass ich getröstet werde,
sondern dass ich tröste; nicht, dass ich verstanden werde,
sondern dass ich verstehe; nicht, dass ich geliebt werde,
sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Dieses Friedensgebet kann gebetet und gelebt werden. Es beschreibt eine wesentliche christliche Grundhaltung und gehört heute zu den weltweit bekanntesten Gebeten der Christenheit. Irrtümlich wird es Franz von Assisi zugeschrieben. Der Verfasser ist aber in Wirklichkeit unbekannt. Dieses Gebet taucht erst 1912 zum ersten mal in einer französischen Zeitung auf. Um 1918 druckte der Franziskaner Étienne Benoît das „Gebet für den Frieden“ ohne Namensnennung auf der Rückseite einer massenproduzierten Heiligenkarte in Französisch nach. Von Januar 1927 an zirkulierte das Gebet in den Vereinigten Staaten. Die erste bekannte englische Version erschien in der Quäkerzeitung Friends`Intellingencer unter dem irrtümlichen Titel „A Prayer of Saint Francis“ und wurde so erstmals Franz von Assisi zugeschrieben. Seit dem hat es sich weltweit verbreitet und wurde von bekannten Christen rund um den Erdball zitiert und gebetet. Ob Mutter Teresa, Prinzessin Diana, Margaret Thatcher, Dom Helder Camara, Papst Johannes Paul II, Bill Clinton, Leonardo Boff es gebetet haben;
Tun wir es ihnen doch gleich.


Wochengebet 22.08.-29.08.2020

AUS PSALM: 145 (z.T. nach Peter Spangenberg)
Ich will dich erheben, Gott, und deinen Namen loben
immer und ewiglich.
Ich will singen, lieber Gott, singen will ich von deiner Freundlichkeit,
die durch alle Zeiten über der Welt liegt.
Jeden Tag will ich davon singen,
singen will ich davon, wie großartig du bist.
Alle Menschen, alle Menschenkinder und Generationen
werden von dir erzählen,
weil sie staunen über den Glanz deiner Wunder,
wie gut du bist, wie zärtlich und wie wunderbar.
Ja, du beschenkst unser Leben mit deiner Liebe,
du hast viel Geduld mit uns Menschen, du erfüllst unsere Zeit.
Wie die Sonne alles bescheint, so ist deine Liebe für alle da.
Alle deine Geschöpfe werden dir dafür danken,
und alle Menschen werden erkennen, wie glanzvoll du regierst.
Wir richten unsere Hoffnungen auf dich,
und du überschüttest uns mit Geschenken.
Du öffnest dein Herz, und wir spüren deine Liebe.
So begleitest du mit deinem Segen alle, die an dich glauben


Wochengebet 16.08.-21.08.2020

Als damals Gott die Welt erschaffen hatte, freute er sich über sein Werk. Jedes Wesen hatte seine Bestimmung. Alle Geschöpfe lebten fröhlich nach ihrer Art. Nur das Lamm war traurig. Daher fragte Gott: „Warum schaust du so traurig drein?” - „Ach, mein Gott“, antwortete das Lamm seufzend, „wie kann ich glücklich sein, wenn ich doch schwach und hilflos bin! Warum bin ich so anders? Warum gabst du mir nicht wie allen anderen Tieren Waffen zur Verteidigung? Die anderen haben spitze Hörner und scharfe Klauen, kräftige Rüssel und giftige Zähne, schnelle Beine und breite Flügel. Zudem können sich alle retten durch Klettern und Laufen, Fliegen und Tauchen, Beißen und Stechen, Fangen und Rauben. Aber ich habe nichts dergleichen. Ich bin wehrlos und der Willkür meiner Feinde ausgesetzt.” Gott hörte sich die Klagen des Lammes an und nickte: „Ja, so ist es. Wenn du es wünscht, dann überlasse ich dir die Wahl: Möchtest du Krallen, Nägel, scharfe Zähne, ein Geweih oder Rüssel, Flügel oder Flossen?”. Das Lamm überlegte kurz und antwortete: „Ach nein, mein Gott. Diese gefährlichen Waffen verletzen. So möchte ich dich um bessere Waffen bitten, mit denen ich das Böse und den Feind wirklich überwinden kann!” - „Deine Bitte ist weise, darum will ich sie dir erfüllen. Ich gebe dir hiermit die besten Waffen, mit deren Hilfe du alles überwinden und besiegen kannst!” Und Gott gab dem Lamm seine besten Gaben: Mut und Sanftmut, Beharrlichkeit und Ausdauer, Hingabe und Geduld, Herz und Verstand. Nach einem jüdischen Märchen
Guter Gott, von dir kommen Mut und Sanftmut, Beharrlichkeit und Ausdauer, Hingabe und Geduld, Herz und Verstand. Hilf, dass wir diese Talente auch annehmen und verinnerlichen können. Gib uns ein Gespür für alle unsere Möglichkeiten, aber auch für unsere Grenzen. Sei du unser langer Atem, wenn es gilt, sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Amen.


Wochengebet 09.08.-15.08.2020

Heimat bei Gott
Wo ich dir Gott begegne, bin ich daheim.
In der Kirche, in der Gemeinde, bei anderen Menschen zu Hause erfahre ich deine Freundlichkeit
Und finde Geborgenheit.
Ich höre (auf) dein Wort.
Ich lasse mich darauf ein. Ich öffne mein Herz und antworte Dir.
Ich entspanne mich unter Menschen, die zu dir gehören wie ich.
Dein Friede ist mir wirksam nah,
wenn ich dir vertraue.
Du tust mir gut.
Da bin ich mir sicher und freue mich drüber.
Wie die Schwalbe, die ihr Nest baut am sichersten Ort,
wie die Meise im sorglosen Flug auf der Suche nach Nahrung,
so fühle ich mich in deiner Gegenwart wohl
und in der Gemeinschaft mit all den anderen, die sich an deiner Seite versammeln.
Das ist das Glück, bei dir zuhause zu sein.
Das ist mein Glück, dass deine Lebenskraft mich stärkt.
Und ich dankbar meine Wege gehen kann, die auch deine Wege sind.
Leid und Schmerzen bleiben mir hoffentlich erspart, auch wenn sie zum Leben dazugehören.
Vielleicht muss auch ich durch das Tal der Tränen,
aber durch dich können es Quellen des Segens am Ende werden.
Frischer Lebensmut ist wie ein neuer freundlicher Tag, weil ich nicht aufhören will und kann,
auf dich zu hoffen,
dir zu vertrauen,
bis ich einmal bei dir bin.
Gott, du hast die Macht, die Liebe und die Weisheit.
Erhöre mich:
Segne und schütze und stärke die,
die sich um Freiheit und Frieden zum Leben mühen.
Segne und schütze und stärke die,
die in ihrem Leben dir dienen und Gottesdienst alltäglich leben.
Lass sie Mut und Ausdauer und Kraft gewinnen durch deine Gnade,
damit sie nicht Opfer eigener Resignation werden.
Du, Gott, bist uns Sonne und Schild.
Du, Gott, schenkst Licht und Wärme.
Du, Gott, bist Zuflucht und Trost.
Du bist die Macht und die Liebe und die Weisheit.
Ein Glück für alle, die dir vertrauen.
Amen


Wochengebet 02.08.-08.08.2020

AUS PSALM: 27 und 118 (z.T. nach Peter Spangenberg)
Die Gott lieben werden sein wie die Sonne,
die aufgeht in ihrer Pracht. (Ri. 5, 31)
Der Herr ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist meines Lebens Kraft:
Vor wem sollte mir grauen?
Da kann kommen, was will!
Da kann kommen, wer will!
Und wenn es tausend Probleme wären.
Ich weiß, dass ich mich auf dich, Gott, verlassen kann.
Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz!
Denn du bist meine Hilfe: verlass mich nicht
und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil!
Denn du, Gott, bist der Gedanke,
der mir neue Hoffnung gibt.
Du bist der Ort,
wo ich in meiner Angst geborgen bin.
Du bist die Kraft,
dich mich in meiner Furcht nicht fallen lässt.
Gott, du bist die Macht in meiner Verzweiflung.
Du bist das Lied auf meinen stummen Lippen.
Du machst meine Seele heil.
Deshalb werde ich nicht zerbrechen, sondern leben
Und davon erzählen, was Gott Gutes an mir tut.
Die Gott lieben werden sein wie die Sonne,
die aufgeht in ihrer Pracht.

Wochengebet 26.07.-01.08.2020

„Bleibt fest in der brüderlichen Liebe.
Gastfrei zu sein vergesst nicht;
denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.
Denkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene,
und an die Misshandelten, weil auch ihr noch im Leibe lebt.“
(Hebräer 13,1–3)

Gott, wir danken Dir, dass Du zu uns kommst in unserem Leben.
Dass Du bei uns zuhause Gast sein möchtest und gleichzeitig unser
Gastgeber bist.
Von Dir empfangen wir alles, was wir zum Leben brauchen:
die Hoffnung, dass Du unser Leben gewollt hast und dass du zu uns hältst und uns als Menschen niemals aufgibst.
Deine Liebe stärkt uns auf unserem Lebensweg und lässt uns hoffen,
dass es sich immer wieder lohnt, zu lieben und anderen Menschen gastfreundlich zu begegnen.
Gott, wir bitten Dich, dass wir offen bleiben für Menschen, die in großer
Not sind, die uns um Hilfe bitten oder die zu uns geflüchtet sind.
Wir bitten Dich für alle ehrenamtlich Engagierten und für alle Verantwortlichen in Kirche und in Politik, dass sie die Not der Menschen ernst nehmen und mutig nach Wegen suchen, um zu helfen.
Lass uns eine gastfreundliche Gesellschaft und Kirche sein und uns nicht abschotten, wenn wir Widerstände und Druck spüren.
Gott, wir bitten Dich füreinander und für uns selbst. Lasst uns als Deine
Gemeinde zusammen stehen und uns gegenseitig helfen, trösten, ermutigen und begleiten. Sei bei denen, die krank sind, bei denen, die einen lieben Menschen vermissen. Stehe denen bei, die Arbeit suchen oder einen neuen Anfang in ihrem Leben.
Miteinander wollen wir das Geschenk des Friedens teilen und bewahren und um den Frieden beten:
Jesus Christus, Du hast uns Deinen Frieden hinterlassen als ein Zeichen der Hoffnung und der Versöhnung unter uns Menschen. Lass uns aus Deinem Frieden leben und unser Leben mit anderen Menschen gestalten. Lass uns auch im Frieden mit Deiner ganzen Schöpfung leben und sie bewahren.
Darum bitten wir Dich. Amen.

Wochengebet 19.07.-25.07.2020

1.) Danke für diesen guten Morgen, Danke für jeden neuen Tag. Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag. 
2.) Danke für alle guten Freunde, Danke, oh Herr, für jedermann. Danke, wenn auch dem größten Feinde ich verzeihen kann. 
3.) Danke für meine Arbeitsstelle, Danke für jedes kleine Glück. Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik. 
4.) Danke für manche Traurigkeiten, Danke für jedes gute Wort. Danke, dass deine Hand mich leiten will an jedem Ort.

Danke, himmlischer Vater, für deine Treue und Liebe.
Manchmal ist mein Glaube unbeständig.
Ich kenne Zweifel und Vorbehalte, und oft meine ich, es gehe auch ohne dich ganz gut.
Im normalen Alltag, im Auf und Ab der Gewohnheiten geht so viel unter.
Die Freude an dir wird von tausend anderen Dingen erdrückt.
Doch manchmal spüre ich deine Gegenwart.
Ich freue mich wie wichtig ich dir bin und wie wichtig du mir wirst.
Ich habe erlebt, dass du mich durch Krisen begleitet
und mir in ausweglosen Situationen einen Ausweg eröffnet hast.
Danke, dass du treu bist, auch wenn mein Glaube klein ist.
Danke, dass ich beten und hoffen darf.
Dir befehle ich mich an. Begleite meinen Alltag.
Amen

Wochengebet 12.07.-18.07.2020

Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. 

3 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin 

kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue? 

4 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist 

nun dein Gott? 

5 Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: wie ich einher zog in 

großer Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken in der 

Schar derer, die da feiern. 

6 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich 

werde ihm noch danken, dass er mir hilft mit seinem Angesicht. 

7 Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, / darum gedenke ich an dich im Lande am 

Jordan und Hermon, vom Berge Misar. 

8 Deine Fluten rauschen daher, / und eine Tiefe ruft die andere; alle deine Wasserwogen 

und Wellen gehen über mich. 

9 Am Tage sendet der HERR seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem 

Gott meines Lebens. 

10 Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich so 

traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt? 

11 Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, / wenn mich meine Feinde schmähen und täglich 

zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? 

12 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn 

ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Gott, das sind Worte aus dem 42. Psalm und wir rufen dich an: 

Bist du da, 

wenn Angst uns überfällt vor dem Heute und dem Morgen? 

Vieles erscheint uns unlösbar. 

Unserer Einflussnahme und unserem Sicherheitsempfinden entzogen. 

Wir neigen dazu, Dinge einfach hinzunehmen als Lauf dieser Welt. 

Was können wir tun, um dem Frieden Raum zu geben und der Gerechtigkeit den Weg zu 

ebnen?

Was können wir tun, um die Welt auf den richtigen Weg zu bringen?

Was können wir dazu beitragen, Krankheiten und die Zerstörung unserer 

Lebensgrundlagen einzudämmen?

Gott, bist du da? 

Du weißt was unser Herz beschwert. Erbarme dich unser!

Und wir wissen, dass Du uns eine gute Zukunft versprochen hast:

Für uns.

Für unsere Kinder.

Für diese Erde, deine Schöpfung mit allen Pflanzen und Tieren und alles, was lebt.

Danke dafür!

Amen

(Pfr. Naumann) 

Wochengebet 05.07.-11.07.2020

aus PSALM: 33 (nach Peter Spangenberg)

Am liebsten würde ich laut rufen:
Nun zeigt doch endlich eure Freude, ihr Christen.
Dankt Gott mit allem, was ihr habt:
Mit euren Stimmen, mit Orgel und Trompete,
mit Klarinette und mit Xylophon,
mit Kassettenrecorder und Zupfbass,
mit Mundharmonika und Trommel.
Singt neue Lieder von einer neuen Zeit.
Lasst klingen, was euer Herz weiß.
Gott ist Gott! Er strahlt in und über der Welt.
Seine Worte haben Gewicht, und er hält, was er sagt.
Er liebt Menschen, die sich in seiner Liebe wohlfühlen wie in einem schönen neuen Zimmer.
Die ganze Erde in all ihrer Pracht ist ein Spiegel seiner Güte.
Wo Gott ist, da ist Himmel,
und wo Himmel ist, da ist Gott,
und alle guten Kräfte, die wir Engel nennen,
stehen in seinen Diensten.
Gott sieht alle seine Menschenkinder
und wendet sich ihnen zu.
Er pflanzt in ihr Herz die Sehnsucht nach gutem Leben.
Er achtet auf alles, was wir tun.
Kein Mensch kann ohne Gott auskommen.
Ich freue mich, dass ich an diesen Gott glaube
und seinen Namen trage.
Bleib bei uns, lieber Gott, du bist unsere ganze Hoffnung!
Das Wort des Herrn ist wahrhaftig,
und was er zusagt, das hält er gewiss

Wochengebet 28.06.-04.07.2020

„Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen
und selig zu machen, was verloren ist.“
So heißt bei Lukas (Lukas 19,10), der auch die Geschichten
„Vom verlorenen Schaf“ und „Vom verlorenen Groschen“
erzählt: Gott ist es nicht egal, wenn etwas verloren ist.
Nein, Gott lässt nicht nach, bis er das Verlorene gefunden hat.
So geht Gott uns nach und gibt uns nicht verloren,
wo wir verloren scheinen.
So fühlen sich viele in den letzten Wochen verloren,
weil sie viel alleine sind und nicht unbeschwert
unter Menschen sein können.
Begegnungen und Gemeinschaft, Feiern und Geselligkeit,
persönliche Gespräche und Unterstützung,
Leichtigkeit und Unbekümmertheit
sind verloren gegangen.
Aber Gott lässt uns nicht allein und ist bei uns
durch sein Wort und seinen Geist, durch seinen Trost und seine Stärkung,
durch die Kraft des gemeinsamen Gebetes.
Darum brauchen wir nicht bekümmert sein;
denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“
(Nehemia 8,9)
Mit Hans- Jürgen Netz stimmen wir ein:
„Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt,
damit ich lebe.
Ich lobe meinen Gott, der mir die Fesseln löst,
damit ich frei bin.
Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern,
die Menschen werden singen, bis das Lied zum Himmel steigt:
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,
Frieden auf Erden“ (EG 673)

Wochengebet 21.06.-27.06.2020

„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken“ Matthäus 11,28.
So lautet der aktuelle Wochenspruch.
Endlich einmal aufatmen
- vom Stress, der oft unseren Alltag prägt und die Verantwortung, die wir zu tragen haben,
-  von all den Corona-Sorgen und Veränderungen im Alltag
- von der Sorge um Menschen, die uns anvertraut sind,
- von dem Leiden an einer Krankheit, mit der wir leben müssen,
- der Trauer um einen geliebten Menschen, der uns genommen wurde,
- der Schuld, die wir auf uns geladen haben,
- der Angst vor dem, was uns die Zukunft bringt,
- von all den Wunden, die uns das Leben im Lauf der Zeit beigebracht hat,
- aber auch von den Ansprüchen, die wir an uns selber stellen und uns damit unter Druck setzen,
- und von der Routine, die sich manchmal in unser Glaubensleben eingeschlichen hat.
„Bringt eure Lasten zu mir!“ – lädt Jesus uns ein. Das kann auch als eine Aufforderung verstanden werden, im Gebet die Lasten vor Gott bringen.
Stille werden, aufatmen, durchatmen, zur Ruhe kommen. Vielleicht auch den Blick darauf werfen wofür ich dankbar sein kann. Nehmen Sie sich ruhig diese Zeit. Stille werden, aufatmen, zur Ruhe finden, ein Gebet entstehen lassen.
„Ich will euch erquicken“, sagt Jesus. Durch solches Beten kann es geschehen, dass wir neue Kraft schöpfen. Vielleicht bleiben die Lasten und Mühen dieselben, und doch lassen sie sich anders tragen, mit neuer Hoffnung und neuer Kraft. Vielleicht wissen sie nicht was sie beten sollen. Das macht nichts, treten sie einfach so vor Gott wie die Situation gerade ist. Stille benötigt keine Worte. Wenn sie nach Worten suchen und nicht so recht wissen was sie sagen sollen, dann sprechen Sie :

Vater unser im Himmel 
Geheiligt werde dein Name. 
Dein Reich komme. 
Dein Wille geschehe, 
wie im Himmel, so auf Erden. 
Unser tägliches Brot gib uns heute. 
Und vergib uns unsere Schuld, 
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. 
Und führe uns nicht in Versuchung, 
sondern erlöse uns von dem Bösen. 
Denn dein ist das Reich 
und die Kraft und die Herrlichkeit 
in Ewigkeit. Amen. 


Matthäusevangelium 6,9-13


Wochengebet 14.06.-20.06.2020

Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit!
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!
Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.
Wer ist wie der HERR, unser Gott, der oben thront in der Höhe, der niederschaut in die Tiefe, auf Himmel und Erde;
der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz,
dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;
der die Unfruchtbare im Hause wohnen lässt, dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!
Guter Gott, du bist wie ein Vater im Himmel,
du bist wie ein geliebter Sohn, du wirkst wie ein unsichtbarer Geist.
Du wirkst dabei dreifach und wir schaffen es nicht, auf einfache Weise gut zu sein, nachsichtig, menschlich, liebevoll nach deinem dreifachen Vorbild.
Wir bekennen vor dir, was wir dir in unserer sündhaften Verstrickung in dieser Welt schuldig geblieben sind:
Aber alle das können wir immer wieder vor dich bringen,
können es ablegen
und wir wissen, du siehst uns gnädig an trotz allem.
Die Stadt Gottes scheint in Trümmer gelegt.
Die Straßen des Friedens scheinen unbegehbar zu sein.
Die Türme der Hoffnung versinken im Erdboden.
Der Grundriss unserer Liebe ist zerstört.
Die Leiden der Menschen zählen nicht sehr,
die schlechten Nachrichten sind zum täglichen Brot geworden
einige wollen die Welt kurz und klein schlagen für ihre Interessen
darum haben sie uns die Hände gebunden
und unsere Freiheit durch globale Strukturen in Ketten gelegt.
Um der Ehre deiner Namen, hilf uns, dreieiniger Gott
Um deines Namens Willen, reiß uns heraus aus diesem Chaos und erbarme dich unser. Wir hoffen auf dich und sind gewiss, dass du uns nicht allein lässt.
Amen

Wochengebet 07.06.-13.06.2020

Gott, du Schöpfer unserer Welt,
du hast nie aufgehört, dich um deine Welt zu kümmern,
und du wirst nicht ablassen, sich um sie zu kümmern,
auch wenn wir das manchmal nicht wahrnehmen wollen.
Denn du hast diese Welt und uns für dich liebenswert gemacht,
hast ihr durch deinen Sohn Jesus Christus
Würde und Verheißung zurückgegeben,
die wir Menschen ihr geraubt haben.
Lass unsere Zweifel daran nicht zu,
lass nicht zu, dass wir täglich diese Zweifel neu nähren,
indem wir mit unserer Welt so umgehen, als gehörte sie uns,
indem wir täglich mit uns so umgehen, als gehörten wir uns.
Heiliger Gott, lehre uns, von unseren Sorgen wegzusehen
und zu sehen deine Sorge für uns und unsere Welt,
auf deine Sorge, die für uns so anschaulich geworden ist
in Jesus Christus, deinem Sohn.
„Sorgt nicht“ hat Jesus gesagt,
„denn der Vater im Himmel weiß, was ihr braucht.“
Lass uns gelassener werden bei dem,
was uns täglich begegnet an Sorgen und Nöten,
und froh werden über dein Sorgen und Kümmern um uns, Herr.
Gott, Heiliger Geist, sei du die gute Atmosphäre,
in der Menschen wieder miteinander lachen und singen,
wachsen und reifen, lernen und einander beistehen.
Erwecke uns zum Leben, durchdringe es
und lass uns mit Liebe zu allen Geschöpfen
Antwort geben auf deine Liebe.
(Pfarrerin Andrea Rylke-Voigt)

Wochengebet 31.05.-06.06.2020

Pfingsten ist das Fest, wo die Jünger Jesu jegliche Furcht verloren,
wo sie unbefangen und frei redeten und den Glauben an Gott verkündeten.
Man spürte ihnen die Begeisterung für eine Botschaft an, die leise ist,
aber nicht leisetritt, die tröstet und beruhigt.

Zu Pfingsten feiern auch wir, dass wir selber spüren können, dass und wie Gott in uns steckt.
Darum hat Gott uns den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit geschenkt.
 (2. Timotheus 1,7)

Den Geist der Besonnenheit brauchen wir unbedingt,
damit wir die sog. Corona Zeit weiterhin aushalten, 
dass wir Gottesdienste unter ungewöhnlichen Bedingungen feiern,
dass wir überlegen, doch lieber zu Hause und alleine zu bleiben,
dass wir finanzielle Engpässe durch Kurz- oder Arbeitslosigkeit
oder mangels Aufträge durchstehen,
dass unsere Kinder ihren neuen Schul- oder Studienalltag bewältigen,
dass wir uns einschränken in unseren Freizeit- und Urlaubsaktivitäten,

Darum haben wir seit Pfingsten den Geist der Liebe, also
den Geist der Stille und des Trostes, der Weisheit und des Mutes,
des Rates und der Freude, der Stärke und der Güte,
der Freude und der Wahrheit.

Gottes guter Geist gebe uns immer wieder neu die Kraft,
dies alles zu beherzigen und alle Widerstände zu überwinden.

Und so heißt es im Lied von Eckart Bücken:
 „Gott gab uns Atem, damit wir leben, er gab uns Augen, dass wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn.
Gott gab uns Ohren, dass wir hören. Er gab uns Worte, dass wir verstehn.
Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
Gott gab uns Hände, damit wir handeln. Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehen.“
(EG 432)
(Pfr. Grimm) 

Wochengebet 24.05.-30.05.2020

„Herr, höre meine Stimme“ ist die Übersetzung des Sonntags
Exaudi: Der Sonntag zwischen Himmelfahrt und Pfingsten.
„Herr, höre meine Stimme“ möchten wir Gott zurufen:
Denn seit Wochen leben wir in Verunsicherung und
Zurückhaltung, in Sorgen um uns und unsere Nächsten,
in Hoffnung auf Lockerzungen und Freiheiten,
in Ernüchterung, wie Lockerungen und Freiheiten aussehen.
Ein wirklich beruhigendes Ende des Weges ist nicht in Sicht.
Wann können wir wieder Feste unbeschwert feiern:
Geburtstage und Jubelhochzeiten, Taufen und Trauungen,
Konfirmationen und Kommunionen.
Welchen Urlaub können wir ruhigen Gewissens machen?
Wann können wir wieder unbeschwert und unbefangen
einkaufen und ins Restaurant gehen?
Wann können wir Eltern und Großeltern besuchen:
zu Hause, im Seniorenheim, im Krankenhaus.
„Herr, höre meine Stimme“ ist die Bitte um den Heiligen Geist,
den Gott uns am Himmelfahrtstag durch Jesus zugesagt hat;
der Ruf und die Sehnsucht nach Begleitung und Erneuerung,
nach Stärkung und Nähe.
Wir empfinden eine Sehnsucht nach Heil und Unbeschwertheit
Darum bitten wir Gott mit Versen nach Psalm 27:
Der Herr ist mein Licht und mein Glück. Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist der Schutz meines Lebens. Vor wem sollte ich erschrecken?
Höre doch Herr, mein lautes Rufen! Hab Erbarmen mit mir und antworte mir!
Zeige mir, Herr, deinen Weg und führe mich geradlinig durchs Leben.
Darum hoffe ich auf den Herrn!
Sei stark und fasse Mut! Setze deine Hoffnung auf den Herrn!

Wochengebet 17.05.-23.05.2020

Reich sind wir, Gott, an Straßen, Autos, an Möglichkeiten, 
uns zu bewegen, uns zu unterhalten, uns zu zerstreuen,
unserer vertrauten Umgebung, wenn wir wollen, zu entfliehen.
   Reich sind wir, rund um die Uhr, an Informationen und Nachrichten
   an Wertpapieren, Aktien und Möglichkeiten,
   die Annehmlichkeiten des Lebens grenzenlos zu steigern.
Arm sind wir an Zufriedenheit,
an Frieden also mit unseren Gedanken, Wünschen, Gefühlen,
an Frieden auch mit anderen Menschen.
   Arm sind wir an Mut zum Leben, an Gelassenheit,
   an Geduld mit anderen Menschen,
   für Zusammenhänge auch, die sich erst nach einer Weile erschließen.
Reich, Gott, sind wir an Ansprüchen,
Erwartungen an andere und an die Gesellschaft.
Reich sind wir an Worten, Vorwürfen, moralischen Einsprüchen.
   Arm sind wir an Zuneigung und Liebe gegenüber Menschen,
   die uns fremd sind, die uns querkommen.
   Arm sind wir an Worten des Trostes für andere und uns selbst.
Dies, Gott, erkennen wir und strecken uns aus zu dir,
der du reich bist, unseren Herzen festen Halt zu geben,
und uns mit der wahren Köstlichkeit zu sättigen.
   Denn mit deiner Treue bleibst du nicht für dich,
   kommst zu uns stattdessen
   zu allen Menschen, zu allem, was lebt in dieser Welt,
   deinen Reichtum mit uns zu teilen. 
Amen

Wochengebet 10.05.-16.05.2020

Lieber Gott,

gesehen habe ich sie nicht.

Aber ich habe sie gehört:

Deine singende Gemeinde!

Hoch in den Bäumen singen sie dir 

ein wunderschönes Lied,

vielstimmig, kunstvoll, zart und mit Inbrunst.

Sie jubeln dir zu, Gott,

weil die Sonne so schön scheint und wärmt,

weil sie sich so wohlfühlen,

weil du sie geschaffen hast – wunderbar.

Lieber Gott,

in diesen Lobgesang der Vögel hoch in den Bäumen

möchte ich auch einstimmen

und meine Seele hoch emporheben – hin zu dir.

Ich will dir danken, dass du mich wunderbar gemacht hast,

ich will dir singen, weil du mich liebst und mein Leben willst,

ich will dich loben, weil du mich aus allen Tiefen herausholst

und mich fröhlich machst, 

selbst dann, wenn um mich herum vieles schwer ist. 

Und wenn ich aus Vorsicht und Rücksicht 

in unserer Kirche nicht mehr singen darf,

dann summe ich und singe dir in meinem Herzen

die wunderschönsten Melodien

und lausche den Tönen der Orgel oder des Klaviers.

Und singe dir an anderen Orten: zuhause

oder unter den Bäumen mit deinen vielen Vögeln. Amen.

Singt dem Herrn ein neues Lied,

denn er tut Wunder! (Psalm 98,1 zum Sonntag „Kantate! Singt!“)

Wochengebet 03.05.-09.05.2020

Liebe Gemeinde,
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sagte aktuell ein paar beindruckende Worte zur Corona Krise:
„Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig. Schließt nicht aus, dass wir sterben müssen.  Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar.“
 

 

Damit ist Wolfgang Schäuble ganz auf der Seite Christi. 
Dass wir einmal sterben müssen ist eine ausgemachte Sache. Die größte Gefahr ist nicht der Tod, gegen den wir uns sowieso nicht schützen können. 

 

Die größte Gefahr ist der Verlust eines sinnvollen Lebens. Die größte Gefahr ist es das Leben ungenügend zu leben, würdelos zu werden oder gemacht zu werden. Im Markusevangelium sagt Jesus: 

„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme an seiner Seele Schaden?“ (Markus 8,36)

 

Die Pandemiebeschränkungen beschneiden vehement Grundrechte, die auch die Würde der Menschen betreffen. 
Die Isolation in Altenheimen z.B., oder auch das Ansteigen von Häuslicher Gewalt und in der Folge eine erhöhte Todesopferzahl von misshandelten Menschen, die Zunahme von Depressionen, die Entstehung von Neurosen und die mangelnde Entfaltungsmöglichkeit von Kindern. All das gilt es gegenüber den Pandemiemaßnahmen abzuwägen. Diese Herausforderung ist schwierig genug.

 

Ich meine worauf es jetzt religiös ankommt ist, menschlich zu bleiben in all der Angst und dem Misstrauen. In all der Unsicherheit trotzdem auf Gott zu vertrauen und zu wissen gut aufgehoben zu sein. Das ist gewiss nicht immer leicht. Wenn Angst uns beschleicht schlimm betroffen zu werden, wenn jeder Mensch ein potentieller Virusübeträger wird. Wenn der Abstand unsere Begegnungen bestimmt, wenn Nähe nicht gelebt werden kann, dann werden auf Dauer unsere Beziehungen leiden. 
Menschlich zu bleiben und Nähe möglich machen, trotz Abstandsregeln und dabei zu wissen ein von Gott gewolltes Leben zu führen: Das gilt es im Herzen zu bewahren.
  
Sich der Unsicherheit auszuliefern und darin Gott zu finden: Das ist vielleicht die schwerste Lebensaufgabe. Und doch auch eine Aufgabe die uns innerlich frei machen kann, unabhängig mit einer eigenen Würde ausgestattet.


 Kommen Sie gut durch diese schwere Zeit
 Ihr Diakon Awiszio
 

Wochengebet

In dir bleiben,  Christus.
Die Kraft von dir empfangen.
Aus deiner Wurzel leben.
Aufnehmen und weiterreichen, 
was du uns gibst.
Frucht bringen.
Christus, ohne dich können wir nichts tun.

Du gibst die Kraft.
Aus dir strömt sie.
Gib sie denen, die müde sind, 
die erschöpft sind von Corona,
die sich aufreiben in der Sorge für andere,
deren Mut aufgebraucht ist,
die sich fürchten vor dem, was kommt.
Du bist die Wurzel, die trägt.
Erbarme dich.

Du bist der Friede.
Du berührst die Herzen.
Verwandle die Hartherzigen,
die Kriegsherren und die Lügner.
Ihr Gift sei wirkungslos,
weil du ihre Opfer heilst.
Du bist das Glück für die Schwachen.
Erbarme dich.

Du bist die Liebe.
Du machst alles neu.
Du bleibst.
Bleib bei den Trauernden, Christus
und bei den Liebenden,
denn ohne dich verlieren sie sich.
Du Liebe,
sprich zu uns,
zu deiner Gemeinde
und zu deiner weltweiten Kirche.
Bleib bei uns.
Christus, ohne dich können wir nichts tun.
Du bist der Weinstock.
Erbarme dich
heute und alle Tage, die kommen.
Amen.

Wochengebet 26.04.-02.05.2020

Einen Drachen steigen lassen

Mit guten Freunden ins Kino gehen

Ein Fest oder Grillabend organisieren

Kirschen vom Baum essen und Erdbeeren pflücken

Den klaren Frühlingshimmel in der Abenddämmerung mit Freunden genießen

Für meine Überzeugungen auf die Straße gehen

Nach harter Arbeit abends müde ins Bett fallen

Mit dem Fahrrad durchs Ruhrgebiet radeln und an schönen Orten Pause machen

Mit den Kindern spielen

Ein gutes Buch lesen und entspannt Musik hören

Im Gras am Kanal liegen

Die Mutter oder Oma besuchen

Im Mai sich vollregnen lassen

Alte Fotos ansehen

Eine Strandwanderung am Meer

Gott, es gibt so viel Schönes im Leben und auf dieser Welt

Gott, es gibt so viel Schönes, auf und über das ich mich freuen kann

Schenke Du mir einen langen Atem 

und den festen Glauben und das Vertrauen 

dass wir zusammen all das bald wieder gemeinsam tun.

Amen

(Pfarrer Naumann)

Wochengebet 19.04.-25.04.2020

Halleluja.  

Der Herr  ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.  

Halleluja.

 

So haben wir den Osterjubel wieder neu gehört.   Aber nicht wie sonst: Im Gottesdienst oder in der Osternacht, bei einem Konzert oder einer Gemeindeveranstaltung.  Nein, im Fernsehen und Radio, im Internet, Facebook oder Youtube, vor allem zu Hause.

 

Denn wir leben auf Abstand und in persönlicher Kontaktsperre. 

Das öffentliche Leben ist immer stiller geworden und soll nun ganz behutsam wieder in Gang kommen: Rücksichtsvoll, nach und nach;

Geduld und ein langer Atem sind gefragt.

 

Ähnlich wie bei der Osterbotschaft damals begleiten auch uns Sorge und Zweifel, Aufatmen und Neubeginn, Nachdenken und Fragen.

Lest es doch einfach in den Ostergeschichten in den Evangelien nach!  

Und lasst uns zu Gott rufen:

 

Gott, wir haben Ostern erlebt, vielleicht stiller und intensiver als sonst. Aber das Licht der Auferstehung scheint in unser Leben und in unsere Herzen hinein.  Denn du hast alle dunklen und Todesmächte besiegt. Du schenkst eine Hoffnung, die lebendig ist und in uns weiterlebt. 

Schenke, dass sie uns durch die vor uns liegende Zeit trägt, eine Zeit, die wir so noch gar nicht erlebt haben. Zeig uns, was es zu bewahren gilt und was wir unbedingt ändern müssen.

Lass uns jeden Tag neu von deiner Zusage leben, die in 

1. Petrus 1,3 wie folgt aufgeschrieben ist:

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus,

der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat

zu einer lebendigen Hoffnung

durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“
(Pfarrer Grimm)

Ostern 2020

Liebe Ostergemeinde in diesen Tagen! 

 

Welch eine Enttäuschung! Welch ein Schmerz! Da dürfen nun Angehörige, die um einen lieben Verstorbenen trauern, nicht zu einer großen Trauer-feier einladen. Draußen im Freien findet die Abschiednahme meistens statt, mit ganz wenigen Menschen, die sich nur zu zweit oder dritt aufstellen dürfen – und zuletzt geht man aus-einander, ohne Umarmung, ohne Anfassen. Das tut weh!  

 

Beerdigung in aller Stille - fast un-bemerkt.  Liebe Gemeinde, so war das auch, als Jesus gestorben war. Er wurde vom Kreuz abgenommen, zum Glück stellte einer ein Grab in einer Felshöhle zur Verfügung. Aber da war keine Abschiednahme, keine Trauer-feier, keine Jünger, die dem Leichenzug folgten. Nur ein paar Frauen schauten von Ferne, wo sie ihn hinbrachten. 

 

Doch dann kommt Ostern. Die drei Frauen gehen zum Grab und sehen das Grab geöffnet, und ein Engel spricht zu ihnen: 

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist auferstanden, er ist nicht hier.“ – Lesen Sie/ Lest Ihr doch die Worte noch einmal nach in Markus 16,1-8. 

 

Diese Botschaft ändert alles, damals und heute auch. Aus hoffnungslosen Menschen werden Mutige, aus Ver-zweifelten solche, die nach vorne schauen und ihren Weg auch in schweren Zeiten finden. 

 Herzen, die vor Angst zittern, werden fest und stark und voller Zuversicht. 

 

Wer Ostern im Herzen trägt und für sich weiß: Gott schenkt neues Leben – immer wieder mitten in unserem Leben! Und einmal schenkt er auch das neue Leben, wenn wir sterben müssen! Das gibt Kraft – auch heute! 

 

 

Am Ostersonntag werden von 9.30 Uhr bis 9.45 Uhr alle christlichen Kirchen die Glocken läuten. 

Und sie tragen diese Botschaft in die Welt hinaus und auch zu jedem von uns: 

Der Herr ist auferstanden! 

Er sagt: Ich lebe – und ihr sollt auch leben! (Joh. 14,9) 

Und wenn wir dann den Fernseh- gottesdienst verfolgen, dann können wir gegen 10.15 Uhr  unsere Fenster öffnen und selbst die Botschaft verbreiten und uns ermutigend zusingen:  

eg 99 - Christ ist erstanden, des solln wir alle froh sein 

 

Ein frohes Osterfest 

mit ganz viel Hoffnung, Lebensmut und Freude 

und Stärke und Widerstandskraft im Herzen 

wünscht Ihnen und uns allen 

 

Ihre/Eure  Pfarrerin AndreaRylke-Voigt 

 

 

 

Gebet aus der Tageslosung des Ostermontag: 

 

Ich hör die Botschaft: Jesus lebt! 

Herr, hilf, dass sich mein Herz erhebt 

aus Kummer, Zweifel, Angst und Leid! 

Mach es für deinen Trost bereit! 

 

Ich hör die Botschaft: Jesus lebt! 

Ihr Boten, die ihr Hoffnung gebt, 

führt mich zum Auferstandnen hin, 

dass ich bei ihm geborgen bin! 

Herr, steh mir bei! 

 

(Friedrich Hofmann) 

Karfreitag, 10.04.2020

Liebe Gemeinde,

diesen Karfreitag im Jahre 2020 können wir zum ersten mal nicht gemeinsam Gottesdienst feiern.  Die Corona-Pandemie zwingt uns dazu. Für manchen Protestanten fällt damit ein religiöses Bedürfnis weg an einem der höchsten Feiertage nicht gemeinsam Gott loben zu können, sich der Gemeinschaft zu vergewissern und des Todes Jesu zu gedenken.

Andere Menschen sind in dieser Zeit vielleicht aufgewühlt, verunsichert oder angsterfüllt. Und einige sind möglicherweise schon an Corona erkrankt. 
 Der Corona-Virus macht uns deutlich, dass wir unser Leben nicht in der eigenen Hand halten. Die Krankheit und der Tod;  sie können uns jederzeit er-eilen. Es wird uns bewusst: „Jeder ist gefährdet!“

Der heutige Karfreitag ist in diesem Jahr emotional sehr nah bei uns Menschen. Wenn wir zu Weihnachten die Menschwerdung unseres Gottes feiern. So wird zu Karfreitag dem Ende dieses Menschseins gedacht. Jesus Christus starb wie wir auch. Er hatte Angst und fühlte sich am Vorabend im Garten Gethsemane ganz allein gelassen. Er musste Schmerzen ertragen. Er wurde gekreuzigt. Es war ein langsamer quälender Tod der durch elendes ersticken endete,  weil Körperflüssigkeiten langsam seine Lungen füllten. Das Leid ist Gott nicht fremd.

Die Menschwerdung und das Sterben Gottes bedeuten, dass Gott sich mit unserem Leben und sterben solidarisiert. Er weiß um all unsere Nöte, Schmerzen, Sorgen, Ängste. Er leidet darin mit uns mit. 

Leiden, Sterben, Ängste, Schwierigkeiten – sie müssen in ihrer Tiefe durchlebt werden. 
 Doch trotzdem lohnt es sich unser Leben zu leben. Gott ruft uns zu, dass sich dieses Leben lohnt. „Es lohnt sich Mensch zu sein! Gott wollte einer sein!“ So lautet die Weihnachtsbotschaft. 
 Zu Karfreitag sollen wir wissen, dass wir nicht tiefer fallen können, als in Gottes Hand. Selbst wenn wir uns verlassen fühlen mögen oder einfach am Ende unserer Kräfte sind. Selbst wenn wir keine Hoffnung mehr haben, wenn wir Gottes Gegenwart nicht mehr spüren, so ist er doch da.

Gott hat den Tod überwunden! Das werden wir zu Ostern feiern. Dieses mal dann nicht im gemeinsamen Gottesdienst. Jeder für sich allein zu Hause aber dennoch verbunden in der Gemeinschaft der Christen. Das Karfreitagsgebet können wir heute in dieser Verbundenheit miteinander beten. 
 (Diakon Awiszio)


 Fürbitte aus der Reformierten Liturgie für den Karfreitag:

Heiliger, allmächtiger Gott!

Als dein Sohn am Kreuz schrie,

als der Vorhang im Tempel zerriss,

da war alles zu Ende.

Du aber, Herr,

hast in deiner unendlichen Macht und Gnade

aus dem Tod neues Leben gemacht.

Sein Blut hat unsere Schuld gesühnt.

Sein Wort hat eine neue Gemeinde zusammengerufen.

Sein Geist gibt Kraft zum Glauben, Lieben und Kämpfen.

Weil du von Ewigkeit her voller Erbarmen bist,

rufen wir dich an für alle Menschen in Not:

für die Armen und die Arbeitslosen,

für die Alten und die Verzweifelten,

für die Kranken und die Sterbenden,

für die Hungernden und die Gefangenen,

für die von Krieg und Ausbeutung Gequälten,

dass alle Frieden und Gerechtigkeit finden.

Weil du von Ewigkeit her

ein starker, gewaltiger Gott bist,

rufen wir dich an für alle Menschen,

die Macht und Verantwortung tragen

in den Regierungen und Parlamenten,

in der Verwaltung und im Gericht,

in Familie und Schule,

in Wissenschaft und Wirtschaft,

dass die Herrschenden dem Leben dienen

und nicht dem Tod,

dass sie ihre Grenzen erkennen,

dass ihr Tun, wenn es böse und gottlos ist,

ein Ende findet durch deine Macht.

 

Weil du von Ewigkeit her ein treuer Gott bist,

bitten wir dich um Frieden für dein Volk Israel

und rufen dich an für deine Kirche in aller Welt,

dass sie dein Wort ohne Menschenfurcht sagt,

dass sie sich nicht kaufen lässt durch Ehre und Einfluss,

dass sie den Armen nachgeht und die Reichen ermahnt,

dass sie den verwirrten Gewissen hilft

und den Wahnsinn auf Erden

durch deine Wahrheit vertreibt.

Weil du, heiliger und allmächtiger Gott,

von Ewigkeit her unser Gott bist,

der uns ins Leben gerufen

und für sein ewiges Reich erwählt hat,

danken wir trotz aller Gefahr

für deine Gnade

und loben trotz aller Angst

deinen herrlichen Namen.

Wir leben, weil du es willst,

wir sterben, wenn du uns rufst,

wir glauben, weil wir dich kennen,

wir hoffen, weil du uns liebst.

Mit allen Geschöpfen auf dieser Erde

und allen Engeln der himmlischen Welt

sagen wir dir, heiliger Gott,

Dank, Ehre und Ruhm,

dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

Wochengebet 06.04.-12.04.

Gott
 
Gerade in diesen Tagen 
Wünsche ich mir etwas von Dir zu hören 
Ein Klang, ein Wort oder eine SMS 
Mit einem Wort an mich 
 
Ein Wort der Klarheit, damit ich durchblicke 
Ein Wort des Trostes, damit ich durchhalte 
Ein Wort der Hoffnung, damit ich Mut fasse 
 
Herr schicke mir ein Zeichen 
Auf welchem Weg auch immer 
Komm zu mir im Traum 
Komm zu mir in der Erleuchtung 
Komm zu mir durch einen Anruf 
Komm zu mir durch eine Text-Message 
Wie auch immer 
 
 Und ich danke Dir 
Danke Dir bis hierher 
Danke Dir, dass Du mich trägst 
Danke Dir, dass Du die meinen beschirmst 
Danke Dir, dass so viele besonnen sind in diesen Tagen 
Hör nicht auf damit. 
 
Trage mich und alle anderen weiter durch diese üble Zeit 
Gib und Kraft und Mut nach vorne zu blicken 
Und kreativ und positiv Leben in den Vordergrund zu stellen 
Für mich, für andere, für alle 
 
 Schenk uns und der Welt deinen Segen in dieser Zeit 
Amen 
 
Pfarrer Naumann 

Wochengebet 30.03.-05.04.

„Schaffe mir Recht“ ist die Übersetzung des Sonntags Judica.

Aber wie ist das mit unserem Recht in diesen Tagen?

Eigentlich wäre Frauenhilfssonntag gewesen; eigentlich wäre Einführung unseres ersten gemeinsamen Presbyteriums gewesen; eigentlich wollten wir einen ökumenischen Kreuzweg beten; eigentlich wären Kita, Schule, Uni, Arbeit, Feste sowie der

Besuch von Gottesdiensten und Konzerten und vieles mehr.

„Schaffe mir Recht“, so klagen wir Gott unsere Sorge um die Gesundheit aller Menschen dieser Welt, aber insbesondere die unserer Familien, Freunden und Nachbarn.

„Schaffe mir Recht“, so klagen wir die Sorge darum, wie und

wann es in der Schule und an der Universität weitergeht.
Was ist mit Prüfungen?

„Schaffe mir Recht“, so haben wir Sorge darum, wie das Auskommen vieler ist. Was wird aus den Arbeitsplätzen,

den kleinen und großen Betrieben?

„Schaffe mir Recht“, ist die Frage, wie lange die angespannte Situation bleiben wird, welche Folgen auf uns zukommen.

Die Welt, auch in unserer Stadt und Gemeinde wird nicht mehr

so sein wie vorher.


  Wir empfinden eine gewisse Ohnmacht und Hilflosigkeit.

Darum bitten wir Gott mit Versen nach Psalm 43, erst mit Worten

der Klage und Sorge, dann doch voller Hoffnung und Vertrauen:

„Schaffe mir Recht und rette mich!

Warum muss ich so traurig durchs Leben gehen?

Was bist du so bedrückt, meine Seele? Warum bist du so aufgewühlt? Halte doch Ausschau nach Gott!

Denn gewiss werde ich ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“

Pfarrer Grimm 

Wochengebet 22.03.-29.03.

Jesus, Sohn Gottes, 

wir sind so unsicher und spüren, wie die Angst nach uns greift: 

Wie eine Krankheit unser ganzes Leben verändern kann! 

So etwas haben wir uns gar nicht vorstellen können. 

Wir, die wir Freiheit gewohnt sind, 

wir, die wir gehen können, wohin wir wollen, 

und handeln können in großer Freiheit. 

Unser Alltag ist auf den Kopf  gestellt, 

und viele Fragen und Sorgen treiben uns um. 

 

Jesus, Sohn Gottes,  wir klagen dir unser Leid. 

Du siehst, was uns im Herzen bewegt, und verstehst es, 

weil du selbst Leid, Sorgen und Ängste kennst. 

Wir bitten dich: 

Stärke uns! Gib uns Kraft und Halt! 

Mach uns mutig, die Herausforderungen anzunehmen, 

und schenke uns, dass wir nicht nur auf uns selbst schauen, 

sondern füreinander da sind und uns verbunden wissen 

in Gebet und Nächstenliebe mit allen deinen Menschen. 

Du hörst uns gewiss. Amen. 

 

 

Jesus Christus spricht: In der Welt habt ihr Angst, 

aber seid getrost: Ich habe die Welt überwunden! 

(Johannes 16,33)

Pfarrerin  Rylke-Voigt