Wochengebet 20.06.-27.06.2021 

Dorothee Sölle schrieb 1969 in der theologischen Auseindersetzung mit der 1968er Bewegung ein Gebet, das meiner Meinung nach bis heute aktuell geblieben ist. Diesen Text/Gebet möchte ich Ihnen diese Woche mit auf den Weg geben.

 

Antwort auf die frage der linken freunde warum wir beten

Weil es uns um die brüderlichkeit geht
 aller
 nicht nur der christen oder einer anderen gruppe
 aller
 auch derer die nach uns leben werden
 in unseren städten mit unserem wasser
 von uns erzogen bis ins dritte und vierte glied
 aller
 der toten die vor uns gelebt haben
 deren träume wir verraten haben
 die träume von 1789 und die von 1917
 weil es uns um die brüder geht
             darum sagen wir manchmal
             VATER UNSER
 weil unsere aufgabe unendlich ist
 und unsere sehnsucht nicht kleiner wird im lauf des lebens
 weil christus nicht der trank für uns ist
 sondern der der unsern durst verstärkt
             darum sagen wir manchmal
             DER DU BIST IM HIMMEL
 weil wir an orten leben
 wo menschen über menschen zu sagen haben
 in betrieben büros und schulen
 und wissen dass herrschaft die häufigste art ist
 den namen gottes zu beleidigen
             darum sagen wir manchmal
             GEILIGT WERDE DEIN NAME
 weil wir den kreislauf fürchten
 von produktion und konsum und profit
 für den sie uns abrichten wollen
           darum sagen wir manchmal
           DEIN WILLE GESCHEHE
 weil wir nicht ohne angst sind auch vor uns selber
 nicht ohne zweifel auch mit uns selber und unserem weg
 nicht ohne ironie auch für unsrere versuche
          darum sagen wir manchmal
          DEIN REICH KOMME
 wir sprechen mit gott
 immer wenn wir uns auf die neue welt konzentrieren
 wir reden vom täglichen brot
     und meinen den knopf der dem gefangenen in der zelle fehlt
     und die niederen zölle für waren aus ärmeren ländern
 wir bekennen unsere schuld
    als eines der reichsten völker der erde
     die voller verhungernder ist    
     als bürger eines geordneten landes
     das voller verzweifelnder ist
 wir vergeben unsern schuldigern
     die uns um das leben betrügen
     indem wir nicht aufhören ihnen bessere vorschläge zu machen
     so ihre würde achtend
 weil wir deutsche sind
 blind von nationalismus und krank an rachsucht
 weil wir ganze länder nicht anerkennen
 und grenzen des friedens nicht wahrhaben wollen
           darum sagen wir manchmal
           UND FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG
 weil wir untertan sind
 und nicht gelernt haben herrschaft zu begrenzen
 und mächtige zu kontrollieren
 und es kaum verstehen unser schicksal mitzubestimmen
 weil wir uns überlassen
 der resignation und dem blinden schmerz
           darum sagen wir manchmal
           SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM ÜBEL
 weil wir glauben brauchen für das reich
 das wir sind und bauen
 und ermutigung für unsere arbeit
 dass wir nicht umsonst entwerfen
           darum sagen wir manchmal
           DEIN IST DAS REICH UND DIE KRAFT
           UND DIE HERRLICHKEIT
 und setzen darauf dass gott sei
 IN EWIGKEIT für uns
 
 
Dorothee Steffensky-Sölle war eine feministische deutsche evangelische Theologin und Dichterin. Als theologische Schriftstellerin und Rednerin war sie weltweit bekannt.
(geb. 30. September 1929 in Köln; † 27. April 2003 in Göppingen)

Sölle gehörte zu den profiliertesten Vertretern eines „anderen Protestantismus“. Sie übte Kritik an der Allmachtsvorstellung über Gott und versuchte in ihren Schriften, alltägliche Lebenserfahrungen – insbesondere des Leidens, der Armut, Benachteiligung und Unterdrückung – mit theologischen Inhalten zu verknüpfen. Politisch war sie in der Friedens-, Frauen- und Umweltbewegung engagiert. 

 


Wochengebet 13.06.-20.06.2021 

Einmal… 

…einmal mit Dir die Welt betrachten, 

in ihrer Fülle, 

mit ihren Möglichkeiten, 

die bekannten Orte aus anderer Perspektive, 

die unbekannten Orte, voller Neugierde und geheimnisvoll. 

 

Einmal… 

…einmal mit Dir über Hürden springen, 

Hürden, die mir bisher zu hoch gewesen sind, 

Hürden, die ich mich nicht traute zu überspringen, 

Hürden, die ich nicht gesehen habe, die mir einen neuen, weiten Weg öffnen. 

 

Einmal… 

…einmal mit Dir zu den Menschen gehen, 

zu denen, die ich schon kenne, und sie neu kennenzulernen, 

zu denen, die ich noch nicht kenne, und die mich bereichern, 

zu denen, die mir nicht aufgefallen sind und festzustellen, wie bunt sie sind. 

 

Einmal… 

…einmal mit Dir in den Spiegel sehen, 

auf mich, wie ich mich noch nicht gesehen habe, 

auf Dich, wie ich dich neu für mich entdecken kann und noch nicht kannte, 

auf andere Menschen in meiner Nähe, die zu mir gehören und mich verändern 

Einmal… 

…einmal mit Dir auf die Zeit schauen, 

die zurückliegt und die mich geprägt hat, 

die ich gerade erlebe und wie ich sie in mein Leben einordne, 

die, die noch vor mir liegt, welchen Weg ich einschlagen soll und wie ich ihn ausfülle. 

 

Einmal mit Dir allmächtiger und gütiger Gott eine Reise durch mein Leben machen und zu sehen, 

wie Du mich trägst, 

wie Du mich anleitest, 

wie Du mich zurechtweist, 

wie Du mich beschützt 

und wie Du mich liebst. 

 

Amen 


Wochengebet 06.06.-12.06.2021 

  „Aufatmen“ 

 

Ich lebe von Erinnerung'n, 

sie bringen mich durch die Nacht
 Geh nochmal alles durch von Anfang an
 Und ich bleibe in der Hoffnung, 

dass die Zeit schon alles richtig macht
 Bis dahin tu ich was ich kann: 

Ich atme ein, ich atme aus
 Ich setze ein Fuß vor den ander'n
 Bis ich alles das, was geschehen ist, kapier
 Ich atme ein, ich atme aus
 Nehme ein Tag nach dem ander'n
 Bis ich endlich weiß, dass du wiederkommst zu mir 

 

Der schon verstorbene Roger Cicero hat dieses wunderbare Lied geschrieben – ein Lied von einer schweren Zeit und wie er damit umgeht.  Einatmen – ausatmen. Eigentlich passiert das ganz automatisch. Das ist ein Reflex. Aber manchmal, wenn es schlimm kommt, dann verschlägt es uns regelrecht den Atem. „Das Atmen nicht vergessen“ sagt uns dann jemand an unserer Seite. Und angesichts der vielen schwierigen Situationen und Änderungen der vergangenen Monate sind wir regelrecht atemlos. 

Das, was Roger Cicero beschreibt, kann ein Rezept sein, um schwere Zeiten durchzuhalten: Einatmen – ausatmen. Ganz bewusst. Ganz tief und lange. Dann wird mir bewusst, dass ich lebe und dass das Leben auch weitergeht, egal, wie es jetzt gerade aussieht. 

Ein- und ausatmen – spüren, dass ich lebe. Auf den ersten Seiten der Bibel, in der Schöpfungsgeschichte, wird beschrieben, wie Gott den noch leblosen Menschen anhaucht, an-atmet, und dem Menschen damit das Leben schenkt.  Jeder meiner Atemzüge trägt etwas vom Atem Gottes in sich. 

Und das lässt mich dann auch auf-atmen – ein tiefer Atemzug mit langem hörbaren Ausatmen und einem Lächeln der Erleichterung und der Freude. So, wie wir das jetzt können. 
Es geht wieder was. 
Das Leben – das volle Leben ist fast zurück. 
Gott sei Dank! 

Ich atme ein – ich atme aus – ich atme auf – und lobe meinen Gott. 

 

Alles, was Atem hat, lobe den Herrn! Halleluja! (Psalm 150,6) 


Wochengebet 28.05.-04.06.2021 

 Ich möchte Ihnen heute ein Morgenritual vorstellen, dass man gut jeden Morgen beten kann. 

Ich habe es als junger Mann durch meinen damaligen Pfarrer kennen und schätzen gelernt. Auf Jugendfreizeiten trafen wir Mitarbeiter uns jeden Morgen vor dem Frühstück zu einer Andacht. Der Ablauf war immer gleich. Zunächst wurde die erste Strophe des Liedes „Er weckt mich alle Morgen“ gesungen. Dann beteten wir gemeinsam Luthers Morgensegen. Es folgte ein kurzes Bibelwort wie die Losungen. Anschließend ein Vater Unser. Und zum Schluss die zweite Strophe des Jochen Klepper Liedes. Vielleicht ist diese schöne Art den Tag zu beginnen ja auch etwas für sie. Wenn sie das Jochen Klepper Lied, „Er weckt mich alle Morgen“ kennen, singen sie dieses gerne als Gebet oder sprechen sie es einfach vor sich hin. 

 

Morgenandacht: 

Liedstrophe 1: 
Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir selbst das Ohr.
Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor,
daß ich mit seinem Worte begrüß’ das neue Licht.
Schon an der Dämmerung Pforte ist er mir nah und spricht. 

Luthers Morgensegen:
Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist! Amen
Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle. 
Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. 

(Losung des Tages oder ein anderes Bibelwort) 

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen. 

Liedstrophe 2:            
Er spricht wie an dem Tage, da er die Welt erschuf.
Da schweigen Angst und Klage; nichts gilt mehr als sein Ruf!
Das Wort der ewigen Treue, die Gott uns Menschen schwört,
erfahre ich aufs neue, so wie ein Jünger hört. 


Wochengebet 21.05.-28.05.2021 

 Pfingsten   -- Das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes.

Das kleine Fenster mit der  Taube in der Sakristei der Paul- Gerhardt Kirche erinnert immer daran, dass Gott zu Pfingsten in Jerusalem zum ersten Mal den Heiligen Geist zu Jesu Freunden, den Jüngern gesandt hat.

Welch ein Aufbruch, welch ein Anfang, welch ein Geburtstag der Kirche.

Die Scheiben am Paul- Gerhardt Haus erzählen diese Geschichte und stellen sie uns ganz neu dar.  Und so entstand nach der Pfingstpredigt des Petrus die erste christliche Gemeinde in Jerusalem. So heißt in der Apostelgeschichte 2,38,41+42:   „Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes….. und an diesem Tag wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft  und im Brotbrechen und im Gebet.“

Die Taube ist in der christlichen Kirche aber auch zum Symbol des Friedens geworden.  Und so heißt es im Lied von Rüdiger Lüders und Kurt Rommel:

Gib uns Frieden jeden Tag!  Lass uns nicht allein.                                        Du hast uns dein Wort gegeben, stets bei uns zu sein.                              Denn nur du, unser Gott, denn nur du, unser Gott,                                     hast die Menschen in der Hand. Lass uns nicht allein.

Gib uns Freiheit jeden Tag! Lass uns nicht allein.                                        Lass für Frieden uns und Freiheit immer tätig sein.                                   Denn durch dich, unsern Gott, denn durch dich, unsern Gott,                sind wir frei in jedem Land. Lass uns nicht allein.

Gib uns Freude jeden Tag! Lass uns nicht allein.                                          Für die kleinsten Freundlichkeiten lass uns dankbar sein.                        Denn nur du, unser Gott, denn nur du, unser Gott,                                     hast uns alle in der Hand. Lass uns nicht allein.  (EG 425)


Wochengebet 15.05.-21.05.2021 

 Erklärung des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid und des Katholischen Stadtdekanats Gelsenkirchen in Reaktion auf die antisemitische Demonstration am 12. Mai 2021. 

 

Mit Abscheu nehmen wir wahr, dass es in unserer Stadt am 12. Mai 2021 zu antisemitischen Ausschreitungen nahe der Synagoge gekommen ist. Wir erklären: 

1. Wir stehen an der Seite der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen und der jüdischen Mitbürger*innen unserer Stadt. 

 2. Wir stehen an ihrer Seite, weil wir Demokrat*innen sind. Und wir stehen an ihrer Seite, weil wir Christ*innen sind. 

3. Die gestrigen Ausschreitungen waren nicht vom demokratischen Demonstrationsrecht und vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Sie mögen auf die aktuelle Situation im Nahen Osten abgezielt haben. Getroffen hat sie unsere Demokratie. Und sie haben Menschen in ihrer Würde verletzt. 

4.  Die Synagoge und mit ihr die Jüdische Gemeinde sind kein Ort, um gegen die Politik Israels zu demonstrieren. Denn eine Demonstration an diesem Ort identifiziert Jüdinnen und Juden mit dem Staat Israel und seiner Politik. 

5. Die Rufe, die typisch waren für diese Ausschreitungen, lassen hören: Zwischen dem Staat Israel und unseren jüdischen Mitbürger*innen wird nicht unterschieden. Das bedeutet: Diese Ausschreitungen waren nicht anti-israelisch, sondern anti-semitisch.                                                                6. Mit Antisemiten haben wir nichts gemeinsam. Sie sind unsere Gegner. 

In Vertretung                                                                                                                 gez. Superintendent Heiner Montanus                                                                  gez. Stadtdechant Markus Pottbäcker 

 

Treuer Gott, wir bitten um Frieden zwischen Juden, Christen und Muslimen, dass wir bereit sind voneinander zu lernen;  um Frieden für das Land der Verheißung, das dort das Kämpfen und Zerstören ein Ende finde, um Frieden in den Herzen derer, die in unserer Stadt und in der ganzen Welt sich nach Ruhe und Gerechtigkeit, Frieden und Herzlichkeit sehnen. Wir bitten dich um das Wunder, dass die Religionen und Konfessionen gemeinsam für den Frieden  beten und sich einander die Hand reichen.                                                                                (nach Ilka Werner) 


Wochengebet 07.05.-14.05.2021 

Nimm an meine Gedanken, allmächtiger Gott, 

denn ich werde durchgeschüttelt und bin im Zwiespalt 

zwischen den Dingen, die ich will, 

und den Dingen, die ich mache. 

Ich spreche zu dir, doch finde ich kaum die rechten Worte. 

Ich brauche doch so vieles, 

aber womit anfangen? 

Und wenn ich es dir sage, was ich alles brauche 

und was ich nicht brauche, 

warum solltest du es erfüllen Gott? 

Brauchen alle anderen dieses und jenes nicht auch? 

 

Vielleicht finde ich die richtigen Worte, indem ich dir danke Gott. 

Danke für das leben. 

Danke für die Woche. 

Danke für diesen Tag. 

Die Menschen, die ich getroffen habe, 

die ich schon kannte und all die anderen, 

die ich nicht kannte. 

Danke für die Sachen, die mir gelungen sind 

und das, was ich geschafft habe.  

 

Danke für das, was ich habe 

und das ist meist mehr als ich wirklich brauche. 

Und danke für das, was mir nicht widerfahren ist, 

du standest an meiner Seite und hast mich davor bewahrt. 

Danke für die vielen alltäglichen Selbstverständlichkeiten, 

sie sind in der Summe ein riesiger Wunschzettel. 

Danke für die Möglichkeiten, die mir doch immer wieder offen stehen, 

Dinge zu tun und zu lassen, 

Neues auszuprobieren und Altes abzulegen 

 

Wenn ich das Gesagte betrachte, dann habe ich doch noch eine Bitte. 

Allmächtiger und gütiger Gott, 

bleibe auch weiterhin an meiner Seite und halte deine Hände weiter über mich. 

 

Amen 

Gebet zu Coronazeiten

Gemeinsam möchten wir beten!

 

Wir sind nicht allein…

…. mit unseren Sorgen und Ängsten! Wir können Gott alles sagen, zu ihm beten und ihn bitten, uns zu helfen in schweren Zeiten.

 

…. wir können uns zusammenschließen, auch wenn wir nicht zusammenkommen können. 

 

Das Gebet ist eine Brücke, die uns verbindet.

 

Beten wir für Kranke und für Helfende,

für Mut und Durchhaltevermögen,

für uns, unsere Stadt, unser Land, unsere Welt…

 

Wann?

Jeden Tag um 19 Uhr läuten die Glocken unserer Christus-Kirche in Beckhausen und in unserer Paul-Gerhardt-Kirche in Horst.


Jeder ist eingeladen sich zu dieser Zeit  ein Licht ins Fenster zu stellen und zu beten.

 

Jede Woche bereiten wir dazu ein neues Gebet vor. Gerne können Sie jedoch auch in eigenen Worten beten oder das Vater unser sprechen.   

Dieses Gebet Pdf zum ausdrucken    


Wochengebet 30.04.-07.05.2021 

 Die Pandemie und in ihrer Folge die Verhaltensauflagen haben dieser Tage alles im Griff. Die Menschen sind genervt und der Einschränkungen müde. Oder sie sind ängstlich. Mancher vielleicht neidisch auf diejenigen, die schon geimpft sind. Auch Sehnsüchtig nach Normalität, nach Reisen, Feiern, Sportveranstaltungen. Niemand ist davon unberührt. 

Da lässt sich gut das sogenannte Gelassenheitsgebet beten. Möge es uns durch den Alltag tragen. 

 

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
   den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
   und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
   Einen Tag nach dem anderen zu leben,
   einen Moment nach dem anderen zu genießen.
   Entbehrung als einen Weg zum Frieden zu akzeptieren.
   Diese sündige Welt anzunehmen, wie Jesus es tat,
   und nicht so, wie ich sie gern hätte.
   Zu vertrauen, dass Du alles richtig machen wirst,
   wenn ich mich Deinem Willen hingebe,
   sodass ich in diesem Leben ziemlich glücklich sein möge
   und im nächsten für immer überglücklich.
   Amen.
 

 

Die Urheberschaft und Verbreitungsgeschichte des Gelassenheitsgebets sind umstritten. Vermutlich hat Reinhold Niebuhr das Gebet vor dem oder während des Zweiten Weltkrieges verfasst. In Briefen datiert Reinhold Niebuhrs Ehefrau es auf das Jahr 1941 oder 1942, Reinhold Niebuhr selbst auf die Vorkriegszeit. Die Ungewissheit über die genaue Zeit der Verfassung des Gebetes ist möglicherweise durch den Verzicht Niebuhrs auf das Urheberrecht des Gebetes begründet. Vermutlich hat Niebuhr einen der zahlreichen älteren Vorläufertexte mit ähnlichem Aufbau und Inhalt gekannt. 


Wochengebet 24.04.-01.05.2021 

„ Jauchzt dem Herrn, alle Welt!“ - Ein Tag zum Jubeln 

 

Zartgelbe Osterglocken und Vergiss-meinnicht in den Gärten – das ist eine Pracht, sie anzuschauen. Auch in diesen Zeiten dürfen wir Gottes wunderbare Schöpfung genießen, aus unseren Wohnungen und Häusern gehen und uns daran freuen. Der Frühling ist da! Er lädt uns ein, zu staunen über alles, was Gott für uns getan hat. 

Wunderbar hat er alles geschaffen, die Blumen, die Bäume, die Tiere, die ganze Welt – und uns Menschen! Welche Wunder! Darüber können wir uns freuen,  jubeln und Gott dafür danken. 

Was Gott alles getan hat: die Osterglocken auf dem Bild weisen auf Ostern hin und auf die wunderbare Botschaft: Der Herr ist auferstanden! Und daran, was sie für uns bedeutet: wir dürfen leben. Jeden Tag möchte Gott, dass wir uns darüber freuen, dass wir leben dürfen. Heute – und auch dann, wenn wir diese Erde verlassen müssen, ist uns das Leben bei Gott, das ewige Leben, verheißen. Die Vergissmeinnicht laden uns ein, uns jeden Tag an Ostern zu erinnern 

und Gott zuzujubeln. 

Flieg auf den Flügeln der Freude, 

weil Gott dich nicht fallen lässt. 

Lässt du auch Federn im Laufe der Zeit, halt an ihm dich fest. 

Musst du durch Täler von Trauer und Leid, 

macht Gott den Horizont wieder weit. 

Denkst du, es wird mit dir nie wieder gut, 

dann verwandelt er die Angst in Mut. 

(Jörg Swoboda/ Theo Lehmann) 


Wochengebet 16.04.-23.04.2021

Alltag --  Arbeit, Langeweile, Vertrautheit, Sicherheit, Geborgenheit. 

Alltag --  Normalität, Rituale, Routine, Stress, Orientierung. 

Alltag --  Sicherheit und die gleichen Strukturen, vertraute Menschen. 

 

Die Jünger sind nach dem Ostermorgen wieder in ihren Alltag nach Galiläa       zurückgekehrt,  da, wo Jesus sie einmal abgeholt und berufen hat, 

da, wo sie alles haben stehen und liegen lassen, 

da, wo sie Beschäftigung und Auskommen finden, 

da, wo ihre Familie und Freunde sind. 

 

Ausgerechnet während ihres Alltagsgeschehens kommt der auferstandene 

Christus zu ihnen.  Er taucht bei ihnen auf und sie erkennen: 

 

„Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.“ 

 

Und wir lernen begreifen, was Auferstehung und Neuanfang heißen: 

Da, wo ich gehe und stehe, da ist Gott bei  mir und schenkt mir seine Kraft. 

Es bedarf gar nicht eines besonderen Ortes oder eines besonderen Zeitpunktes. 

Da, wo mein Leben ist, da schenkt er mit Kraft und Energie. 

Die Menschen in meinem Alltag, das sind meine Mitmenschen und Nächsten. 

 

Darum bitten wir dich: 

Schenk du unseren Familien und Freunden Gesundheit und Frohsinn. 

Lass uns mit allen eine gute Nachbarschaft pflegen. 

Sei du in den Schulen bei allen Schülerinnen und Schülern, Lehrern und 

Lehrerinnen, damit Lernen gelingt und Freude macht. 

Sei du bei allen Kranken, Alten und denen, denen die Zeit schwer wird, 

lass sie schwere Zeiten aushalten können. 

Sei du bei allen sozialen Berufen, Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und 

Pflegern, dass sie ihre Arbeit bewältigen und selber nicht verzweifeln. 

Sei du bei allen Politikern und Machthabern, dass sie mit Weitsicht und 

Umsicht Entscheidungen treffen und dem Frieden und der Gerechtigkeit 

dienen. 

Sei du bei deiner Kirche und deinen Gemeinden, dass sie deine frohe Botschaft 

weitertragen und durch ihr Verhalten der Botschaft gerecht werden. 

Und so loben wir mit den Worten von EG 103: 

„Gelobt sei Gott im höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, 

der für uns hat genug getan. Halleluja, Halleluja, Halleluja.“ 


Wochengebet 09.04.-15.04.2021

Nach der Dunkelheit kommt das Licht. 

Ich danke Dir, allmächtiger Gott, dass Du mich im Auge behältst. 

Du nimmst mir die Dunkelheit des Winters fort 

und schickst mir die Sonnenstrahlen des Frühlings. 

 

Ich danke Dir, allmächtiger Gott, dass Du mich im Auge behältst. 

Du schickst Perspektiven, wo alles verbaut war. 

Es öffnen sich Möglichkeiten, die ich nicht gesehen habe. 

Es kreuzen Menschen meinen Weg, die mir die Augen öffnen. 

 

Ich danke Dir, allmächtiger Gott, dass Du mit mir gehst. 

Du achtest auf meine Schritte und meine Taten. 

Du hörst meine Worte, die bedachten und die unbedachten. 

Du hinterfragst mich in meinem täglichen Tun und Lassen. 

 

Ich danke Dir, allmächtiger Gott, dass Du mit mir planst. 

Dass Du mir Menschen schickst, die mit mir arbeiten und die Welt gestalten. 

Dass Du mir Menschen schickst, die meinen Weg kreuzen und mich brauchen. 

Dass Du mir Menschen schickst, die mir begegnen und sich meiner annehmen. 

 

Ich danke Dir, allmächtiger Gott, für deine weise Sicht der Dinge. 

Nach jeder Wolke kommt die Sonne und das Licht. 

Nach jeder Nacht kommt der Morgen und das Licht. 

Nach jeder Krise kommt die Entspannung und das Licht. 

Das ist der Lauf, den Du der Welt und mir als Plan mitgegeben hast. 

Dieser göttliche Plan gibt Hoffnung auf ein helles Morgen. 

 

 

Amen. 


Wochengebet 02.04.-09.04.2021

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! 

Das ist das älteste Bekenntnis der Christenheit. Christus ist auferstanden! Der Tod ist überwunden. 

Zu Ostern feiern wir den Gott des Lebens gegen allen Tod. Ich wünsche uns allen die Gewissheit und Zuversicht, gegen jeden Tod in Gottes Hand geborgen zu sein. Auch wenn sich der Himmel zu verdunkeln scheint, die Corona-Beschränkungen kein Ende nehmen wollen, die Angst sich Raum schafft. Wir sind in Gottes Hand geborgen. 
 

Fürbitte
(Aus der Agende der Reformierten Liturgie für Ostern.) 

 

Wir danken dir, Gott,
 dass du der Gott des Lebens bist gegen allen Tod.
 Wir danken dir, dass du in Jesus Christus
 und seiner Auferstehung
 dem Tod die Macht genommen hast
 und ein für allemal einstehst für das Leben.
 

 

So bitten wir dich für alle,
 die noch unter der Macht des Todes leiden:
 für die Kranken und für die Sterbenden;
 für die Alten, Einsamen und die Verzweifelten.
 Sende ihnen deine Boten des Friedens,
 damit sie Hilfe finden und gestärkt werden.
 

 

Wir bitten dich für alle, die versuchen,
 gegen die Macht des Todes anzukämpfen:
 für Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und Pfleger,
 für die Wissenschaftler und Politiker,
 für die Menschen in den sozialen Berufen;
 dass sie imstande sind zu helfen
 durch Heilung von Krankheit,
 durch Arbeit für den Frieden.
 Lass ihr Verständnis Mut machen
 und ihre Hilfe Hoffnung schenken.
 

 

Gott, wir bitten für uns selbst:
 Schenke uns von deiner Schöpferkraft
 so viel, so reichlich
 dass wir aufstehen können
 und tragen, was uns das Leben aufgibt.


Hier das Bild in groß

 


Wochengebet 26.03.-02.04.2021

Liebe Gemeinde, 

ein wunderschönes Foto ist das, aufgenommen bei einem der Farbenkonzerte in der Christus-Kirche. Es erklärt uns mit seinen Farben die Festtage, die vor uns liegen. 

 

Die violette Farbge